AUDEZE LCD2 CLASSIC

Test AUDEZE LCD2 CLASSIC

Da bin ich schon wieder. Heute mit einem Testbericht zum AUDEZE LCD2 Classic, einem weiteren neuen Ohrlautsprecher der < 1.000 Euro Klasse. Erst vor 2 Wochen habe ich den HIFIMAN SUNDARA für euch rezensiert und die offensichtliche Entwicklung der Hersteller begrüßt, Spitzentechnologien ihrer jeweiligen TOP-Kopfhörer mit nur minimalen Abstrichen in kleinere Modellreihen zu transferieren.

Auch die kalifornische Manufaktur AUDEZE hat wohl inzwischen die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und ihre berühmte LCD-Baureihe mit dem neuen LCD2 Classic preislich nach unten hin abgerundet. Der magnetostatische Kopfhörer, welcher ursprünglich nur für den amerikanischen Markt bestimmt war, bereichert ab Februar diesen Jahres auch das Sortiment des deutschen Importeurs AudioNEXT in Essen. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Carsten Hicking für die Bereitstellung meines aktuellen Testprobanden.

Der LCD2 C ist eine Hommage an den allerersten LCD2 von 2009, welcher im Speziellen die Erfolgsgeschichte des Herstellers AUDEZE begründete und im Allgemeinen einen wesentlichen Grundstein für die Entwicklung von magnetostatischen Flächenstrahlern legte.

Da der LCD2 auch zu meinen damaligen Favoriten zählte, war ich bereits im Vorfeld sehr gespannt, in wie weit der neueste Ableger der AUDEZE Legende in dessen Fußstapfen treten – oder vielleicht sogar neue klangliche Akzente setzen kann.

Verpackung & Ausstattung

Der AUDEZE LCD2 C wird ausgeliefert in einer relativ schmucklosen weißen Kartonage, eingebettet in einer dunkelgrauen und eher schlichten Schaumstoffeinlage. Dieses Verpackungsdesign erinnert mich schon irgendwie an die New Yorker Kopfhörerschmiede GRADO. Was jetzt natürlich eurerseits einen gewissen Interpretationsspielraum zulässt.

Aber sei es drum, die Verpackung verschwindet schließlich in den allermeisten Fällen sowieso in irgendeiner heimischen Abstellkammer. Geparkt wird das gute Stück schließlich eher auf einem veritablen und angemessenen Ständer aus edlem Holz.

Das abnehmbare und 2 m lange Anschlusskabel ist kopfhörerseitig nach wie vor mit den seit Jahren bekannt stabilen 4-poligen Buchsen versehen, auf der Seite des Spielpartners nimmt ein 6,3 mm Klinkenstecker Kontakt mit dem jeweiligen Kandidaten auf.

Die materialtechnische Ausführung des vollständig in schwarz gehaltenen Kabels wurde zwischenzeitlich geändert und optisch und haptisch an die aktuellen Originalstrippen der größeren Modelle LCD-MX4 und LCD4 angeglichen. Die exzellent verarbeitete Leitung gibt sich sehr geschmeidig bezüglich der Handhabung und produziert zudem auch keine mikrophonischen Effekte. Inwiefern das neue Kabel nunmehr den klanglichen Qualitäten zuträglich ist, konnte ich mangels entsprechender Vergleichsmöglichkeiten im Hörtest jedoch leider nicht ermitteln.

Die Ausstattung wird komplettiert durch eine individuelle Garantiekarte sowie einer Bedienungsanleitung in elektronischer Form, welche auf einem USB-Datenträger gespeichert wird. Leider fehlt ein Adapter auf 3,5 mm Miniklinke ebenso wie ein zweites Anschlusskabel für den symmetrischen Betrieb. Letzteres ist in dieser Preisklasse allerdings gerade noch zu verschmerzen.

Verarbeitung & Tragekomfort

Der AUDEZE LCD2 C ist nicht nur preisklassenbezogen sehr gut verarbeitet. Dies gilt in erster Linie für die handwerkliche Ausführung, die Materialauswahl lässt dagegen teilweise den Rotstift einer betriebswirtschaftlichen Kalkulation erkennen.

