Kopfhörer HIFIMAN EDITION X

Test HIFIMAN EDITION X 

Ich schon wieder. Heute mit einem Hörbericht zum HIFIMAN EDITION X. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dieser Test sei für Gralsritter des reinen Klangs eigentlich überflüssig. Von wegen kleiner Bruder des HE1000, der im Grunde alles ein bisschen „weniger“ macht. Weniger Bass. Weniger Transparenz. Weniger Auflösung. Eben weniger alles. Wieso also zum Henker komme ich jetzt auf die Idee, gerade diesen Kopfhörer zu testen? Nun, um der Wahrheit die Ehre zu geben. Dies ist tatsächlich mein erster HIFIMAN.

Nicht dass mir nicht schon so einige Modelle dieses chinesisch-amerikanischen Unternehmens zu Gehör gekommen wären. Nein, HE-560, HE-6 oder eben auch HE1000 – alle diese Pretiosen habe ich bereits, zum Teil sogar recht ausgiebig, auf verschiedenen Veranstaltungen angetestet.

Leider aber verhält es sich mit der tatsächlichen Aussagekraft bezüglich der Beurteilung von Komponenten auf HIFI-Messen ungefähr wie mit der Langzeit-Wettervorhersage: sie kann stimmen. Sie muss es aber nicht. Für mich persönlich maßgebend sind aus diesem Grunde ausschließlich die klanglichen Eindrücke, welche ich über einige Tage in den eigenen 4 Wänden sammeln kann. Denn nur in der vertrauten Umgebung erschließen sich mir über die Zeit die wahrhaften Qualitäten der einzelnen Testprobanden.

Denn einerseits benötige ich für den Hörtest absolute Ruhe. Ohne eine entsprechende psychische und physische Aufnahmefähigkeit sollte sowieso grundsätzlich kein hochwertiger KH beurteilt werden. Ihr ahnt jetzt wahrscheinlich bereits schon, wo das Ganze hinführt – von „Kopfhörer-Tests“ auf CANJAM + Co. halte ich rein gar nichts. Und auch diverse HEADFI-Meetings können für mich bestenfalls dazu dienen, sich gegebenenfalls einen ersten klanglichen Eindruck zu verschaffen. Und mehr auch nicht. Punkt.

Wo ich schon einmal dabei bin. Genauso wenig halte ich von Aussagen bezüglich der Vergleiche von aktuellen Kopfhörern zu beispielsweise Vorgänger- oder Schwestermodellen, welche mangels Verfügbarkeit aus der reinen Erinnerung des Testers rekapituliert werden. Also ohne die Möglichkeit eines A-B Vergleiches beider Hörer. Ich für meinen Teil halte dies für faktisch unmöglich.

Und selbst dieser direkte Vergleich sollte erfahrungsgemäß in möglichst kurzen Sequenzen durchgeführt werden. In der praktischen Anwendung höre ich mir beispielsweise einen wohlbekannten musikalischen Abschnitt mit KH-A für einige Sekunden an und wechsle im Anschluss auf KH-B, um dann selbige Sequenz zu wiederholen. Kleiner Tipp: Diese Methode eignet sich übrigens bei geübten Ohren auch hervorragend dazu, die korrekte Netzpolung von HIFI-Komponenten „herauszuhören“, wenn die Netzstecker bzw. -Kabel vom Hersteller nicht markiert worden sind.

Aber natürlich bevorzuge ich es in der Regel, mir einen neuen Kopfhörer zunächst einmal separat in aller Seelenruhe (siehe oben) für einige Stunden zu Gemüte zu führen. Womit ich obigen Exkurs jetzt auch gerne beenden und mich endlich dem HIFIMAN EDITION X zuwenden möchte. Wie bereits eingangs erwähnt, standen die KH dieser Marke bislang nicht auf meinem Einkaufszettel. Warum eigentlich nicht?

Nun. Zum einen gefielen mir die „Hifimänner“ der ersten Modellreihen in der Vergangenheit rein optisch nicht so besonders. Ist aber natürlich reine Geschmacksache. Zum anderen war da noch die geringe Praktikabilität aufgrund des ausgeprägten Leistungshungers, insbesondere beim HE-6, welcher die Wahl des Spielpartners dadurch für mich (zu) sehr einschränkte.

