Test ZMF VERITE

Da bin ich wieder. Mit dem allerersten Testbericht im neuen Jahr. Und heute rezensiere ich nun endlich auch den neuen TOTL-Kopfhörer von Zach Mehrbach – den ZMF VERITE.

Bereits auf der AUDIOVISTA im Herbst vergangenen Jahres konnte ich das aktuelle Spitzenmodell von ZMF einem allerersten Hörcheck unterziehen. Leider erlaubte es mir das eher ungünstige akustische Umfeld in Krefeld aber nicht, eine verläßliche Aussage bezüglich der tatsächlichen klanglichen Qualitäten des VERITE zu treffen. 

Ich bin sowieso der Ansicht, daß Hörproben auf diversen Messen nur einer grundsätzlichen Orientierung dienen können und keinesfalls geeignet sind, den wahren musikalischen Charakter eines Ohrlautsprechers vollständig zu ergründen.  

Und so blieben die zahlreichen Fragen von Besuchern der AUDIOVISTA, insbesondere hinsichtlich eines potentiellen Vergleiches zum ZMF AUTEUR, bedauerlicherweise zunächst einmal unbeantwortet.

Aus diesem Grunde konnte ich das Angebot von Thomas Halbgewachs, der deutschen Distribution von ZMF-Headphones, natürlich nicht ablehnen, dem VERITE einmal in aller Seelenruhe in den heimischen vier Wänden auf den klanglichen Zahn zu fühlen. Übrigens vielen Dank noch einmal von mir an dieser Stelle. 

Außerdem war ich selbstverständlich auch mehr als neugierig, ob der ZMF VERITE tatsächlich in der Lage wäre, den bereits von mir rezensierten ZMF AUTEUR in seine musikalischen Schranken zu verweisen. Immerhin hatte der  dynamische Kopfhörer erst vor Kurzem den Sprung in meine persönlichen TOP10 geschafft.    

Nun – wir werden es wohl hier und heute herausfinden.  

Verpackung & Ausstattung

Der ZMF VERITE wird bereits in Serie in der gleichen edlen Holzbehausung ausgeliefert, welche schon bei den Sondermodellen des AUTEUR für die entsprechende Noblesse sorgte. 

Und obgleich die handwerklich perfekt verarbeitete Mahagoni-Box durchaus geeignet wäre, gegebenenfalls vorhandene Vitrinen eindrucksvoll zu schmücken, bin ich persönlich kein großer Verfechter dieses Verpackungstrends. Ich ziehe es für gewöhnlich vor, wenn die Hersteller das zur Verfügung stehende Gesamtbudget lieber direkt in das eigentliche Produkt investieren – oder wahlweise den Preis reduzieren.

Aber nichtsdestotrotz wird es jedem Gralsritter des feinen Klanges sicherlich dennoch große Freude bereiten, bereits die erste Inaugenscheinnahme des kostspieligen Neuerwerbs auch entsprechend zelebrieren zu können. 

Nach dem Öffnen der edlen Schatulle bietet sich nämlich das schon vom ZMF AUTEUR bekannte Bild – der Kopfhörer ist ringsum in weichem Schaumstoff eingebettet und wartet somit gut geschützt auf seinen ersten Einsatz. Ein wahrlich schöner Anblick.

Das Zubehör wiederum folgt eher der spartanischen Lehre und beschränkt sich in erster Linie auf ein abnehmbares OFC-Kupferkabel in 2 m Länge nebst einem sehr sorgfältig konfektionierten 6,3 mm Klinkenstecker. Wer seinen musikalischen Schätzchen lieber symmetrisch lauschen möchte, kann optional aber ebenso eine XLR- oder 2,5 mm Verbindungsvariante beim deutschen Vertrieb ordern. Die Länge ist zudem frei wählbar. 

Darüber hinaus legt Zach Mehrbach dem ZMF VERITE einen klanglich adäquaten, zweiten Ohrpolstersatz bei. Über die unterschiedlich dimensionierten Öffnungen können so persönliche Hörpräferenzen bedient werden. 