Im Gegensatz zum Urvater aller modernen Magnetostaten bestehen die Treibergehäuse jetzt aus einem mattschwarz beschichteten und hochfesten glasfaserverstärkten Nylongewebe, welches AUDEZE selbst als „Crystal Infused Nylon“ bezeichnet. Und nach Aussage des Herstellers verzeichnen die neuen Gehäuse bezüglich der Resonanzfreiheit höchstwahrscheinlich sogar akustische Vorteile gegenüber den ursprünglichen Schalen aus Bambus- oder Rosenholz – schöner und hochwertiger wirken IMO aber dennoch die Letztgenannten.

Auch die leicht angewinkelten Ohrpolster sowie das Kopfband sind in der Neuauflage des LCD2 aus einem pflegeleichten und sehr anschmiegsamen Proteinleder gefertigt, welche in der praktischen Anwendung natürlich keinerlei Nachteile mit sich bringen. Ganz im Gegenteil – durch die neuen Memory-Foam Einsätze bleiben die weichen Schaumpolster erheblich länger formstabil und auch die breitere Auflagefläche des neu gestalteten und leicht gepolsterten Kopfbandes, ganz im Stil des LCD4, führt zu einem spürbar gesteigerten Tragekomfort.

Aber natürliche Materialien wie echtes Leder fördern eben mitunter das sinnliche Erlebnis. Insbesondere bei HIFI Gerätschaften, wo selbige direkten Kontakt mit ihrem Besitzer aufnehmen. Man muss dem neuen LCD2 C allerdings zugute halten, dass gelegentliche Verarbeitungsschwächen der früheren Modellreihen, wie beispielsweise unsauber geklebte oder völlig unsymmetrisch genähte Ohrpolster, beim kleinsten Vertreter der LCD-Baureihe nunmehr der Vergangenheit anzugehören scheinen.

Abschließend muss dem AUDEZE LCD2 C trotz des nicht unerheblichen Gewichtes von 530 Gramm ohne Kabel (nachgewogen!), eine hohe Langzeittauglichkeit attestiert werden.

Der Anpressdruck ist dazu nahezu optimal gewählt, die klassische Einstellmöglichkeit des Kopfbandes via verschiebbarer und gerasterter Stahlstangen lässt zudem eine feinstufige Anpassung an die jeweilige Kopfgröße zu. Die Aussparungen innerhalb der Ohrmuscheln sind weiterhin sehr großzügig bemessen und bieten auch großen Ohren ausreichend Platz.

Der Tragekomfort des LCD2 Classic ist demzfolge angenehm hoch und vermittelt gleichsam das typisch satte AUDEZE-Feeling.

Technik

Im LCD2 C kommen neue Treibermembranen zum Einsatz, welche sich im Vergleich zum LCD2 Pre-Fazor durch eine nochmals verringerte Materialstärke auszeichnen sollen, was theoretisch natürlich zu einem besseren Impulsverhalten beiträgt. Der doppelseitig angeordnete Antrieb verwendet zudem eine Neodym-Magnetstruktur in der neuesten N50 Ausführung, welche laut AUDEZE für eine relativ hohe Flussdichte sowie eine überragende Effizienz verantwortlich zeichnet.

Ebenso wie beim neuen LCD-MX4 verzichtet die kalifornische Manufaktur auch beim LCD2 C überraschenderweise auf die patentierten FAZOR-Elemente der übrigen LCD-Modelle und gleicht den Classic somit wiederum an die ursprüngliche technische Ausführung der allerersten Serie von 2009 an.

Aufgrund eines hohen Wirkungsgrades von 101 db/mW und der noch ausreichend niedrigen Impedanz von 70 Ohm, kann der LCD2C angeblich problemlos auch mit kräftigeren DAP kombiniert werden. Zumal der Hersteller diesbezüglich eine minimale Leistungsanforderung von lediglich 100 mW/Kanal in den technischen Daten des Kopfhörers ausweist.

Nun gut, dies werde ich in der folgenden Rezension auf jeden Fall noch genauer überprüfen und gegebenenfalls dann ja auch verifizieren können.

