Test ZMF AUTEUR

Da bin ich wieder. Und heute teste ich für euch ein neues Wunderkind aus den USA – den ZMF AUTEUR. ZMF steht dabei für „Zach Mehrbach Films“ und lässt mich zunächst etwas ratlos zurück. Die obligatorische Recherche bringt aber schließlich die erhoffte Aufklärung.

Um sein Studium zu refinanzieren, nutzte Zach Mehrbach, Gründer und Inhaber von ZMF, bereits vor 6 Jahren sein Hörtalent bezüglich einer peniblen Abstimmung von Ohrlautsprechern, indem er FOSTEX T50RP Flächenstrahler sinnvoll modifizierte und ihnen seinen ganz persönlichen akustischen Stempel aufdrückte.

Wie der Firmenname es schon andeutet, lag es zunächst überhaupt nicht in der Absicht des Filmemachers, am langen Ende ein ernsthaftes Geschäft aus seiner Liebhaberei zu entwickeln. Inzwischen jedoch betrachtet Zach Mehrbach die umfassende Produktion seiner eigenen Ohrlautsprecher praktisch als seinen Vollzeitjob – die ursprüngliche Bezeichnung ZMF wurde jedoch beibehalten.

ZMF Kopfhörer genießen speziell in den USA einen ganz ausgezeichneten Ruf. Insbesondere dem AUTEUR wird in zahlreichen Hörberichten von der etablierten HEADFI-Szene ein enormes Potential attestiert. Laut zahlreicher begeisterter Rezensenten geht eine ausgewogene tonale Balance einher mit ausdrucksstarken Klangfarben und einem großartigen musikalischen Fluss.

Nun, solche Aussagen wecken selbstverständlich direkt meine Neugier. Denn derartig überzeugende akustische Qualitäten müssen natürlich erst einmal persönlich verifiziert werden. Oder eben halt auch nicht.

Ich möchte mich im Übrigen an dieser Stelle noch einmal bei Thomas Halbgewachs von der deutschen ZMF-Distribution bedanken, der diese Rezension nicht nur spontan ermöglicht-, sondern mir den AUTEUR zudem in 2 Holzvarianten für einen unmittelbaren Vergleich zur Verfügung gestellt hat.

Verpackung & Ausstattung

Der ZMF AUTEUR wird in einer soliden schwarzen Transportbox aus stabil wirkendem Kunststoff ausgeliefert, welche auf den Innenseiten mit weichem Schaumstoff ausgekleidet ist. Der Kopfhörer ist demzufolge hervorragend gegen Stöße und anderem möglichen Ungemach geschützt.

Auf Wunsch und gegen Aufpreis kann aber ebenso eine sehr wertig ausgeführte Behausung aus edlen Hölzern geordert werden, welche beim limitierten Sondermodell „COCOBOLO“ bereits zur Serienausstattung zählt. Sehr schön – aber nicht unbedingt notwendig. Bei mir verschwinden diese „Umverpackungen“ zumeist postwendend in unserer Abstellkammer.

Dennoch natürlich eine stimmige Umsetzung des limitierten Gesamtkonzeptes. Dazu passt dann auch die von Zach Mehrbach persönlich unterschriebene „Owner Card“, welche unter anderem auch die händisch eingetragene Seriennummer trägt.

Die Nummer 12 auf meinem COCOBOLO Testmuster zeugt ferner von der Exklusivität der auf jeweils 50 Stück limitierten Kopfhörer in den beiden Edelholzausführungen. Das etwas günstigere und unlimitierte Standardmodell in TEAK ist dagegen auch zukünftig bestellbar.

Die übrige Ausstattung gestaltet sich recht übersichtlich – ein abnehmbares Verbindungskabel in 2 m Länge und mit 6.3 mm Klinkenstecker ist selbstverständlich zwingend vorhanden, erfreulicherweise auch mit hörerseitig identischen Anschlüssen wie bei den Kopfhörern der Marke AUDEZE. Bereits vorhandene Zubehörkabel können so problemlos genutzt werden. Eine symmetrische 4-pol XLR-Verbindung ist dazu im ZMF Sonderzubehör erhältlich.

Gleichwohl findet sich aber auch ein zweiter Satz Ohrpolster des geschlossenen Kopfhörers EIKON im Originalzubehör. Dieser dient in erster Linie dem akustischen Feintuning durch unterschiedlich große Öffnungen im Vergleich zu den AUTEUR-Polstern und dürfte in einigen Fällen durchaus zum Einsatz kommen. Dazu später aber mehr im Klangtest.

Verarbeitung & Tragekomfort

Die materialtechnische Ausführung des dynamischen Spitzenkopfhörers von ZMF mutet beinahe ein wenig anachronistisch an. Denn schwere Hölzer und echte Tierhaut erhalten bei Zach Mehrbach grundsätzlich den Vorzug gegenüber Leichtmetall und atmungsaktivem Kunstleder.