Bei Erscheinen des HIFIMAN HE1000 war ich allerdings doch stark begeistert ob des durchaus gelungenen Designs und der vermeintlich hochwertigen Materialauswahl des neuen Spitzenhörers. Diese anfängliche Begeisterung wurde aber bei der direkten Augenscheinnahme auf der CANJAM 2015 leider wiederum leicht getrübt durch die dem Preis nicht unbedingt adäquate Verarbeitungsqualität. Quietschende Scharniere und etwas unsauber eingepasste und aufgeklebte Holzfurniere passten eben meiner Meinung nach nicht unbedingt zum aktuell aufgerufenen Preisschild. Hoffentlich ein Ausreißer der ersten Serie.

Von den klanglichen Qualitäten des HE1000 aber war ich bereits auf der Messe sehr beeindruckt. Auch wenn es sich lediglich wiederum nur um kurze musikalische „Momentaufnahmen“ handelte.

Als dann vor einigen Monaten der neue HIFIMAN EDITION X vorgestellt wurde, war mein Interesse sofort wieder geweckt. Gleiches Design. Aber irgendwie ansprechender gemacht. Allein schon die farbliche Zusammenstellung. Ja doch, das Ding sah schon verdammt gut aus. Wenige Wochen später dann erschienen die ersten Berichte in den amerikanischen Foren. Und wirklich alle verglichen den neuen EDITION X direkt wieder mit dem großen Bruder HE1000. Warum eigentlich? Schließlich kostet der Letztgenannte ganze 1.500 Euronen mehr. Irgendwo muss die ganze Kohle ja stecken. Womit wir wieder bei meiner Eingangsfrage angekommen wären. Warum dieser Test?

Ganz einfach. Ich möchte den HIFIMAN EDITION X ganz bewusst ohne den direkten Vergleich zum HE1000 testen. Und im Anschluss die Frage beantworten, für wen dieser Hörer aus meiner Sicht zu empfehlen ist. Und für wen eher nicht. Vielen Dank an dieser Stelle übrigens auch an Jan Sieveking, der mir den Kopfhörer freundlicherweise zu Testzwecken zur Verfügung gestellt hat. Aber Jan, du weißt hoffentlich auch, dass ich üblicherweise kein Blatt vor den Mund nehme, oder?

Egal. Los geht’s. Und ich werde einfach versuchen, den neuen Hörer möglichst vorbehaltlos zu betrachten. Und dies beginnt bekanntlich beim Auspacken.

Verarbeitung & Tragekomfort

Der HIFIMAN EDITION X ist ansprechend in einer mit Leder bezogenen Aufbewahrungsbox, seiner Preisklasse entsprechend (1.995,- €), verpackt und in einer geformten Auslage aus Samt gebettet. Es liegen zwei unsymmetrische Kabel mit beiden Klinkenstecker-Größen bei. So kann der KH sowohl an portablen als auch stationären Gerätschaften direkt betrieben werden.

Der EDITION X selbst hat mich zunächst bezüglich seiner Verarbeitung dann doch überrascht. Und zwar im positiven Sinne. Der relativ hohe Plastikanteil ist zwar nicht weg zu diskutieren, der Hörer macht aber dennoch keineswegs einen billigen Eindruck. Alle Kunststoffteile sind sauber eingepasst, die umläufigen Schalen der beiden Ohrmuscheln wurden, wie bei HIFIMAN oft üblich, zusätzlich auf Hochglanz gebracht. Einzig die gabelförmigen Halter, welche die Ohrmuscheln fixieren, machen ob ihrer Befestigung einen leicht labilen Eindruck. Der Kopfbügel sowie die äußeren Grillgitter, die dem Schutz der Treiber dienen, bestehen aus Leichtmetall, die auf dem Kopf anliegenden weichen Polster duften nach Leder.

Der massive Einsatz von Kunststoff hat aber natürlich auch einen handfesten Vorteil. Der Kopfhörer wiegt lediglich 399 g. Und er wirkt, einmal aufgesetzt, gefühlt noch einmal ein ganzes Stück leichter. Denn der Tragekomfort ist – schlichtweg perfekt. Selten habe ich einen Kopfhörer getestet, welcher auf dem Kopf auf Anhieb nahezu „verschwindet“. Auch die Anpassung an die jeweilige Größe gelingt mit Hilfe des einstellbaren Kopfbandes aus einem Kunstleder mühelos. Nur bei sehr kleinen Schädel-Kalibern könnte der untere Verstellbereich vielleicht etwas zu knapp bemessen sein.

