Lehmann Drachenfels

Test LEHMANN AUDIO DRACHENFELS

Heute möchte ich euch von einem kurzen Hörcheck zum neuen DRACHENFELS von LEHMANN AUDIO berichten.

Denn der kleine Verstärkerquader in der Gehäusegröße der Phono-Vorstufen des diplomierten Bergisch-Gladbacher Toningenieurs klingt nicht nur ganz hervorragend, sondern gestattet über die Nachrüstung optionaler Digitalplatinen (Streaming, DAC, Bluetooth, etc.) den sukzessiven Aufbau einer minimalistischen „All in one“ Lösung. Meiner Meinung nach eine äußerst praxisgerechte Lösung.

Der DRACHENFELS ist mit einem Preisschild von 499,- € in der Basisversion zudem eher günstig eingepreist, die zu einem späteren Zeitpunkt erscheinenden Zusatzmodule (zum Beispiel Wandlerkarte inklusive Rückwand) werden mit einem voraussichtlichen Verkaufspreis von 399,- € zu Buche schlagen.

Der DRACHENFELS ist im langjährig bewährten Schaltungslayout mit für LEHMANN typisch erlesenen, elektronischen Bauteilen in SMD Technik ausgeführt. Im Signalweg findet man beispielsweise ein ALPS Blue Velvet Potentiometer oder sündteure Glimmer- und MKP Kondensatoren vor, die gegenkopplungfreien Ausgangsstufen beeindrucken derweil mit drei parallel geschalteten und hochwertigen Transistorpärchen, welche durch eine Begrenzung der Erstgenannten auf 35 MHz außerordentlich schnell agieren sollen.

Die Stromversorgung des Verstärkers erfolgt über ein TDK-Schaltnetzteil, welches dabei eine interne Betriebsspannung von 12 Volt bereitstellt. Mit einem Ausgangswiderstand von 5 Ohm lassen sich die meisten Kopfhörer auch problemlos antreiben. Zwei parallel geschaltete 6,3 mm Klinkenbuchsen erlauben im Übrigen auch den gleichzeitigen Betrieb derselben. Eingangsseitig werden die beiden Chinch-Buchsen wiederum mit analogen Signalen von den entsprechenden Quellgeräten gespeist.

Die Verarbeitungsqualität ist somit zweifellos auf dem bekannt hohen Niveau der kleinen deutschen Manufaktur. Bereits in der Basisversion erhält der Kunde zusammenfassend einen bemerkenswerten Kopfhörerverstärker, aber auch eine minimalistische, wenngleich exzellente Vorstufe.

Vorbereitung

Als Spielpartner für den DRACHENFELS wähle ich auf der Kopfhörerseite den neuen AUDIOQUEST NIGHTOWL. Als Zuspieler fungiert der MERIDIAN DIRECT DAC, welcher seine digitalen Daten von meinem mit AUDIRVANA Software bestückten iMAC bezieht. Die musikalische Kost besteht wiederum aus den üblichen Verdächtigen aus Klassik, Rock, Pop und Jazz, die Verkabelung der jeweiligen Komponenten übernimmt NORDOST.

Klangtest

Der LEHMANN AUDIO DRACHENFELS spielt in Kombination mit dem neuen Kopfhörer der Amerikaner sehr akzentuiert und dynamisch auf und bleibt dabei jederzeit auf der neutralen Seite. Er pflegt dabei auch kleinste klangliche Strukturen und versieht sie mit exakt dem richtigen Maß an Kolorierung. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Der DRACHENFELS begeistert zudem mit seinem Gespür für exaktes Timing und einem dadurch bedingt wunderbaren musikalischen Fluss. Der Bass ist eher schlank gehalten, aber sehr konturiert und für die nicht gerade überbordenden Leistungsreserven des kleinen LEHMANN auch überraschend knurrig und druckvoll. Wenn ihm auch bei sehr hohen Abhörpegeln in den tiefsten Frequenzgefilden dann doch irgendwann ein klein wenig die Luft ausgeht.

Der Mitteltonbereich ist herausragend durchhörbar und beleuchtet auch kleinste akustische Details mit viel Hingabe. Stimmen und Instrumente werden sehr authentisch wiedergegeben. Der Übergang zu den hohen Tönen geschieht bruchlos und selbige werden, mit feiner Auflösung versehen, akkurat aufgedröselt und auch ohne klangliche Härten reproduziert.

Mein Fazit

Der DRACHENFELS ist in der Tat eine formidable Musikmaschine. Der modulare Aufbau ist mehr als nur begrüßenswert und schont zudem den Geldbeutel bezüglich kostspieliger Neuanschaffungen. Durch die neutrale aber dennoch involvierende Spielart eignet sich der LEHMANN zudem auch für ausgiebigste Hörsessions.

Insbesondere im Hinblick auf den ebenfalls sehr fairen Preis kann ich den DRACHENFELS jedem audiophil angehauchten Kopfhörerenthusiasten nur wärmstens für eine Hörprobe ans Herz legen.

Euer Fidelio



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