Und auch ansonsten folgt der ZMF-AUTEUR der klassischen Lehre. Anstelle von HighTech-Werkstoffen wie beispielsweise Titan oder Kunstfaser setzt Zach Mehrbach bei den 50 mm messenden Treibermembranen des AUTEUR auf langjährig bewährte „Bio-Zellulose“ – oder einfacher ausgedrückt – er verwendet beschichtetes Papier zur präzisen Kontrolle der bewegten Luftmassen.

Die Verarbeitungsqualität ist dabei über jeden Zweifel erhaben. Der Kopfhörer wird nach erfolgter Bestellung vollständig von der Hand des Meisters selbst aufgebaut, wobei auch persönliche Wünsche berücksichtigt werden können.

Alle Holzflächen sind penibel mit Klarlack versiegelt und zudem auf Hochglanz poliert. Die akkurat vernähten Lederpolster aus Lammleder werden sorgfältig selektiert und weisen demzufolge auch nur eine sehr geringe Toleranz im Hinblick auf Größe und Form auf. Die Aluminium- bzw. Messingeinlagen zur akustischen Belüftung der Gehäuse sind außerdem sehr sauber gefräst in die Holzaussparungen der Ohrmuscheln eingelassen.

Das mitunter schwere Design dürfte allerdings nicht unbedingt jedem Interessenten gefallen, da die ZMF mit einem Lebendgewicht von 450 g in der SILKWOOD-Ausführung und 600 g in der COCOBOLO-Variante nicht gerade als filigraner Leichtbau durchgehen.

Aus diesem Grunde wird der lederbewehrte Kopfbügel aus Federstahl auf der Innenseite auch durch ein zusätzlich verschraubtes Band aus dem gleichem natürlichen Werkstoff ergänzt, was dem Tragekomfort durch eine gleichmäßigere Druckverteilung auf dem Kopf gänzlich entgegen kommt.

Auch die Ohren finden jederzeit genügend Freiraum unter den großzügig ausgeschnittenen und angenehm weichen Lederpolstern, der Anpressdruck wurde von Zach Mehrbach dazu bestmöglich gewählt.

Der Verstellmechanismus für die Anpassung des Kopfbandes weist dabei zwar einen völlig ausreichenden Einstellbereich auf, trifft aber aufgrund seiner rustikalen Konstruktion a lá AUDEZE sicherlich nicht jeden Geschmack. Obgleich der simple Mechanismus nach einmalig korrekter Positionierung vermutlich für viele Jahre einwandfrei seinen Dienst verrichten wird.

In Summe ergibt sich trotz des massiven Auftrittes gleichwohl ein recht hoher Tragekomfort, welcher IMO uneingeschränkt auch als langzeittauglich bezeichnet werden kann. Dies gilt primär natürlich für den SILKWOOD, aber auch der COCOBOLO kann mich diesbezüglich überzeugen.

Technik

Der ZMF AUTEUR markiert gegenwärtig das Ende eines langen Evolutionsprozesses, welcher sich speziell über die kontinuierliche Verfeinerung des holzfokussierten Basismaterials im interaktiven Zusammenspiel mit den eigens entwickelten 300 Ohm Bio-Zellulose-Treibern definiert.

Interessanterweise verfügt der ZMF AUTEUR über eine erstaunlich gute Isolierung von Außengeräuschen. Dies ist natürlich im Wesentlichen der halboffenen Gestaltung geschuldet. Zach Mehrbach’s konstruktive Zielsetzung war allerdings in allererster Linie, Kompressionseffekte zu vermeiden, sowie störende Resonanzen innerhalb der Gehäuse auszumerzen.

Die Ohrmuscheln werden durch 5 asymmetrisch gestaltete Schlitze sowie über das bereits erwähnte Metallgitter mit einem Durchmesser von 50 mm akustisch vollständig belüftet. Keine dieser Öffnungen wird hierbei mit Dämmmaterial versehen, um so jederzeit einen optimalen Luftstrom sicherzustellen.

Diese Maßnahmen sind beim ersten offenen Kopfhörersystem von ZMF klanglich von entscheidender Relevanz. Denn das musikalische Endergebnis übertrifft in der Summe aller integrierten und systematischen Bestandteile die tatsächlichen technischen Möglichkeiten der Einzelkomponenten IMO bei weitem. Das wird der nachfolgende Klangtest noch mehr als deutlich aufzeigen.

Zach Mehrbach wählt für die dynamischen Treiber seiner Ohrlautsprecher im Übrigen ganz bewusst die recht hochohmige Variante, um auf diese Weise eine entsprechend hohe Kompatibilität mit röhrenbewehrten Spielpartnern zu gewährleisten. Ganz im Sinne des technischen Anachronismus.

Mit einer Empfindlichkeit von 98 dB/mW kann der AUTEUR vorzugsweise auch mit schnellen OTL-Röhrenverstärkern kombiniert werden. Dies freut mich natürlich insofern, als dass mein FELIKS EUFORIA wieder einmal zeigen kann, zu welch musikalischen Höchstleistungen er gerade wirkungsgradstarke und hochohmige Kopfhörern beflügelt.