Vorbereitung

Der AUDEZE LCD2 Classic wird vor Beginn meiner Rezension zunächst 150 Stunden sorgfältig eingespielt. Denn insbesondere magnetostatische Flächenstrahler benötigen meiner Erfahrung nach eine gewisse Zeit, bevor die großflächigen Membranen tatsächlich ihr volles klangliches Potential entfalten.

Als Spielpartner wähle ich primär den METRUM ACOUSTICS AMETHYST, welcher von meinem IMAC mit optimierter Audirvana-Software über ein AUDIOQUEST CINNAMON Digitalkabel mit HIGH-RES Datenmaterial beschickt wird.

Um die Möglichkeiten der mobilen Nutzung zu evaluieren, teste ich selbstverständlich ebenso das Zusammenspiel mit meinem QUESTYLE QP2R als typischen Vertreter aus der DAP Fraktion. Und wieder einmal dienen mir die üblichen Verdächtigen aus Pop, Rock, Klassik und Jazz zur klanglichen Einschätzung der einzelnen Kombinationen.

Weitere Informationen zum neuen AUDEZE LCD2 Classic erhaltet ihr natürlich auch auf den Seiten des Herstellers: https://www.audeze.com/products/lcd-collection/lcd2-classic

Klangtest

Doch nicht schon wieder so ein Überflieger wie der HIFIMAN SUNDARA?

Nun, um jetzt direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Genau so ist es. Und ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich an dieser Stelle behaupte, dass der LCD2 C bezüglich des Preis-Leistungs-Verhältnisses einer der besten Kopfhörer ist, welchen AUDEZE bislang produziert hat.

Denn der Classic greift die Tugenden der ersten LCD2 Serie, insbesondere die organisch-substanzielle Reproduktion von Musik, wieder neu auf, versieht sie aber im positiven Sinne mit mehr Drive, indem er die insgesamt sehr homogene Wiedergabe des Urmodells durch eine wohl dosierte Prise Hochtonenergie ergänzt. Dabei schlägt der Classic auch ein minimal höheres Tempo an, als der wahrlich nicht lethargische Erstentwurf.

Der Bassbereich zählte schon immer als die Paradedisziplin der AUDEZE Kopfhörer. Und auch der LCD2 C macht hier selbstverständlich keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Der Frequenzkeller wird bis in die kleinste akustische Ecke penibel ausgeleuchtet. Die Tiefbassfähigkeiten des Kopfhörers sind einfach überragend, nicht nur preisklassenbezogen. Glücklicherweise verzichtet AUDEZE auf eine Überhöhung des Mid- und Oberbassbereiches und dickt infolgedessen den generell erdigen Grundton nicht unnötig mit ein. Dennoch kickt es je nach gewählter Musikrichtung schon ganz gewaltig.

Typisch für die kalifornischen Ohrlautsprecher baut auch die klangliche Signatur des LCD2 C generell auf einem sehr plastischen Mitteltonbereich auf. Grundton und Mitten vermitteln dazu ein relativ hohes Maß an Authentizität sowie ein leicht warmes Timbre und verleihen Stimmen und Instrumenten jederzeit genügend Schmelz und Substanz.

Da der Kopfhörer im Mitteltonbereich weitgehend linear sowie auch überwiegend neutral agiert, werden musikalische Ereignisse punktgenau abgebildet und überzeugen zudem mit einer präzisen Ortbarkeit. Die Transparenz liegt dabei auf einem zwar recht ordentlichen, aber nicht hervorragendem Niveau. Der hörsensitive obere Mitteltonbereich offenbart allerdings auch eine leichte Präsenzschwäche des AUDEZE Kopfhörers. Eine minimale Überhöhung im Frequenzverlauf verleiht insbesondere Streich- und Blasinstrumenten bei klassischer Musik zuweilen eine etwas anstrengende Note. Nicht besonders dramatisch, aber IMO dennoch erwähnenswert.

Diese etwas vordergründige Spielart im Übergang zum Hochtonbereich tritt höchstwahrscheinlich überhaupt nur deshalb akustisch zutage, weil dieser, wiederum typisch für die Kopfhörer der LCD-Serie, im weiteren Frequenzverlauf sukzessive abfällt, um schließlich bei 5.000 Hz noch einmal hörbar in das Obertonspektrum zu expandieren. Und obwohl der Hochton somit abstimmungstechnisch bedingt natürlich zu keiner Zeit dominant erscheint, der Kopfhörer insgesamt betrachtet also eher rezessiv und darüber hinaus sehr seidig aufspielt, erlangt der AUDEZE durch die bereits erwähnte Prise in den obersten Höhen eine gewisse Luftigkeit im Klangbild.