Die im Serienzustand bereits montierten Verite-Pads sind IMO klanglich etwas linearer abgestimmt, weshalb ich selbige im nachfolgenden Klangtest bevorzuge. Denn die etwas großzügiger ausgeschnittenen Universal-Pads vermitteln zwar mitunter ein minimal großzügigeres Raumgefühl, verbiegen den Frequenzgang aber gleichsam ein wenig in Richtung Badewanne – und bekanntlich ist dies ja nicht unbedingt mein Fall.  

Verarbeitung & Tragekomfort

Speziell für einen vollständig von Hand gefertigten Kopfhörer ist die Verarbeitungsqualität des ZMF VERITE überdies (wieder einmal) ganz ausgezeichnet. 

Nicht nur die Auswahl der eingesetzten natürlichen Materialien, wie beispielsweise die relativ leichten und paarweise selektierten SILKWOOD-Holzschalen für die Treibergehäuse, oder das sehr weiche Schafsleder der perforierten Ohrpolster wirkt dabei extrem hochwertig – auch die Verarbeitungsgüte ist nicht nur in dieser Preisklasse über jeden Zweifel erhaben.  

Dies beginnt bei der peniblen akustischen Angleichung der dynamischen Treiber sowie deren exakte Positionierung in den vorgesehenen Gehäusen, reicht über exakte Fräsungen der zahlreichen Belüftungsöffnungen und endet noch lange nicht bei der erstklassigen Hochglanzlackierung.   

Wie alle dynamischen ZMF Kopfhörer wird auch der VERITE übrigens erst nach erfolgter Bestellung vom Meister höchstpersönlich für jeden einzelnen Kunden angefertigt, individuelle Wünsche können dadurch natürlich sehr viel einfacher berücksichtigt werden.  

Die Kopfbügelkonstruktion des VERITE ist mit der des AUTEUR identisch, der vollständig mit Leder umnähte Federstahlbügel wird an der Unterseite durch ein zusätzlich angebrachtes Lederband gedoppelt, wodurch der Tragekomfort nochmalig gesteigert wird. 

Zumal sich der Druck äußerst gleichmäßig auf dem Kopf verteilt und sich dadurch auch das Gesamtgewicht von immerhin 430 g relativiert. Meine Ohren finden zudem immer genügend Platz in beiden Hörmuscheln, ohne diese an irgendeiner Stelle zu berühren. Der Anpressdruck ist dazu vortrefflich gewählt.

Die Anpassung an die jeweilige Kopfgröße erfolgt über beidseitig angebrachte Schubstangen, welche mich bereits beim AUTEUR nicht sonderlich überzeugen konnten. Die Verstellung erfolgt recht hakelig und ist darüber hinaus mit einigem Kraftaufwand verbunden. 

Sei’s drum. Glücklicherweise beschränkt sich die Einstellarbeit ja zumeist auf einen einmaligen Vorgang. Ist der ZMF VERITE erst einmal in die richtige „Form“ gebracht, steht langen und entspannten Hörabenden IMO nichts mehr im Wege. 

Technik

Im Gegensatz zu den bisherigen Modellen setzt ZMF beim VERITE zum allerersten Mal den Werkstoff Beryllium für die nach wie vor 50 mm messenden Treibermembranen des dynamischen Kopfhörers ein.

Die Membranen bestehen, im Gegensatz beispielsweise zum FOCAL UTOPIA, aber nicht vollständig aus dem edlen Werkstoff, die leichten Polyethylennaphthalat-Treiber werden lediglich mit aufgedampften Beryllium beschichtet. 

Diese nunmehr hochsteife Verbindung vermeidet nach Zach Mehrbach’s Aussage den leicht metallischen „Farbton“ reiner Beryllium-Treiber und orientiert sich klanglich eher an der organischen Tonalität von Zellulose-Membranen. Das Metall-Kunststoff-Konglomerat soll somit die positiven Eigenschaften aus beiden Welten kombinieren – zugunsten eines perfekten Dynamikverhaltens und hoher Impulstreue.   

Nicht zuletzt dürften IMO aber auch wirtschaftliche Überlegungen eine nicht unerhebliche Rolle hinsichtlich der Materialauswahl gespielt haben – denn Beryllium ist schließlich eine recht kostspielige Wahl.    