Mir jedenfalls „passt“ der EDITION X wie ein Maßanzug. Und dies beweist wieder einmal auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig eine langzeittaugliche Auslegung der Hardware für das gesamte Hörerlebnis ist. Denn auch der klanglich beste KH der Welt verliert zusehend an Strahlkraft und Attraktivität, wenn der Tragekomfort auf der Strecke bleibt. Einige AUDEZE-Hörer wissen genau, wovon ich rede.

Vorbereitung

Über den „Testaufbau“ hatte ich mir zu Beginn meines kleinen Hörtest einige ernsthafte Gedanken gemacht. Von wegen optimaler Kombination mit dem antreibenden Spielpartner. Sollte ich wie üblich meinen QUESTYLE CMA800R wählen, um den EDITION X zu einem späteren Zeitpunkt besser mit dem SENNHEISER HD800S vergleichen zu können? Oder vielleicht lieber den MOON NEO 230 HAD? Aus Fairnessgründen? Der FOSGATE SIGNATURE wäre auch eine Option. Schließlich zeigt sich der HIFIMAN bezüglich seines Leistungsbedarfs ja recht genügsam – und ich könnte ihn dann außerdem sehr gut gegen meinem PS1000E antreten lassen.

Aber das ganze spekulative Kopfkino wurde im dem gleichen Augenblick Makulatur, als mir der EDITION X erstmalig zu Gehör kam. Witzigerweise übrigens an einer (relativ bescheidenen) Kopfhörerklinke meines alten YAMAHA A-S1000 Vollverstärkers, befeuert mit silbriger Kost von meinem ebenso schon betagteren CAMBRIDGE AUDIO AZUR 751BD. Meine Frau hatte mich nämlich in ihrem allwöchentlichen Putzwahn kurzerhand in unseren Heimkinoraum verbannt. Und diesen habe ich im Anschluss für mindestens 3 Stunden nicht mehr verlassen. Was immer ein gutes Zeichen ist. Für den Kopfhörer. Eine nach der anderen der mir wohlbekannten Silberscheiben aus den Genres Klassik, Jazz, Pop und Rock wanderten in die Blu-Ray Player-Lade und ließen bei mir zunächst den Wunsch nach einer objektiven Testung zur absoluten Nebensächlichkeit werden. Ich hörte einfach nur ganz entspannt Musik.

Klangtest

Denn der HIFIMAN EDITION X ist ein echter Schöngeist. Oder für manche vielleicht auch ein Schönfärber. Je nachdem wie man es betrachtet. Und wo die persönlichen Präferenzen liegen. In jedem Fall kann man diesem Kopfhörer stundenlang wunderbar und vorbehaltlos zuhören. Natürlich auch bedingt durch den einmaligen Tragekomfort. Selbst an der vergleichsweise bescheidenen Kopfhörerbuchse eines Vollverstärkers entfaltet der EDITION X ein beeindruckendes Klangpotenzial, welches einen augenblicklich ein- und mitnimmt. Durch sein vollmundiges, aber jederzeit präzises Bassfundament. Durch einen warmen und breit angelegten Grundton. Durch eine wunderbar artikulierte Stimmwiedergabe mit sehr schönen Klangfarben. Und durch die subtil zurückgenommene Wiedergabe hoher Töne, welche dadurch aber immer ausgewogen und natürlich wirken.

Natürlich skaliert auch dieser Kopfhörer mit den ihm angebotenen Verstärker-Varianten. Und je nach persönlichem Gusto kann man dem HIFIMAN so seinen gewünschten Stempel aufdrücken. An einem FOSGATE SIGNATURE beispielsweise spielt der EDITION X räumlicher, mit einer weitreichenden Breiten- und Tiefenstaffelung sowie einer sehr luftigen Abbildung von Gesangsstimmen und Instrumenten. An einem Solid-State Verstärker wie dem QUESTYLE CMA800R wirkt die gesamte Wiedergabe schärfer umrissen, aber eben auch etwas nüchterner. Wenngleich Diese zu keiner Zeit mit der wesentlich analytischeren Reproduktion eines HD800 vergleichbar wäre. Am MOON NEO 230 HAD schließlich findet der HIFIMAN EDITION X meiner Auffassung nach eine nahezu optimale Balance. Die musikalische Darbietung wirkt insgesamt gestraffter als beim Röhrenverstärker, bewahrt dabei aber alle feinsinnigen Aspekte desselben.