Nachhallfahnen beispielsweise erhalten einen durchaus realistischen Charakter und vermitteln infolgedessen auch eine sehr gute Räumlichkeit. Wobei dem AUDEZE die Abbildung in die Tiefe ganz ausgezeichnet gelingt, die Bühnenabbildung dagegen aber nicht allzu exzessiv gerät. Die Kritik potentieller Käufer von HIGH-END Kopfhörern über die letzten Jahre hat den amerikanischen Hersteller offenbar zwischenzeitlich dazu bewogen, die ursprünglich gewählte klangliche Ausrichtung der LCD-Serie neu zu überdenken und so den Ohrlautsprechern einen etwas helleren Anstrich zu verleihen.

Um dies nicht falsch zu verstehen. Selbstverständlich ist auch der LCD2 Classic grundsätzlich ein eher dunkel timbrierter Kopfhörer. Dies muss man mögen. Klangliche Verfechter eines SENNHEISER HD800 oder AKG812 PRO werden in den allermeisten Fällen mit der Signatur eines AUDEZE wohl nicht allzu viel anfangen können. Jetzt nicht und wahrscheinlich auch nicht in 100 Jahren.

Bezüglich der Leistungsanforderung des LCD2 C kann im Übrigen nur zum Teil Entwarnung gegeben werden. Zwar lässt sich der Kopfhörer tatsächlich relativ problemlos mit meinem QUESTYLE QP2R betreiben, allerdings müssen bezüglich der dynamischen Qualitäten im mobilen Einsatz leichte Abstriche gemacht und selbigen eine gewisse Genügsamkeit attestiert werden.

Obgleich bis zu bereits gehobenen Lautstärken keine signifikanten Kompressionseffekte festzustellen sind. Es fehlt insbesondere in dynamischen Passagen halt nur ein wenig an „Durchschlagskraft“, beispielsweise bei Live-Mitschnitten von Pop- oder Rockkonzerten. Und nur der Vollständigkeit halber – Smartphones gehen selbstverständlich gar nicht.

An meinem METRUM ACOUSTICS AMETHYST dagegen, welcher mit einer Leistung von immerhin 2 x 1.000 mW aufwartet, beeindruckt der LCD2 Classic mit einer herausragenden Grob- und Feindynamik und vermittelt gerade in den oben genannten Musikgenres unglaublich viel Hörspaß.

Apropos Spaß. Konzentrierte Testsitzungen, welche im Rahmen meiner Rezensionen natürlich zeitlich beschränkt eingeplant werden müssen, uferten mit dem LCD2 C oftmals in stundenlange und ausgiebige Hörabende aus. Ein Musikalbum reihte sich förmlich an das Nächste. Was grundsätzlich immer ein sehr gutes Zeichen ist. Für den Kopfhörer.

Der AUDEZE LCD2 Classic nachfolgend noch einmal in der Kurzübersicht:

BASS

Sehr kontrollierter Bassbereich, knurrig trocken und mit ausgezeichnetem Tiefgang. Hohe Impulstreue. Hervorragender Kickbass bei entsprechender Leistungszufuhr.

GRUNDTON

Erdiger Grundton mit viel Substanz und guter Struktur. Perfekte Anbindung an den oberen Bassbereich.

MITTELTON

Plastischer Mitteltonbereich mit sehr schönen Klangfarben und leicht warmem Timbre. Allerdings auch minimal verhangen mit eingeschränkter Transparenz. Etwas zu vordergründig in den oberen Mitten.

HOCHTON

Sanft abfallender Hochtonbereich bei dennoch sehr gutem Auflösungsvermögen, insbesondere in den obersten Lagen. Unauffällige Wiedergabe von Sibilanten. Langzeittauglich.