Der ZMF VERITE unterscheidet sich aber auch hinsichtlich der Positionierung der Beryllium bewehrten Konusmembranen von den übrigen dynamischen Modellen der kleinen Manufaktur aus Chicago – denn die Treiber werden erstmalig in einem Winkel von 30° und außerdem etwas nach hinten versetzt montiert, um so einen besseren dreidimensionalen Eindruck zu erzielen.

Außerdem verfügt der VERITE im Vergleich zum ebenfalls halboffen aufspielenden AUTEUR über wesentlich mehr „Belüftungsöffnungen“. Während sich Letztgenannter mit jeweils fünf mehr oder weniger großen Löchern auf beiden Außenseiten der Treibergehäuse begnügt, wuchert der somit offenste ZMF-Kopfhörer aller Zeiten mit sage und schreibe achtzehn (5 + 13) Aussparungen pro Ohrmuschel. 

Auch der ZMF VERITE besitzt im Übrigen eine Impedanz von 300 Ohm und eignet sich demzufolge ganz hervorragend für das Zusammenspiel mit klanglich adäquaten Röhrenverstärkern. Aufgrund des recht hohen Wirkungsgrades von 99 dB/mW läßt sich der Kopfhörer sogar problemlos mit mobilen Gerätschaften betreiben, eine entsprechende Strom- und Spannungsstabilität natürlich vorausgesetzt. 

Vorbereitung

Bereits die erste Hörprobe auf der AUDIOVISTA in Krefeld ließ mich vermuten, daß der neue TOTL-Kopfhörer von ZMF zukünftig eine gewichtige Rolle im Klangolymp für sich beanspruchen könnte. 

Demzufolge rezensiere ich den VERITE zunächst in Kombination mit dem ausgewiesenen Preis-Leistungs-Hit QUESTYLE CMA400i und dem äußerst praktischen – weil transportablen – Röhrenverstärker WOO AUDIO WA8 ECLIPSE, welche beide idealerweise bereits über einen implementierten DAC verfügen. 

Die Komponenten erhalten ihr musikalisches Testprogramm von einem mit AUDIRVANA+ Software optimierten APPLE IMAC, ein AUDIOQUEST CARBON USB-Kabel sorgt dabei für die entsprechende Verbindungsqualität.

Der amerikanische Ohrlautsprecher erhält aber selbstverständlich auch einige Spielzeit an meinem RIVIERA AIC10, um gegebenenfalls die akustischen Grenzbereiche des ZMF auszuloten. Der ausgewiesene Weltklasseverstärker bezieht die D/A-gewandelte Kost vom klanglich angemessenen BAKOON DAC21 über eine lediglich 0,60 m lange und hochwertige AUDIOQUEST YOSEMITE Chinch-Verbindung. 

Als Signalquelle dient mir in diesem Fall mein AURALIC G1, welcher seine digitalen Daten über eine externe SSD-Festplatte, primär in High-Res-Auflösung, aber auch direkt gestreamt über QOBUZ erhält. 

Zur klanglichen Einschätzung meines neuen Testkandidaten kommen natürlich einmal wieder die üblichen Verdächtigen zum Einsatz – mir bestens bekannte Hörbeispiele aus den Bereichen Rock, Pop, Blues, Jazz und Klassik.

Weitere Informationen zum ZMF VERITE erhaltet ihr übrigens auch auf der Homepage des Herstellers: http://www.zmfheadphones.com oder auch beim deutschen Vertrieb Headphone Company unter: https://headphonecompany.com 

Klangtest

Bereits bei den ersten Takten Musik im Zusammenspiel mit dem QUESTYLE CMA400i wird mir klar, dass auch der VERITE die musikalisch eingeschlagene Linie des Meisters fortführt und somit ziemlich eindeutig als typischer Kopfhörer der Marke ZMF zu identifizieren ist. Was ausdrücklich als Kompliment zu verstehen ist.

Dem halboffenen VERITE gelingt es dabei in faszinierender Art und Weise, einen fest definierten Klangraum rund um den Zuhörer zu schaffen, welcher überdies einen hervorragenden Spagat zwischen einer sehr intimen Atmosphäre und einer gleichsam ausreichenden Expansion in Breite und Tiefe vollzieht.

