Test ABYSS DIANA vs. ABYSS AB1266 PHI

Kopfhörer besitzen IMO einen signifikanten Vorteil bezüglich ihres akustischen Wirkprinzips, welchen Stereo-Lautsprecher vermutlich niemals erreichen werden – sie versetzen den geneigten Gralsritter des Klanges direkt und unmittelbar in die Musik.

Denn selbst die besten 2-kanaligen Systeme schaffen grundsätzlich ein Klangfeld vor dem Zuhörer und beschränken selbigen auf die Beobachtung einer mehr oder weniger randscharfen Illusion der tatsächlichen musikalischen Ereignisse, wahren aber dennoch eine gewisse räumliche Distanz zum Erlebnis.

Um diesen vermeintlichen Abstand gänzlich zu überwinden, werden oftmals hohe monetäre Mittel aufgewendet, ohne dabei aber vollständig die musikalische Integrität eines  Referenzkopfhörers zu erzielen. Von einer gleichwertig energetischen Reproduktion der klanglichen Geschehnisse einmal ganz abgesehen.

Denn die Musikwiedergabe über Kopfhörer erzeugt eine einzigartige Illusion der Realität – die eigenen Ohren ersetzen quasi die entsprechenden Stereomikrofone vor Ort. Der reale Raum des Aufnahmeortes wird so praktisch surreal in den Kopf transferiert – mit allen akustischen Konsequenzen.

Aufgrund dieser wahrgenommenen Übereinstimmung zwischen Ohr und Mikrofon werden so nicht nur Stimmen und Instrumente bezüglich ihrer Intensität sehr authentisch dargestellt, auch die oftmals subtilen Schattierungen in der Musik werden von Weltklassekopfhörern gleichsam 1:1 feinfühlig und emotional intoniert  – im besten Falle mit absolutem Gänsehautfaktor.

Allerdings – und dies ist der oft unabwägbare Nebeneffekt der Wiedergabe über Kopfhörer – das Hörerlebnis ist stark abhängig von der Platzierung der Mikrofone. Mag eine fast schon fühlbare Präsenz des ganz persönlichen Ausnahmekünstlers in unmittelbarer Nähe noch veritable Glücksgefühle auslösen, so kann die immediate Gegenüberstellung eines Piano oder Chello in nur wenigen Zentimetern Abstand unter Umständen schon irritierend wirken.

Womit wir auch schon beim eigentlichen Thema wären. Tontechniker Joe Skubinski, Inhaber und Gründer von JPS-Labs, deren Geschichte 1990 als Kabelproduzent von hochwertig konfektionierten HIGH-END Verbindungen begann, setzte sich im Jahre 2008 das nicht gänzlich unbescheidene Ziel, den besten jemals gebauten Ohrlautsprecher der Welt zu produzieren. „Standing on the surface of the microphone“ Diese fast schon legendäre Aussage von Joe Skubinski gab dabei die Entwicklungsrichtung für die neu geschaffene Kopfhörerabteilung der Amerikaner vor.

Ende 2013 wurde einem erstaunten Fachpublikum schließlich mit dem ABYSS AB1266 das Erstlingswerk von JPS-Labs und das Ergebnis der 5-jährigen Forschungsarbeit präsentiert. Welcher nicht nur mit allen bisherigen Designvorstellungen brach, sondern klanglich unvermittelt in die Spitzenphalanx der Weltelite vordrang.

Die leicht eigenwillige Konstruktion des magnetostatischen Flächenstrahlers verhalf dem AB1266 zu einem unvergleichlich beeindruckenden räumlichen Darstellungsvermögen, das bis zum heutigen Tage nur von einem einzigen Kopfhörer übertroffen werden konnte – dem neuen ABYSS AB1266 PHI.

Der Referenzkopfhörer von JPS-Labs ist auch Gegenstand der nunmehr folgenden Rezension, ebenso wie das brandneue Modell DIANA der kleinen Manufaktur aus New York. Und obwohl ein direkter Vergleichstest der beiden ABYSS Kopfhörer zugegebenermaßen etwas unfair anmutet, so werden sich im Verlaufe meiner klanglichen Betrachtungen doch mehr Gemeinsamkeiten heraus kristallisieren, als sich diesbezüglich Gegensätze auftun.

Ich möchte mich übrigens an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich beim deutschen ABYSS Importeur Uwe Heile vom Hifistudio Falkensee bedanken, welcher für eine schnellstmögliche Bereitstellung der DIANA verantwortlich zeichnet. Vielen Dank auch an Joe Skubinski für den zeitnahen und jederzeit kompetenten E-Mail Support zur Klärung der verschiedensten fachlichen Fragestellungen. See you in Munich, Joe!

Verpackung & Ausstattung

Glücklicherweise wird dieses Testkriterium keine Seiten füllen. Denn aus monetären Gründen habe ich mich bei dem käuflichen Erwerb meines ABYSS AB1266 PHI für das Lite-Modell entschieden. Wobei dies keinesfalls auf eine leichtere oder technisch abgespeckte Version eines vermeintlich größeren Bruders hinweist. Der Kopfhörer selbst ist in allen 3 erhältlichen Varianten nämlich vollkommen identisch ausgeführt.