RÄUMLICHKEIT

Großartige Tiefenstaffelung bei einwandfreier Ortbarkeit von Stimmen und Instrumenten. Keine exzessive Abbildung in die Breite, aber dennoch auf einem untadeligen Niveau.

DYNAMIK

An Mobilgeräten leicht eingeschränkte Dynamik. An adäquaten KHV dagegen beeindruckende dynamische Qualitäten, insbesondere bei Pop- und Rockmusik. Hoher Spaßfaktor bei Live-Aufnahmen. Sehr gutes Timing.

Mein Fazit

AUDEZE ist es gelungen, die phänomenalen Bassqualitäten der allerersten LCD2 Serie nahezu verlustfrei auf ihr neuestes Derivat zu übertragen und alte musikalische Qualitäten neu zu beleben. Dazu besticht der LCD2 Classic mit den für magnetostatische Flächenstrahler typischen satten und wunderbaren Klangfarben im Mitteltonbereich.

Durch den leicht verhaltenen Pegel im Hochton pflegt der AUDEZE zudem einen sanften Umgang mit Sibilanten und ermöglicht dem Zuhörer somit ein langzeittaugliches und entspanntes Hörvergnügen. Betrachtet man die Preisgestaltung des AUDEZE LCD2 C mit einer UPE von 899,- Euro und setzt diese in das Verhältnis zur gebotenen Performance des Kopfhörers, so kann den Kaliforniern nur zu einem großartigen Wurf gratuliert werden.

Denn der LCD2 Classic repräsentiert IMO nicht nur einen der besten Ohrlautsprecher in diesem Preissegment, sondern verkörpert auch die durchaus erschwingliche Essenz aus 10 Jahren klangtechnischer Entwicklung des Herstellers im HIGH-END Kopfhörersegment.

Für mich ist der AUDEZE LCD2 Classic abschließend betrachtet derzeit einer der überzeugendsten AUDEZE Modelle überhaupt und erhält selbstverständlich meine Kaufempfehlung. Dennoch sei AUDEZE Neulingen vor einem potentiellen Erwerb desselben eine entsprechende Hörprobe empfohlen, um ihre persönlichen Präferenzen mit der Klangsignatur des Magnetostaten abzugleichen. Für Fans der Marke ist der LCD2 Classic allerdings ein Muss.

Euer Fidelio



RELATED POSTS


COMMENTS18

  1. Hallo Wolfgang,

    das ist ja wieder mal ein ausgezeichneter und absolut aktueller Testbericht über einen Kopfhörer der bezahlbaren Preisklasse und dann noch von der Nobelfirma Audeze. Es freut mich, daß der Bericht so positiv, jedoch auch mit kritischen Anmerkungen ausfällt. Was mir jedoch nicht ganz klar ist, warum kann er nicht auch als Ergänzung zu einem AKG K812 quasi als Kontrast mit einer etwas anderen Klangsignatur gehört werden? Außerdem würde mich interessieren, kommt er mit einem Chord Hugo klar? Denn der Wirkungsgrad ist ja mit 101 db/mw ganz gut. Allerdings bei 70 Ohm Impedanz. Aber meines Erachtens müsste das doch mit dem Hugo oder CEntrance HiFi M8 ganz gut funktionieren, wenn man nicht gerade den Schallpegel eines startenden Düsenjägers wiedergeben will. Das interessante an diesem Modell ist nämlich noch das relativ geringe Gewicht, das doch einiges unter dem der bisherigen Modelle liegt. Das lässt vermuten, daß er sich auch langzeittauglich tragen lässt.

    viele Grüße

    Hans-Joachim

    • Hallo Hans
      selbstverständlich kannst du den LCD2 Classic IMO auch als Kontrastprogramm zu einem hell timbrierten KH, wie dem 812 PRO einsetzen. Der HUGO2 leistet laut Aussage von CHORD 740 mW/33 Ohm und sollte demzufolge im Zusammenspiel mit dem AUDEZE vor keinerlei Probleme gestellt werden.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  2. Hallo Wolfgang,