Und obgleich der ZMF zu keiner Zeit beispielsweise die Offenheit und Luftigkeit eines HIFIMAN HE1000 SE erreicht, beeindruckt der VERITE insbesondere durch seine ausgezeichneten feindynamischen Fähigkeiten innerhalb dieses von ihm selbst kreierten, klanglichen Mikrokosmos. 

Der hölzerne Kopfhörer verfügt dabei über eine erstaunlich filigrane Detailarbeit, ohne diese sonderlich auffällig zu zelebrieren. Durch eine relativ gute Abschottung gegenüber Außengeräuschen fällt es mir dennoch recht leicht, mehr oder weniger unbewußt, selbst Mikrodetails in sehr leisen Musikpassagen hörtechnisch zu erfassen.

Der ZMF VERITE überzeugt aber ebenso mit einer superben und natürlich wirkenden Wiedergabe von Transienten, was er in erster Linie seiner exorbitanten Impulstreue verdankt. Denn der VERITE zählt zweifellos zu den schnellsten dynamischen Kopfhörern, welchen ich bislang lauschen durfte.

Dies fällt speziell im Bassbereich im direkten Vergleich zum ZMF AUTEUR auf. Während der mit einer reinen Zellulosemembran bewehrte Cocobolo-Kopfhörer einzelnen Bassimpulse scheinbar etwas mehr Zeit läßt, sich im Raum zu entfalten, agiert der VERITE hier deutlich trockener – und eben auch spürbar schneller.

Begünstigt wird dieser dynamische Eindruck durch eine ganz leichte Emphasis im Midbass, welche beispielsweise komplexen Bassläufen besonderes akustisches Gewicht verleiht, ohne aber den Fokus des Zuhörers explizit auf diesen Bereich zu lenken. Vielmehr spielt sich der ZMF durch einen angenehm warmen und substanziellen Grundton langsam aber unaufhörlich in das Herz eines jeden Gralsritters. Ganz große Klasse.

Bekennende Verfechter einer analytisch-neutralen Gangart werden diese eher spassbetonte tonale Abstimmung vielleicht monieren, auch der MEZE EMPYREAN schlägt bekanntlich in die gleiche klangliche Kerbe. Alle anderen erfreuen sich einfach an der energiegeladenen musikalischen Darbietung. 

Zumal der VERITE im Mitteltonbereich eine weitere große Stärke ausspielen kann – seine unglaubliche Präzision. Denn nicht nur die Zuordnung einzelner Akteure in den räumlichen Kontext gelingt dem ZMF ganz famos, auch die feine und exakte Ränderung der musikalischen Ereignisse liegt zweifellos auf Weltklasseniveau. 

Stimmen und Instrumente werden zudem sehr plastisch und darüber hinaus auch im richtigen Größenverhältnis dargestellt, der ZMF hält jederzeit die vollständige Übersicht über das akustische Geschehen. Der VERITE zeichnet sich weiterhin durch eine bemerkenswert hohe Transparenz aus, was eine ausgezeichnete Durchhörbarkeit meiner einzelnen Musikstücke zur Folge hat.

Dies verwundert umso mehr, als dass der ZMF VERITE im Gegensatz zum AUTEUR abstimmungstechnisch über einen leicht zurückgenommenen Präsenzbereich verfügt. Stimmen werden dadurch etwas „distanzierter“ im Vergleich zum Letztgenannten dargestellt, aber infolgedessen auch harmonisch in den inhärenten Klangraum des VERITE integriert.

Der Hochtonbereich des ZMF schließt bruchlos an die durchaus überzeugenden Mitten an und glänzt neben einem exquisiten Auflösungsvermögen ebenso mit einer absolut langzeittauglichen Sibilantenwiedergabe frei jeglicher Schärfe. Und obgleich der ZMF AUTEUR subjektiv über die akustisch signifikantere Hochtonwiedergabe verfügt, reicht diese IMO objektiv nicht ganz an die feinsinnige Detailarbeit des VERITE heran. 