Im direkten objektiven Vergleich aber macht ein SENNHEISER HD800S eigentlich fast alles besser. Zumindest wenn ich meine üblichen Bewertungskriterien anlege. Das räumliche Abbildungsvermögen des HD800S ist ausgeprägter und wirkt zudem auch realistischer, denn einzelne musikalische Ereignisse werden in ein „richtigeres“ Größenverhältnis gesetzt. Die Abstimmung von Bass, Mittelton und Hochton wirkt homogener, einzelne Frequenzbereiche spielen sich zu keiner Zeit auffällig in den Vordergrund oder werden vernachlässigt. Nach reinen HIFI-Maßstäben sieht der EDITION X also kein Land gegen den SENNHEISER.

Der HIFIMAN punktet aber dafür mit seiner Musikalität. Sicherlich bildet der EDITION X beispielsweise Stimmen oder Instrumente etwas zu groß ab. Dies ist oft typisch für Flächenstrahler, so auch für diesen magnetostatischen Schallwandler. Zumindest mein AUDEZE LCD2F zeigt die gleichen „Symptome“. Dies stört aber nicht wirklich, wenn Stimmen dafür derart involvierend, unmittelbar und wunderschön ins Mikro gehaucht werden wie beim EDITION X. Auch das angebotene Klangfarbenpotential überflügelt bisweilen die sachlichen Grenzen der Realität. Macht aber auch nichts, wenn einen die Musik im Gegenzug dafür einfach nur mitreißt. Wenn ich den HIFIMAN also nun schon mit anderen Kopfhörern vergleichen müsste, dann doch eher mit einem AUDEZE LCD Kopfhörer oder den ebenfalls sehr direkt spielenden GRADO Kandidaten GH1 oder RS1, welche zum Teil auch ganz ähnliche Charakterzüge aufweisen.

Damit ihr euch aber dennoch ein Bild machen könnt bezüglich der „harten Fakten“, nachfolgend nun mein klangliches Bewertungsprofil:

BASS

Der Bassbereich reicht sehr tief hinab und verleiht dem EDITION X ein sehr glaubwürdiges Fundament. Der Bass entwickelt zudem eine unglaubliche Autorität, natürlich auch bedingt durch die zur Verfügung stehende Membranfläche. Der gesamte Bassbereich wirkt dazu jederzeit sehr strukturiert, Bassläufe lassen sich einfach nachverfolgen. Der EDITION X agiert hingegen nicht ganz so staubtrocken wie beispielsweise mein AUDEZE LCD2F, sondern favorisiert eher einen leicht federnden Bass mit mehr Druck, besonders im oberen Frequenzbereich. Schon extrem beeindruckend.

GRUNDTON

Der Kopfhörer ist tendenziell eher warm abgestimmt, mit einem fülligen und körperreichen Grundton. Er verleiht Stimmen und Instrumenten jederzeit genügend Substanz und Plastizität und bildet somit einen nahtlosen Übergang zum Bassbereich. Bemerkenswert ist zudem, dass der Grundton zu keiner Zeit das mittlere Tonspektrum überlagert. Dies wurde abstimmungstechnisch also sehr gut gelöst. Im Vergleich zum LCD2F meiner Meinung nach eine Patt-Situation.

MITTELTON

Der Mitteltonbereich wirkt sehr natürlich und ausgewogen, minimal zurückgenommen, trotzdem sehr dynamisch und ohne dabei an Durchhörbarkeit einzubüßen. Er zeichnet sich aber insbesondere durch den enormen Klangfarbenreichtum aus und übertrifft sogar den AUDEZE in dieser Disziplin. Fast wie gemalt. Zeitweilig nicht unbedingt so realistisch wie die Wiedergabe über einen HD800S. Aber einfach nur sehr musikalisch. Schön.

HOCHTON

Der Hochtonbereich ist, ähnlich wie bei AUDEZE-Hörern auch, vom Hersteller bewusst leicht abgesenkt worden, höchstwahrscheinlich, um insbesondere die Langzeittauglichkeit zu erhöhen. Das Auflösungsvermögen ist dennoch sehr fein ziseliert und lässt keine Transparenz vermissen. Tonal liegt der HIFIMAN im direkten Vergleich mit dem AUDEZE LCD2F leicht auf der helleren Seite. Im Gegenzug wirken die Höhen aber immer angenehm, niemals aufdringlich und schmeicheln dadurch auch schlechteren Aufnahmen. Und davon existieren ja leider mehr als genug.