    besten Dank für Deine Antwort zum Audeze LCD2 Classic. Aber eine Frage hätte ich noch. Wir sind ja hier im Forum in der glücklichen Situation, daß Du auch den LCD-MX4 getestet hast. Der ist ja fast auf gleichem Gewicht wie der LCD 2, hat mit 105db/mw einen noch besseren Wirkungsgrad und das bei 20 Ohm Impedanz und müsste demzufolge relativ leicht zu betreiben sein. Er steht ja dem Flaggschiff LCD 4 sehr nahe. Mich würde jetzt interessieren, wie groß sind denn klanglich die Abstände zwischen LCD MX4 und LCD2 Classic.
    preislich sind die Unterschiede ja gewaltig: 3 700,-€ zu 900,-€. Sind sie klanglich genau so weit auseinander, oder sind sie sich da wesentlich näher?
    Vielleicht kannst Du dazu ein paar erklärende Sätze schreiben

    viele Grüße

    Hans-Joachim

    • Hallo Hans,
      der LCD2 Classic und der LCD-MX4 sind klanglich jedenfalls wesentlich näher beieinander, als es der tatsächliche Preisunterschied suggeriert. 😉
      Der MX4 löst noch ein wenig besser im Mitteltonbereich auf, läßt den Peak bei 1.500 Hz gänzlich aus und ist zudem auch noch etwas besser verarbeitet als der LCD2 C, insbesondere bezogen auf die gewählten Materialien.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  3. Hallo Wolfgang,

    herzlichen Glückwunsch zu einem wieder einmal unaufgeregten und sehr ausführlichen Test! Lese/Höre immer wieder gerne bei Dir mit….
    Wie würdest Du den neuen Classic einsortieren neben dem Mrspeakers Aeon oder den neuen Sundara von Hifiman wenn man unter 1000€ bleiben möchte?
    Bevorzugte Musik ist bei mir der Prog/Rock, gerne auch Akustik Versionen….

    Mach weiter so und Grüße aus Köln
    Stephan

    • Hallo Stephan,
      wenn du musikalisch vorwiegend in die rockige Ecke tendierst, würde ich dir wahrscheinlich eine ausführliche Hörprobe des LCD2 C ans Herz legen. Der AEON FLOW (Open) spielt zwar etwas neutraler und auch tonal besser ausbalanciert als der AUDEZE auf, erreicht aber nicht dessen mitreißende Dynamik, insbesondere im Bassbereich.
      Der SUNDARA sortiert sich klanglich dazwischen ein und wäre somit, bezüglich seines Preis-Leistungs-Verhältnisses, wahrscheinlich die beste Wahl.
      Dennoch würde ich natürlich immer dazu raten, dir in einem persönlichen Hörtest dein ganz eigenes Urteil zu bilden.
      Einen Fehler machst du aber in deiner bevorzugten Musiksparte mit keinem dieser drei Kopfhörer.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  4. Vielen Dank Wolfgang! Ich werde das auf der Audiovista entsprechend testen….und hoffentlich laufen wir uns dort einmal über den Weg!!!

    Bis dahin viele Grüße
    Stephan

  5. Mich würde interessieren wie groß der klangliche Unterschied zwischen den aktuellen LCD2 und den LCD2 Classic ist.

    • Hallo Paul,
      der LCD2 C greift die klangliche Signatur der allerersten Pre-Fazor Serie wieder auf. Im Vergleich zum aktuellen LCD2 verfügt der Classic IMO über einen leicht ausgeprägteren Tiefbass mit ein wenig mehr Attacke. Minimal höheres Tempo als der LCD2 Fazor. Der LCD2 F kontert mit der etwas besseren Transparenz im Mitteltonbereich sowie einer geringfügig breiteren Abbildung der virtuellen Bühne.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  6. Danke Wolfgang für die schnelle Antwort, ich habe einen Hifiman HE 1000 V2 und einen Pioneer Master 1 zu Hause aber ich höre viel Rock oder Metal und oftmals ist eine sehr höhe Auflösung nicht ideal da viele Alben nicht besonders gut gemastert sind. Im Internet sah ich das der LCD2 Fazor aktuell zu einen ähnlichen Preis wie der LCD2 Classic zu haben ist, beim LCD2 Fazor ist die massive Box dabei, sieht gut aus aber wirklich brauchen wir man die wohl nie, denke ich.