Der Interessent verzichtet neben der grundsätzlich jedem AB1266 PHI beiliegenden 4-pol-XLR-Kabelverbindung in 2,50 m Länge sowie dem obligatorischen 6,3 mm Klinkenadapter, lediglich auf einen zusätzlichen und doppelt ausgeführten Kabelsatz mit 3-poligen symmetrischen Anschlüssen in unterschiedlich hochwertigen Materialqualitäten. Sowie auf einen etwas martialisch anmutenden Kopfhörerständer aus massivem Aluminium.

Nicht zu vergessen die coole und schwere Transport-Ledertasche mit zahlreichen Möglichkeiten zur Aufbewahrung der verschiedensten Reiseutensilien wie KH, DAP, AMP und CO. Reisetasche? Wer zur Hölle schleppt denn bitte einen ABYSS AB1266 PHI ständig mit sich herum? Dazu würde sich doch wohl eher die neue ABYSS DIANA eignen.

Selbige wartet nämlich nicht nur mit einer sorgfältig und solide verarbeiteten kleinen Transporttasche auf, sondern weist mit dem 1,50 langen und abnehmbaren Kabel mit 3,5 mm Klinkenbuchse direkt auf ihre Vorliebe für mobile Spielpartner hin. Ein 6,3 mm Klinkenadapter fehlt natürlich ebenso wenig, wie die Möglichkeit einer symmetrischen Verkabelung gegen Aufpreis. Letztere lag meiner DIANA zu Testzwecken an entsprechend potenten Kopfhörerverstärkern idealerweise schon bei.

Auch bezüglich der Primärverpackung wahrt der ABYSS AB1266 PHI den preislichen Abstand. Während der Referenzkopfhörer in einer veritablen Holzschatulle ausgeliefert wird, begnügt sich die kleinere Schwester mit einer mehr oder weniger schlichten Kartonage. Sei’s drum. Selbige verschwinden bei mir sowieso immer gleich in unserem Abstellraum.

Verarbeitung & Tragekomfort

Nun gut. Dieses Kapitel könnte jetzt allerdings doch einige Seiten für sich beanspruchen. Denn die Verarbeitung beider ABYSS Kopfhörer ist nicht nur absolut überragend, sie setzt durchaus Maßstäbe in diesem Segment.

Der ausschließlich in mattschwarz erhältliche ABYSS AB1266 PHI bringt 620 Gramm auf die Waage. Ohne Kabel. Und dies ist Fluch und Segen zugleich. Denn was dem Tragekomfort eher abträglich scheint, bringt ohne jeden Zweifel auch klangliche Vorteile mit sich. Denn die systeminternen Resonanzen tendieren gegen Null, wie der spätere Klangtest noch zeigen wird.

Die massive Konstruktion dieses Ohrlautsprechers aus hochfestem Flugzeugaluminium, an welchem im Übrigen nicht ein einziges Kunststoffteil aufzufinden ist, lässt materialtechnisch bedingten Verfärbungen absolut keine Chance. Das nahtlos integrierte, orthodynamische Design mit penibel selektierten Treiberpärchen ist zudem mit einer integrierten und patentierten Vorrichtung zur Vermeidung von Resonanzen ausgestattet.

Der maßgefertigte Antrieb in Form von Hochleistungs-Neodym Magneten ist mit einem optimierten Schlitzmuster, die Frontschürze aus einem kohlenstoffarmen Stahl ebenfalls mit einer zusätzlichen Resonanzkontrolle versehen. Dem Thema Resonanzarmut misst Mastermind Joe Skubinski offenbar bereits konzeptionell eine tragende Bedeutung bei.

Sowohl die Verwendung der sehr dünnen Diaphragmen mit geringer Masse, als auch perfekt auf die Membraneigenschaften abgestimmte akustische Filter in Form von geschäumten Aluminiumgeflechten auf den Außenseiten der Treibergehäuse, sorgen für einen extrem offenen und weitläufigen Klang des ABYSS AB1266 PHI. Die spezielle Konstruktion benötigt interessanterweise auch keine rückseitigen Magnetstrukturen, so dass unerwünschte Schallreflexionen vermieden werden.

Ein Kopfband aus echter Tierhaut sowie magnetisch abnehmbare und in 20° Schritten fein justierbare Ohrpolster aus hochwertigem Lammleder komplettieren den hohen Verarbeitungsstandard der amerikanischen HIGH-END Schmiede.

Dem steht die kleine Schwester DIANA in absolut nichts nach. Auch dieser ABYSS Kopfhörer ist herausragend verarbeitet. Um das angestrebte Leichtprofil der ABYSS DIANA letztlich zu realisieren, wurden in einem Zeitraum von 2 Jahren vollkommen neue und produktspezifische Wandlergehäuse für die magnetostatischen Treiber entwickelt.

Die Treibergehäuse zeichnen sich durch eine ultradünne und dennoch hochsteife Rahmenkonstruktion aus, welche aus einem Block Flugzeugaluminium präzise gefräst und schließlich auf nur noch 100 g Material reduziert werden. Dieser enorme Fertigungsaufwand trägt maßgeblich wiederum zur hohen Resonanzfreiheit des Kopfhörers bei.

Die ABYSS DIANA kleidet sich ferner in drei unterschiedlichen farblichen Outfits (mattschwarz, braun, weiß) und ist außerdem mit einem hochflexiblen und leichten Kopfbügel ausgestattet, welcher sich theoretisch nahezu jeder Kopfform anpassen soll.