Die Kombination mit dem WOO AUDIO WA8 ECLIPSE fördert keine wirklich neuen Erkenntnisse zutage. Das Klangbild gewinnt leicht an Wärme hinzu, der amerikanische Röhrenverstärker arbeitet zudem in seinem optimalen Lastbereich und entfaltet im Zusammenspiel mit dem hochempfindlichen ZMF-Ohrlautsprecher eine erstaunliche Dynamik, welche der des CMA400i in nichts nachsteht. Allein in der symmetrischen Betriebsart erarbeitet sich der QUESTYLE KHV dagegen leichte Vorteile, insbesondere bei höheren Abhörpegeln.

Bereits erfahrungsgemäß legt der RIVIERA AIC10 schließlich auch die allerletzten klanglichen Reserven des ZMF VERITE frei. Versehen mit wunderbaren Klangfarben und einer unfassbar authentischen Wiedergabe im Mitteltonbereich intoniert er leise Passagen in der Musik ebenso gefühlvoll, wie er dynamische Lautstärkesprünge geradezu explosionsartig realisiert. Das ist ganz großes Kopfhörer-Kino.

Nachfolgend noch einmal die einzelnen Frequenzbereiche im Kurzüberblick:

BASS

Tiefreichender und druckvoller Bassbereich mit minimaler Emphasis im Midbass. Dazu hervorragend strukturiert, staubtrocken und extrem schnell. Nahezu perfekte Impulstreue.

GRUNDTON

Angenehm warmer und erdiger Grundton. Jederzeit mit genügend Substanz versehen – dadurch sehr glaubwürdig, aber nicht mehr ganz neutral.

MITTELTON

Fein durchgezeichneter und natürlicher Mitteltonbereich mit schönen Klangfarben und einer nahezu perfekten Transientenwiedergabe. Hohe Authentizität bei der Reproduktion von Stimmen und Instrumenten. 

HOCHTON

Ausgezeichnete Detailarbeit bei gleichermaßen hohem Auflösungsvermögen. Dennoch sehr entspannte Wiedergabe von Sibilanten. Somit absolut langzeittauglich. 

RÄUMLICHKEIT

Dreidimensionales Klangfeld mit relativ fest definierten Raumgrenzen, aber ausreichender Expansion in Breite und Tiefe. Überragende innere Auflösung feinster Klangstrukturen mit messerscharfer Ränderung und eindeutiger Zuordnung.

DYNAMIK

Außerordentlich feinfühlige und dennoch explosive Kombination von Mikro- und Makrodynamik. Beeindruckend schnelles Ansprechverhalten auch auf kleinste Lautstärkeveränderungen. Einfach grandios.

Mein Fazit

Zach Mehrbach hat wieder einmal nicht zuviel versprochen. Der neue ZMF markiert IMO nicht nur die neue Speerspitze im Programm der Amerikaner, der VERITE zählt auf seine ganz eigene Art und Weise für mich auch zu den derzeit besten Ohrlautsprechern der Welt.

Es mag sicherlich Kopfhörer geben, welche mit mehr Luftigkeit und einem exzessiverem Raumeindruck kokettieren. Innerhalb seiner halboffenen und systemimmanenten Grenzen macht der VERITE allerdings alles richtig und begeistert den Zuhörer mit einer natürlich wirkenden und vor allem völlig kohärenten Reproduktion seiner musikalischen Schätzchen.

Insbesondere durch den überragend schnellen Bassbereich, die äußerst realistische Wiedergabe von Transienten, sowie messerscharfe dynamische Abgrenzungen hinsichtlich schon mikroskopisch kleiner Pegelunterschiede, setzt sich der ZMF VERITE auch klar vom bisherigen TOTL-Modell AUTEUR ab.

Die fast schon überbordenden dynamischen Eigenschaften des ZMF VERITE, in Kombination mit einem tadellosen Auflösungsvermögen und akribischster Detailarbeit, rechtfertigen ohne jeden Zweifel einen festen Platz im obersten Klangolymp. Dafür erscheint auch der offizielle Verkaufspreis von 2.699,- Euro angemessen.

Die mühelose Art und Weise, wie dieser Kopfhörer musikalische Konserven authentisch und dennoch hochemotional aufbereitet und dabei auch feinste Nuancen der ursprünglichen Aufnahme einfängt, sind schon eine Klasse für sich. Daher meine uneingeschränkte Empfehlung an alle ambitionierten Gralsritter des Klanges. Und Glückwunsch nach Chicago. 

Euer Fidelio

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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