    Liebe Grüße
    Paul

  7. Sorry, für die mglw laienhafte Frage:
    Du schreibst, dass ein zusätzliches, symmetrisches Kabel nicht mitgeliefert wird. Darf man davon ausgehen, dass der Test dann auch mit dem unsymmetrischen Kabel erfolgt ist?! Wenn ja, würde es symmetrisch dann (noch) besser?
    Und in diesem Zusammenhang noch eine allgemeinere Frage: Mein Verstärker hat „nur“ einen nicht symmetrische Kopfhörerausgang. Ist das klanglich nachteilig oder egal?

    Liebe Grüße und danke für die tolle Seite und die super Infos (alles sehr schön aufbereitet, gestaltet und redaktionell umgesetzt — einfach sehr, sehr schön)

    Liebe Grüße
    Thomas

    • Hallo Thomas,
      mein Klangtest wurde nur in der unsymmetrischen Anschlußvariante durchgeführt, da mir auch kein entsprechendes symmetrisches Kabel zur Verfügung stand.
      Eine hörbare klangliche Verbesserung ergibt sich, wenn überhaupt, IMO nur dann, wenn auch der verstärkende Spielpartner einen vollsymmetrischen Aufbau aufweist.
      Oft obliegt man auch einfach nur einer akustischen Fehleinschätzung aufgrund des höheren Ausgabepegels im symmetrischen Betrieb. Nicht immer muss dies klangtechnisch die bessere Lösung sein.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  8. Danke für das Super Review,

    Könntest du ein paar Worte zum Vergleich mit den LCD X verlieren?

    Beste Grüße,
    Matthias

    • Hallo Matthias,
      klanglich spielen beide AUDEZE’s nahezu auf Augenhöhe. Der LCD-X agiert vielleicht noch ein wenig transparenter, der LCD2 C verfügt aber über ein leicht kohärenteres Klangbild. Beide KH sind derzeit zu einem relativ günstigen Preis erhältlich. Der LCD-X ist bezüglich der Materialauswahl minimal hochwertiger verarbeitet, der LCD2 C besitzt allerdings den höheren Tragekomfort, insbesondere aufgrund des erheblich bequemeren Kopfbandes. Mir persönlich sagt der LCD2 Classic musikalisch etwas mehr zu. Du machst aber mit beiden Kandidaten nichts falsch, wenn du den AUDEZE Sound grundsätzlich präferierst.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

  9. Danke für die kurze Erläuterung, leider ist wohl nur noch der LCD – X vergünstigt zu haben.
    Den LCD 2C konnte Ich nur noch zum Vollpreis von 900€ finden. (Dafür dann aber wohl mit Transportcase)

  10. Lieber Herr Hackhausen,

    ich finde Ihren Blog klasse! Aufgrund der tollen Bewertungen des LCD2C habe ich mir selbigen vor zwei Wochen zugelegt und bin sehr begeistert. Weiterhin besitze ich einen T1 und HD700. Nun zu meiner eigentlichen Frage: Könnten Sie mir evtl. sagen welchen der folgenden Kandiidaten Sie am besten erachten bzw. einen dac/amp im ca. 1000- 2500€ Bereich empfehlen?
    RME-ADI 2
    Hugo 2
    Sony TA-ZH1EL
    Beyerdynamic A2
    Eine Antwort würde mir unglaubliche Freude bereiten! Danke für Ihre Zeit!

    Beste Grüße
    Stephan

    • Hallo Stephan,
      herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung.
      Der LCD2 Classic ist ein absoluter Ausnahmekopfhörer in seinem Preissegment. Besonders geeignete Spielpartner für den AUDEZE sind IMO sowohl der RME als auch der CHORD. Beide KHV besitzen eine ausgezeichnete DAC-Sektion, welche tonal hervorragend mit der klanglichen Signatur des LCD2 Classic harmoniert. Auch leistungstechnisch bist du mit beiden Verstärkern auf der sicheren Seite.
      Ich hoffe, ich konnte dir so weiter helfen.
      Lieben Gruß
      Wolfgang

      • Lieber Wolfgang,
        danke für die schnelle Antwort! Dann wird es wohl einer der beiden werden um meinen derzeitigen Aune S16 abzulösen.
        Beste Grüße
        Stephan


LEAVE A COMMENT