Eine harte Polymerkeramik verleiht den Metallteilen dabei ihre individuelle Farbe und die anschmiegsam weiche und atmungsaktive Leder/ Alcantara® Kombination bei Kopfband und Ohrmuscheln sorgt für ein jederzeit angenehmes Tragegefühl. Der vergleichsweise größte Pluspunkt zum AB1266 PHI ist aber natürlich das bemerkenswert geringe Eigengewicht des kleinen ABYSS. Denn die zierliche DIANA wiegt lediglich 330 g. Ein positives Vorzeichen?

Der Tragekomfort eines AB1266 war schon seit dem Erscheinen des allerersten ABYSS im Jahre 2013 ein weltweites Dauerthema in den diversen Foren.

Dabei monieren viele Besitzer zum einen das hohe Eigengewicht des AB1266, zum anderen aber auch den schwierig zu erzielenden optimalen Sitz der eigenwilligen Konstruktion von Joe Skubinski. Denn je nach Positionierung des Ohrlautsprechers auf dem Kopf mit einem unterschiedlich starken Seal, verändert sich geringfügig auch die Tonalität des Kopfhörers.

Aus eigener Erfahrung kann ich aber direkt Entwarnung geben. Ist der AB1266 PHI erst einmal sorgfältig auf die persönlichen Anforderungen des Trägers eingestellt, ergibt sich in Folge auch ein perfektes Hörerlebnis. Geduld ist eben eine Tugend. Auch das Gewicht des ABYSS relativiert sich aufgrund der nahezu optimalen Gewichtsverteilung auf dem Kopf. Überhaupt kein Vergleich zu einem Modell der Marke AUDEZE.

Tja, das Leben könnte so einfach sein. Ist es aber nicht. Denn wir müssen nunmehr über ein eher heikles Thema betreffend der zweiten Kandidatin sprechen, welches potentielle Interessenten letztlich in zwei Gruppen spalten wird.  Nämlich in diejenigen Gralsritter des feinen Klanges, denen die DIANA perfekt passt. Und – in alle anderen Personen.

Denn die kleine Diva macht es leider nicht mit Jedem. Glücklicherweise gehöre ich zu der ersten Gruppe. Der Kopfhörer ist praktisch wie auf Maß auf mich zugeschnitten. Und dies bedeutet in allererster Linie: perfekte Passform – optimaler Klang.

Diese IMO völlig unnötige Zielgruppendifferenzierung ist in der grundsätzlichen Konstruktion der ABYSS Kopfhörer begründet. Durch den Verzicht auf eine zusätzliche Möglichkeit zur vertikalen Anpassung an die jeweilige Kopfform, kann die Basisauslegung der Kopfbandweite logischerweise immer nur eine Kompromisslösung darstellen.

Die nahezu resonanzfreie Auslegung aller ABYSS Ohrlautsprecher bezieht laut Aussage des Herstellers die Treibergehäuse konstruktiv mit ein und beschränkt sich demzufolge auf ein Minimum an Bauteilen. Ein zusätzliches Horizontalgelenk beispielsweise, würde diesem Prinzip logischerweise zuwider laufen.

Beim großen Bruder AB1266 PHI wurde diese Problematik über eine zentrale Einstellschraube zur Verstellung der Basisweite im Kopfbügel mehr oder weniger elegant gelöst. Die ABYSS DIANA dagegen verfügt lediglich über unterschiedlich stark ausgeformte, magnetisch arretierbare und somit drehbare Ohrmuscheln, welche in Kombination mit der ebenfalls magnetischen Höhenverstellung aber ein leider nur rudimentäres Arrangement bei Gruppe 2 zulässt.

Dabei spielt nicht unbedingt die Kopfgröße, sondern vielmehr die Kopfform eine entscheidende Rolle. Bei einer stark abfallenden Wangenpartie beispielsweise, schließt die DIANA in diesem Bereich unter Umständen nicht ausreichend ab und verfügt folglich auch über keine entsprechende Abdichtung.

Ein Lösungsansatz wäre IMO die Bereitstellung weiterer Ohrpolstersätze seitens des Herstellers, welche über unterschiedliche Winkelungen noch mehr Spielraum bezüglich der Positionierung des Kopfhörers gestatten würden. Und selbstverständlich sollten diese zusätzlichen Optionspolster bereits im Lieferumfang enthalten sein.

Im Gegensatz zum AB1266 PHI, welcher auf einen 100% igen Seal nicht zwingend angewiesen ist, hat dieses Leakage bei DIANA fundamentale Auswirkungen auf die Basswiedergabe und beeinflusst zudem auch massiv den Grundton des Kopfhörers auf negative Art und Weise. Die Reproduktion von Stimmen und Instrumenten im Mitteltonbereich wirkt dadurch etwas zu hell und präsent, der virtuelle Raum besitzt zudem eine nur relativ geringe Bühnenbreite sowie eine noch spärlichere Darstellung in die Tiefe.

Die somit doch stark eingeschränkten Wiedergabeeigenschaften des kleinen ABYSS sind in der zuletzt genannten Konstellation also eher weniger geeignet, wahre Leidenschaft für die junge Dame zu entwickeln. Wenn die Vorzeichen bezüglich der Passform allerdings günstig stehen (Gruppe 1), könnte sich aus der kurzfristigen Liaison mit Dirty DIANA unter Umständen eine wahrhaftige und dauerhafte Liebesbeziehung entwickeln. Siehe Klangtest.