RÄUMLICHKEIT

Die räumliche Abbildung ist grundsätzlich auf einem guten Niveau, besonders bei der Staffelung in die Tiefe. Durch die leicht abgesenkten Höhen werden Raumreflexionen aber reduziert, was die Informationen bezüglich der tatsächlichen Raumgröße etwas einschränkt. Die Breitenstaffelung ist somit recht überschaubar, da Hallfahnen zudem relativ schnell abklingen. Mit der richtigen (röhrenbewehrten) Verstärkerauswahl kann diesem Effekt aber bei Bedarf entsprechend entgegengewirkt werden. Der LCD2F bildet die musikalischen Ereignisse ebenfalls mit hoher Abbildungsschärfe ab, möglicherweise sogar noch etwas genauer als der EDITION X, engt den Raum aber minimal stärker ein. Dies könnte eventuell der wesentlich stärkeren Bedämpfung der AUDEZE-Treiber geschuldet sein, der HIFIMAN spielt subjektiv offener.

Mein Fazit

Mein Fazit fällt heute vielleicht länger als gewöhnlich aus. Denn um die Frage zu klären, für wen dieser Kopfhörer tatsächlich geeignet ist, muss ich wahrscheinlich etwas weiter ausholen.

Zumindest kann ich dem Hersteller beipflichten, dass der HIFIMAN aufgrund seines hervorragenden Wirkungsgrades so gut wie mit allen erhältlichen KHV und DAP zusammenspielt. Ein kurzer Hörcheck, sowohl an meinem QUESTYLE QP1R als auch am OPPO HA2, ergab jedenfalls eine völlig ausreichende dynamische Kompatibilität bezüglich der Leistungsreserven der mobilen High-End-Komponenten.

Wovon ich allerdings ernsthaft abrate, ist die direkte Paarung mit LO-FI-Gerätschaften wie Smartphones oder Laptops. Ich habe diese Möglichkeit selbstverständlich auch in Erwägung gezogen und den EDITION X ernsthaft mit meinem iPHONE verbunden. Was soll ich sagen. Ich bevorzuge bekanntlich ja eher moderate Lautstärken. Aber dieses Kopfhörerjuwel mit integrierten Billigschaltungen von Handy-Amps zu quälen, dies grenzt fast schon an klanglicher Vergewaltigung. Also Jan, ganz ehrlich, dieser HIFIMAN ist ganz sicherlich zu Höherem berufen, als sein Dasein an schnöden Laptops zu fristen.

Mein Tipp: Wer (nur) über sein Handy qualitativ hochwertig Musik hören möchte und einen On- oder Over-Ear Hörer bevorzugt, dem empfehle ich ernsthaft eine aktive Lösung wie beispielsweise den AKG N90Q oder den neuen AUDEZE EL8 Titanium.

Also wer nun sollte sich den EDITION X denn jetzt näher anschauen? Wer bereits einen eher analytischen Kopfhörer wie beispielsweise einen AKG K-812 oder einen SENNHEISER HD800 sein eigen nennt, findet im EDITION X vielleicht einen sehr guten musikalischen Konterpart.

Als besonders interessant könnte sich der EDITION X aber auch für leidgeprüfte AUDEZE-Besitzer erweisen, denen das hohe Gewicht der LCD-Serie bislang schon immer ein Dorn im Auge war. Und auf die nicht unerhebliche Relevanz des Tragekomforts für das Hörvergnügen bin ich ja bereits im Vorfeld ausführlich eingegangen.

Aber auch der Musikliebhaber, welcher einfach nur entspannt seine klangvollen Schätzchen genießen möchte, auch gerne ältere Aufnahmen, findet im HIFIMAN vielleicht seine ideale Stand-Alone-Lösung. Und ganz ohne „Leistungsdruck“, morgen dem nächsten Kopfhörer-Gral nachjagen zu müssen. Zumal der EDITION X bekanntlich bei der Wahl seines Verstärkerpartners nicht sonderlich wählerisch ist und so viel Spielraum für zukünftige Experimente lässt.

Aber nichts ersetzt selbstverständlich den persönlichen Höreindruck.

Euer Fidelio



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