Technik

Das griechische Symbol Phi  (Φ) hat in der Wissenschaft unterschiedliche Bedeutungen. In der Physik steht es unter anderem für die magnetische Flußdichte. Und selbige wurde beim neuen ABYSS AB1266 PHI signifikant angehoben, um die bereits zuvor referenzverdächtigen klanglichen Eigenschaften des amerikanischen Kopfhörers nochmalig zu steigern.

Dies macht sich laut Joe Skubinski insbesondere durch eine höhere Präzision und Ortungsschärfe aufgrund maximal möglicher Phasentreue der anliegenden Musiksignale bemerkbar. Mikrophasenverzerrungen sind nach eigener Aussage so gut wie nicht mehr messbar.

Die Impedanz des Kopfhörers wurde weiterhin von ursprünglich 46 auf 42 Ohm reduziert, die Empfindlichkeit von 85 auf 88 db/mW gesteigert, um so die Auswahl an adäquat aufspielenden Partnern zu erhöhen. Ob diese Änderungen dabei tatsächlich die prognostizierte Wirkung zeigen – wir werden es sehen. Oder besser noch hören.

Für die relativ kleine New Yorker HIGH-END Schmiede stellte es zweifellos eine große technische Herausforderung dar, die klanglichen Fähigkeiten des großen Bruders PHI beizubehalten und das neue Kopfhörerprojekt DIANA gleichsam zu miniaturisieren.

Denn wie bei jedem ABYSS Design sind Funktionssicherheit und Langlebigkeit nach wie vor wesentliche Konstruktionsmerkmale. Der hohe Fertigungsaufwand trägt maßgeblich zu der Resonanzfreiheit des Kopfhörers bei und ermöglicht dadurch eine sehr punktgenaue Fokussierung aller musikalischen Ereignisse im räumlichen Kontext.

Die offenen Fibonacci-Lochmuster wurden zudem akustisch perfekt auf die technischen Eigenschaften der 63 mm messenden Diaphragmen abgestimmt und sollen, wie beim großen Bruder, für eine auffallend transparente und offene Reproduktion der Musik verantwortlich zeichnen. Die ABYSS DIANA soll so im direkten Vergleich zum ABYSS AB1266 PHI somit nur geringfügige klangliche Einbußen aufweisen.

Der wesentlich bessere Wirkungsgrad von 91 db/mW bei einer Systemimpedanz von 40 Ohm verspricht darüber hinaus auch eine deutlich breitere Auswahl bezüglich potentieller Spielpartner. Mobilgeräte nicht ausgeschlossen.

Vorbereitung

Um für die nachfolgende Rezension ein möglichst faires technisches Umfeld zu schaffen, beschränke ich mich in erster Linie auf meine stationären Kombinationen zur endgültigen klanglichen Beurteilung der beiden Testkandidaten.

Da die ABYSS DIANA aber auch dem Zusammenwirken mit Mobilgeräten grundsätzlich nicht abgeneigt ist, erhalten sowohl der IBASSO DX200 und der QUESTYLE QP2R, als auch der ALO CONTINENTAL DUAL MONO und der BAKOON HPA 01M in Kombination mit meinem IMAC, optimiert über die aktuellste AUDIRVANA Software, eine gewisse Spielzeit an der wählerischen Diva.

Die stationären Lösungen setzen sich wie folgt zusammen. Der AURALIC ALTAIR, welcher seine Digitaldaten in HIGH-RES Auflösung über seine integrierte SSD-Festplatte bezieht, reicht selbige über eine NORDOST WHITE LIGHTNING Verbindung an den FELIKS AUDIO EUFORIA weiter, der die nunmehr analoge Kost unsymmetrisch über seine 6,3 mm Klinkenbuchse an den entsprechenden Spielpartner ausgibt.

Um das klangliche Potential aber möglichst umfassend auszuschöpfen, teste ich beide Kopfhörer ebenso in einer weiteren, symmetrischen Anschlussvariante.

Der AURALIC ARIES MINI, kombiniert mit dem hauseigenen ULTRA LOW NOISE Netzteil, überträgt die via SSD-Festplatte digital implementierten, musikalische Datenströme über ein AUDIOQUEST CARBON USB-Kabel an einen DAC21 Digital/ Analog Wandler. Der Referenzwandler von BAKOON AUDIO beschickt die Verstärkersektion des PATHOS INPOL EAR über ein AUDIOQUEST YUKON schließlich mit den mir seit Jahren wohlbekannten klanglichen Pretiosen aus den Rubriken Klassik, Jazz, Blues, Pop und Rock.

Weitere Informationen bezüglich meiner beiden Testgeräte erhaltet ihr selbstverständlich auf den Seiten des Herstellers: https://abyss-headphones.com oder auch auf der Homepage des deutschen Importeurs: https://berlin-hifi.de

Klangtest

Da der ABYSS AB1266 PHI bereits seit geraumer Zeit in diversen Ketten bei mir daheim agiert, benötigt die Herausforderin zunächst einmal eine angemessene Einspielzeit. Und nach einer gefühlten Ewigkeit von 150 Stunden kann es dann endlich losgehen.

Und zwar mit einer 6-7 Tage währenden einzelnen Beurteilung der neuen ABYSS DIANA, ohne in dieser Zeit den größeren Bruder auch nur einmal zu Vergleichszwecken herangezogen zu haben. Denn erfahrungsgemäß relativiert sich die anfängliche Begeisterung über ein neues akustisches Spielzeug mitunter nach einigen klanglichen kalten Duschen gegen Ende der ersten Woche. Oder eben auch nicht.

Und DIANA, soviel kann ich schon jetzt vorwegnehmen, überzeugt klanglich und insbesondere auch musikalisch auf ganzer Linie. Zumal sie an allen mobilen Gerätschaften ebenfalls eine vorzügliche Figur abgibt.

ABYSS DIANA

Bereits in der allerersten Kontaktaufnahme mit meinem IBASSO DX200 benötigt die DIANA keine 5 Minuten Spielzeit, um sich praktisch wie der Blitz in mein Herz zu spielen. Nun ja, ich habe mit der neuen Produktion von Donovan Woods „Both Ways“ und dem Titel „Our Friend Bobby“ natürlich auch direkt die richtige Musikrichtung für eine innige Romanze mit der jungen Lady gewählt.

Was für ein hochmusikalisches Biest. Wunderbar natürlich wirkende Klangfarben im Mitteltonbereich betören augenblicklich die Sinne und lenken meine Aufmerksamkeit einzig und allein auf das Inhalieren der genial komponierten Musik. Kein Gedanke mehr an irgendeinen Test.

Die DIANA macht in diesen ersten Minuten alles richtig. Denn sie transportiert in erster Linie Emotionen. Ganze 3 Stunden lang. Bis meine Frau mich unvermittelt aus meinen Tagträumen reißt und mich freundlich darauf hinweist, dass die Zufuhr von Nahrung leider weiterhin fundamentaler Bestandteil unseres menschlichen Lebens ist. Stimmt, Kopfhörer benötigen keine leckeren Nudelgerichte.

Vielleicht hätte es mir schon eine Warnung sein müssen, dass ich es gar nicht abwarten kann, mich direkt nach erfolgter Nahrungsaufnahme wieder an meinen Schreibtisch zu begeben, um die ABYSS DIANA mit weiteren mobilen Gerätschaften zu koppeln. Und gleichgültig, welcher vermeintliche Partner nun in Folge das Zusammenspiel mit DIANA aufnimmt, das Biest schafft sie einfach alle.

Der ALO CONTINENTAL DUAL MONO gewinnt schließlich den internen Wettstreit bezüglich der optimalen musikalischen Paarung und erhält als Belohnung eine extra Ladung aus der Steckdose, weil zwischenzeitlich wieder 3 Stunden ins Land gegangen sind. Und noch immer verspüre ich nicht die geringste Motivation, ein paar erläuternde Worte zur DIANA niederzuschreiben.

Und ganz ehrlich – das passiert mir eher selten. Ich habe mich nämlich offensichtlich verliebt. Um dies jetzt bitte nicht falsch zu verstehen. Natürlich nur rein platonisch. Schließlich liest meine Frau diese Rezension ja mit. Somit verbringe ich die oben beschriebenen ersten Tage allein mit meiner DIANA und lasse die übrigen Kopfhörer meiner Sammlung erst einmal links liegen.

Aber selbstverständlich ist nach spätestens 4-5 Tagen auch der letzte Schmetterling dem Bauch entflogen und ich kann mich nunmehr endlich der klanglichen Beurteilung des Kopfhörers widmen. Obgleich ich ab jetzt natürlich nicht mehr für absolute Objektivität garantieren kann. Was im Übrigen ja nie der Fall ist.

Scherz beiseite. Die ABYSS DIANA ist auch ganz nüchtern betrachtet ein herausragend aufspielender Ohrlautsprecher, welcher ohne Zweifel auf Weltklasseniveau musiziert.

Der Bass der DIANA ist außergewöhnlich schnell, beeindruckt mit einem knochentrockenen Anschlag, leuchtet auch die tiefsten Oktaven hell aus und ist im Übrigen völlig homogen abgestimmt. Keine spezielle Betonung des Midbassbereiches, keinerlei Überhöhungen im Oberbass – schlichtweg genial.

Den Mitteltonbereich des Kopfhörers hatte ich ja bereits schon erwähnt. Aber ganz unabhängig vom fantastischen Klangfarbenreichtum, agiert die DIANA in diesem Frequenzbereich sehr neutral, verbunden mit einer überragend transparenten und offenen Darstellung der musikalischen Ereignisse. Die Reproduktion der Transienten gehört dabei mit zum Besten, was ich bislang gehört habe. Annährend auf dem Niveau des SONOMA M1.

Das mag auch mit ein Grund für meine innigen Gefühlsausbrüche zu Beginn der Beziehung gewesen sein. Denn die Musik klingt über diesen Kopfhörer einfach sehr echt. Dies ist unter anderem auch auf das ausgezeichnete Timing des ABYSS zurückzuführen. Denn gerade die zeitrichtige Wiedergabe der Musik trägt in hohem Maße zur Authentizität eines Kopfhörers bei.

Der Hochtonbereich der ABYSS DIANA knüpft nahtlos an die Qualitäten im Mittelton an. Selbst kleinste Mikrodetails werden fast schon beiläufig aus dem klanglichen Geschehen heraus destilliert, ohne dabei die musikalische Kohärenz zu vernachlässigen. Und trotz des exorbitanten Auflösungsvermögens pflegt die DIANA dabei einen sehr entspannten Umgang mit der Reproduktion von Sibilanten. Und schafft somit fast schon die Quadratur des Kreises.

OK. Die Lady hat also offensichtlich keinerlei Schwächen. Also der perfekte Kopfhörer für alle Auserwählten. Jaaa – genau so ist es.

Nun gut, den folgenden Abschnitt wird meine Frau höchstwahrscheinlich mit Genuss verfolgen. Denn auch die ABYSS DIANA ist, abgesehen davon, dass sie es nicht mit Jedem macht, selbstverständlich leider nicht vollkommen. Denn da wäre ja noch die Sache mit der Räumlichkeit.

Vergleichbar mit einem FOCAL UTOPIA erstellt die DIANA zwar einen exakt definierten Klangraum, allerdings mit einer etwas eingeschränkten Extension in Breite und Tiefe. Dies ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass der Kopfhörer so gut wie keine Phasenfehler begeht. Durch die weiterhin konsequent lineare Abstimmung des Mitteltonbereiches im Bezug zum übrigen Frequenzspektrum wird somit keine zusätzliche Räumlichkeit suggeriert.

Von einiger Relevanz ist auch der äußerst geringe Abstand der Membranflächen zum Ohr. „Standing on the surface of the microphone“ Dieser Satz trifft wohl auf keinen Kopfhörer besser zu als auf die ABYSS DIANA.

ABYSS AB1266 PHI

Der ABYSS AB1266 PHI zählt zweifellos zu den besten Kopfhörern der Welt. Für viele Experten ist er sogar der Allerbeste überhaupt. Die Gründe dafür werden offensichtlich, sobald der ABYSS erst einmal seine akustische Arbeit aufnimmt.

Insbesondere das räumliche Darstellungsvermögen des AB1266 PHI ist IMO derzeit von keinem anderen Kopflautsprecher auf diesem Planeten zu erzielen. Auch ein HIFIMAN SUSVARA reicht in dieser Disziplin nicht an den ABYSS heran. Selbst der SENNHEISER HD800, welcher seit seinem Erscheinen im Jahre 2009 stets über seine außerordentlich weitläufige Bühnenabbildung punktet, muss sich letztendlich der grandiosen Vorstellung eines PHI geschlagen geben.

Dabei ist es nicht allein der ausladende Raum in Breite und Tiefe, welcher bereits in den ersten Sekunden der Wiedergabe für ungläubiges Staunen beim Zuhörer sorgt, sondern auch die exorbitant punktgenaue Ortungsschärfe des amerikanischen Monsters. Alle Schallereignisse werden auf den entsprechenden Positionen messerscharf und wie selbstverständlich fixiert.

Der AB1266 PHI übertrifft seinen Vorgänger dabei nicht nur hinsichtlich der Lokalisation von einzelnen Akteuren, sondern auch bezüglich einer weitaus plastischeren Präsentation derselben. Wer jemals einem großorchestralen Einsatz über den ABYSS genießen durfte, vermutet zunächst einmal, 2 veritablen Nahfeldmonitoren zu lauschen. Ganz großes Kopfhörer Kino.

Bereits der Bassbereich ist ein wahrer Quell der Freude für jeden ambitionierten Gralsritter des Klanges. Der extrem tiefreichende, staubtrockene und druckvolle Bass ist geradezu ein Paradebeispiel für die immense Stärke der magnetostatischen Kopfhörer in diesem Frequenzbereich.

Dabei überzeugt der ABYSS AB1266 PHI insbesondere durch die organische Integration der Bassanteile in das gesamte klangliche Geschehen aufgrund einer überragenden Richtungsortung. Einfach nur klasse.

Der nunmehr stark verbesserte Mitteltonbereich des PHI fokussiert Stimmen und Instrumente jetzt tatsächlich noch präziser als die Urversion und wartet zudem mit einer Luftigkeit auf, die Ihresgleichen sucht. Ergänzt durch sehr klangfarbenstarke und fein detaillierte Mitten mit rundweg überzeugender Glaubwürdigkeit.

Dabei bleibt der große ABYSS jederzeit auf der neutralen Seite und neigt, je nach musikalischer Kost, mitunter sogar zu einer minimal analytischen Detailarbeit. Dies ist eher untypisch für einen Kopfhörer aus amerikanischer Fertigung. Und durchaus als Lob zu verstehen.

Obgleich diese bisweilen leicht technische Interpretation der Musik ihm letztlich den finalen Sieg über den HIFIMAN SUSVARA in meinen TOP5 gekostet hat. Denn Letztgenannter intoniert winzige Schattierungen innerhalb der Musik einfach noch feinsinniger und wärmer als der PHI und spielt für mich mit noch mehr Leidenschaft und Verve. Ist aber natürlich wie immer Geschmacksache.

Der transparente Mitteltonbereich des ABYSS AB1266 PHI wird kongenial vervollständigt durch einen sehr fein aufgelösten und sensibel aufgefächerten Hochtonbereich. Auch hier verzeichnet der neue PHI eindeutige Vorteile im direkten Vergleich zum Modell von 2013. Die Höhen verfügen einfach über noch mehr Strahlkraft, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Um diese außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten des ABYSS auch dynamisch adäquat zu ergänzen, benötigt der Referenzkopfhörer allerdings die tatkräftige Unterstützung eines leistungsstarken Spielpartners. Der PATHOS INPOL EAR verfügt über alle erforderlichen Mittel und versetzt den ABYSS AB1266 PHI im symmetrischen Betrieb somit an die absolute Spitze der klanglichen Nahrungskette.

ABYSS DIANA versus ABYSS AB1266 PHI

Nun ist es also endlich soweit. Die DIANA tritt final gegen den großen Bruder an. Und weil ich den ABYSS AB1266 PHI nicht ganz umsonst auf Platz 2 meiner persönlichen TOP5 gesetzt habe, wird dies kein leichtes Unterfangen für den kleinen magnetostatischen Flächenstrahler werden, soviel ist sicher.

Um alle klanglichen Möglichkeiten der ABYSS DIANA möglichst vollständig auszuloten, wird der vergleichweise unscheinbare Ohrlautsprecher zu Beginn des Familienzwistes zunächst symmetrisch verkabelt um, ebenso wie der AB1266 PHI, von dem überragenden Potential des PATHOS INPOL EAR in Kombination mit dem meisterhaft aufspielenden DAC21 von BAKOON maximal zu profitieren.

Im Vorfeld hatte die DIANA ihre große musikalische Klasse bereits am FELIKS AUDIO EUFORIA unter Beweis gestellt. Denn der kleine Magnetostat skaliert vorzüglich mit der Qualität des röhrenbewehrten Ausnahmeverstärkers und bedankt sich demzufolge mit einer deutlich gesteigerten Fein- und Grobdynamik und überzeugt auch durch eine großzügigere räumliche Illustration des klanglichen Geschehens. Eine Traumkombination.

Denn Joe Skubinski gibt für die neue ABYSS DIANA eine durchschnittliche Leistungsanforderung von lediglich 200 mW/Kanal an. Der EUFORIA leistet nach Angabe des Herstellers jederzeit > 2 x 250 mW und erfüllt die Vorgaben der Amerikaner somit natürlich zur Genüge.

Der ABYSS AB1266 PHI ist hier „geringfügig“ anspruchsvoller und benötigt in jedem Fall mindestens die 4-fache Leistung der DIANA, um dynamisch zu brillieren. Wer seinen ABYSS Kopfhörer zukünftig also grundsätzlich an mobilen oder kleineren stationären Gerätschaften betreiben möchte, für den ist dieser Vergleichstest bereits an dieser Stelle beendet und endet mit einem klaren Statement meinerseits:

Im rein mobilen Betrieb kennt die ABYSS DIANA derzeit IMO keine Gegner. Vorausgesetzt natürlich, der stolze Träger zählt zu Gruppe 1.

Wer allerdings weiterhin auf der Suche nach dem klanglichen Gral ist und sich auch bezüglich zusätzlicher monetärer Investitionen weitgehend schmerzbefreit zeigt, darf das hausinterne Duell der beiden ABYSS Kopfhörer selbstverständlich gerne weiter verfolgen.

Denn an dem mit optimalem analogen Musikmaterial versorgten PATHOS Kopfhörerverstärker trennt sich schlussendlich die Spreu vom Weizen. Und der ABYSS AB1266 PHI lässt der kleineren Kontrahentin DIANA nach rein klanglichen Maßstäben in der Summe aller Einzeldisziplinen eigentlich keine Chance. Eigentlich.

Der Bassbereich der DIANA fällt gegenüber dem objektiv überlegen agierenden Bass des AB1266 PHI allerdings weit weniger ab, als zunächst vermutet. Aufgrund der etwas schlankeren Kontur wirkt er sogar zeitweilig minimal präziser und auch geringfügig schneller. In Summe mangelt es ihm aber final gleichwohl etwas an Durchschlagskraft. Dennoch für mich ein überraschend knappes Ergebnis.

Der Mitteltonbereich beider Kopfhörer wird geprägt durch den beiderseitig hohen Klangfarbenreichtum und eine überragend transparente Darstellung der Musik. Dennoch verzeichnet der AB1266 PHI wiederum leichte Vorteile, speziell bei der punktgenauen Ortbarkeit und Fokussierung der einzelnen Schallquellen.

Allerdings zielt die DIANA durch ihre sehr direkte Spielart auch mehr auf den Bauch, als der eher nüchtern agierende PHI. Die kleine Schwester weckt in mir somit deutlich mehr Emotionen als der größere Referenzkopfhörer. Dennoch hinterlässt der AB1266 PHI aufgrund einer größeren Ruhe und Ordnung im Klangbild letztlich doch den souveräneren Eindruck.

Im Hochtonbereich schließlich verfügt der AB1266 PHI über die höhere energetische Dichte, um auch allerkleinste klangliche Verästelungen akustisch mit Leben zu erfüllen. Dieser Vorteil ist allerdings nur bei erstklassigem musikalischen Material tatsächlich nutzbar. Denn insbesondere bei älteren oder datenkomprimierten Aufnahmen kann sich das Blatt unter Umständen schnell wenden.

Das Auflösungsvermögen beider ABYSS Kopfhörer liegt dabei auf einem durchaus vergleichbaren Niveau. Aufgrund der etwas stärkeren Präsenz des AB1266 PHI in diesem Frequenzbereich, gewinnt man subjektiv zunächst sogar den Anschein, die DIANA würde hier ein wenig verlieren.

Ein kurzer Quercheck mit dem SUSVARA relativiert diese Eindruck aber sofort wieder. Der tatsächliche Informationsgehalt im Hochtonbereich ist bei beiden ABYSS Kopfhörern nahezu identisch. Minimale Veränderungen der Wiedergabelautstärke intoniert die DIANA IMO sogar noch etwas feinfühliger als der AB1266 PHI.

Da wäre doch noch etwas? Ach so. In Sachen Räumlichkeit ist der kleinere Flächenstrahler selbstverständlich absolut chancenlos gegen den in dieser Disziplin unschlagbaren AB1266 PHI. Dieser Umstand trifft allerdings auch auf jeden anderen Kopfhörer in diesem Universum zu. Also kein Grund für die junge Dame, sich diesbezüglich zu grämen.

Gibt es denn nun absolut keinen Bereich, wo DIANA gegen den großen Bruder zumindest einen Stich setzen kann? Nun, wie bereits eingangs erwähnt, betört DIANA mit ihrer hochmusikalischen und dynamisch direkten Art und zieht den Zuhörer so schon fast magisch in ihren Bann.

Um vielleicht einen kleinen Vergleich zu bemühen. Es ist der Unterschied, der einen GRADO GH1 von einem GRADO GS2000 separiert. Der GS2000 macht objektiv vielleicht vieles besser als der kleinere Kopfhörer. Mehr Raum, mehr Luft und mehr Präzision – aber eben nicht unbedingt auch mehr Gefühl. Wenn ihr jetzt wisst, was ich meine.

Mein Fazit

Erwartungsgemäß gewinnt der ABYSS AB1266 PHI den hausinternen Vergleichtest gegen die DIANA recht klar und rechtfertigt somit auch den deutlich höheren Verkaufspreis in Höhe von mindestens 5.450,- Euro.

Denn mit den oben beschriebenen Goodies schraubt sich auch der Preis sukzessive nach oben. 6.450,- Euronen werden für die Deluxe-Version aufgerufen, in Vollausstattung müssen gar 8.590,- Taler über die Ladentheke geschoben werden. Puhh.

Nichtsdestotrotz geht auch die ABYSS DIANA mit einem Preisschild von 3.450,- Euro nicht unbedingt als Sonderangebot durch. Und obwohl natürlich berücksichtigt werden muss, dass alle ABYSS Kopfhörer in recht aufwendigen und kostspieligen Herstellungsprozessen ausschließlich von Hand entstehen, erscheint mir der Preis beider Kopfhörer doch sehr ambitioniert.

Wobei die allgemeine preisliche Entwicklung im Kopfhörersegment der kleinen New Yorker HIGH-END Manufaktur sogar in gewisser Weise entgegenkommt. Vor 5 Jahren kam die geforderte Summe für einen AB1266 einem Affront gleich – heutzutage nimmt man die entsprechenden Preisschilder für Weltklassekopfhörer unter Umständen nur noch mit einem Achselzucken hin.

Der ABYSS AB1266 PHI rechtfertigt diesen Preis zumindest aber durch ein ansprechendes Gesamtpaket aus einer absolut perfekten Verarbeitung und der alles überragenden Klangqualität. Was mit nur geringfügigen Abstrichen auch für die kleinere ABYSS DIANA gilt. Im mobilen Betrieb ist dieser Kopfhörer allerdings der zukünftige Gradmesser.

Während der AB1266 PHI seine möglichen Besitzer aber scheinbar eher nach rein monetären Gesichtspunkten auswählt, verhält sich DIANA betreffend ihrer potentiellen menschlichen Partner sehr extravagant und äußerst divenhaft.

JPS-Labs entzieht sich bei diesem Kopfhörer durch die strikte Verfolgung ihrer konstruktiv radikalen Linie leider einen großen Teil der möglichen Zielgruppe selbst. Joe Skubinski sollte diese Strategie IMO vielleicht noch einmal überdenken und den Tragekomfort für Gruppe 2 schnellstmöglich nachbessern.

Wenn DIANA den Gralssuchenden bezüglich seiner menschlichen Gestalt allerdings akzeptiert hat und sich demzufolge auch geschmeidig an den entsprechenden Kopf des Ritters anlegt, so hat das kleine Biest schon gewonnen, sobald sirenenhaft die ersten Takte Musik erklingen. Versprochen.

Euer Fidelio



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COMMENTS2

  1. Hallo Fidelio,
    interessanter Bericht über die beiden Abyss-Kreationen…
    Den 1266 PHI hatte ich auch mal für 3 Monate, konnte aber klanglich (bin nahezu 100%iger Klassikhörer) nicht allzu viel damit anfangen.

    Noch ein kleiner Hinweis zu einem „Schönheitsfehler“ im Text: im Italienischen wird der Konsonant c vor einem hellen Vokal (e oder i) wie „tsch“ gesprochen, das verführt dazu, den italienischen Instrumentenname „Violoncello“ im Deutschen im Text als „CHELLO“ wiederzugeben…

    Herzlicher Gruß,
    Maximilian

    • Hallo Maximilian,
      wenn du klassische Musik präferierst, empfehle ich dir, doch einmal den ADX5000 von AUDIO TECHNICA zu testen. Sehr empfehlenswert.
      Und danke für den Hinweis mit dem Cello.
      Lieben Gruß
      Wolfgang


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