Vorbereitung

Ein geeigneter Spielpartner für den ZMF AUTEUR ist also schon gesetzt. Der FELIKS EUFORIA verfügt im Übrigen bereits serienmäßig über 2 der allerbesten Vorstufenröhren, welche gegenwärtig verfügbar sind – die PSVANE CV-181 MK2 in der GOLD Ausführung. Hier besteht also kein unmittelbarer Handlungsbedarf. In der Leistungssektion kommen bei mir zwischenzeitlich allerdings 2 TUNG SOL 5998 New-Old-Stock-Röhren (USA) zum Einsatz, welche die 6N13S NOS aus russischer Produktion ersetzen.

Als Signalquelle fungiert hier wie da ein mit AUDIRVANA PLUS+ optimierter APPLE IMAC, welcher meinen BAKOON DAC21 über USB mit feiner digitaler Kost beschickt. Selbstverständlich verlustfrei und in HIGH-RES Auflösung. AUDIOQUEST stellt dabei durchgängig die hochwertige Verkabelung aller beteiligten Komponenten sicher.

Das musikalische Testmaterial setzt sich wieder einmal aus den üblichen Verdächtigen zusammen. Mir bestens vertraute Hörbeispiele aus den Bereichen Klassik, Jazz, Blues, Rock und Pop dienen dabei als zuverlässige Beurteilungsgrundlage.

Weiterführende Informationen zum ZMF AUTEUR erhaltet ihr wie immer auf den Seiten des Herstellers unter: http://www.zmfheadphones.com/the-auteur/ Gerne könnt ihr aber natürlich auch die Homepage des deutschen Distributors kontaktieren: https://headphonecompany.com/produkt/zmf-auteur-over-ear-kopfhoerer/

Klangtest

Was macht einen guten Kopfhörer aus? Diese Frage ist zugegebenermaßen nicht ganz so einfach zu beantworten. Entscheidend ist selbstverständlich immer das jeweilige Einsatzgebiet. Denn an einen Ohrlautsprecher werden im mobilen Betrieb durchweg andere Ansprüche gestellt, als in der stationären Anwendung daheim.

Aber selbst in den heimischen 4 Wänden verleiht wohl jeder Gralsritter des Klanges den unterschiedlichen klanglichen Aspekten eine ganz individuelle Gewichtung. Dies ist natürlich auch stark abhängig von den musikalischen Präferenzen eines jeden Einzelnen.

Der eingeschworene Rocker, welcher vorzugsweise Live-Konzerten in Originallautstärke frönt, wird einem filigran aufspielenden elektrostatischen Kopfhörer zumeist wohl nicht viel abgewinnen können. Ein stiller Genießer von spärlich besetzten Jazz-Ensembles dagegen wird in der Regel mit der wirkungsgradstarken „Basstrommel“ möglicherweise ebenso nicht glücklich.

Oft überschneiden sich aber auch die Interessen im Hinblick auf einzelne Musikgenres und verschieben, je nach Tagesform, den persönlichen Fokus mal in die eine, mal in die andere Richtung. Dies mag auch mit ein Grund dafür sein, warum nicht wenige der Gralsritter zwischenzeitlich mehrere Kopfhörer ihr Eigen nennen.

Ein sehr guter Kopfhörer beherrscht für mich natürlich sämtliche Facetten der Musik. Er pflegt die leisen Töne ebenso, wie er mühelos grobdynamische Attacken meistert. Er rockt das Konzert und intoniert das Klavier. Grundsätzlich musiziert er einträchtig mit allen Spielpartnern zusammen, zeigt aber dennoch deren unterschiedlichen Charaktere auf und separiert naturgemäß die Röhren von den Transistoren.

Ein außerordentlich guter Kopfhörer besitzt IMO aber vor allem eine alles entscheidende Eigenschaft – er ist perfekt ausbalanciert.

Und tonale Balance ist auch genau das Stichwort für meinen heutigen Testprobanden. Denn der ZMF AUTEUR ist geradezu ein Musterbeispiel für klangliche Ausgewogenheit. Die Musik wirkt jederzeit wie aus einem Guss, ohne dabei einzelne Frequenzbereiche speziell zu akzentuieren. Das Zusammenspiel mit dem FELIKS EUFORIA erweist sich zudem als das perfekte Match.

Denn der hochohmig ausgelegte AUTEUR trifft beim polnischen OTL-Röhrenverstärker nicht nur leistungstechnisch voll ins Schwarze, sondern auch exakt meinen musikalischen Nerv. Diesem kongenialen Gespann über Stunden hinweg gefesselt zu lauschen, macht einfach nur unglaublich großen Spaß. Diese Kombination ist jedenfalls das Beste, was ich in dieser Preisklasse bisher gehört habe.

Der Bass des ZMF AUTEUR reicht für einen dynamischen Kopfhörer außerordentlich tief hinab und besitzt eine sehr gut konturierte Struktur. Er verfügt über allzeit genügend Druck, dickt dabei aber den Midbass nicht ein und beeindruckt durch eine äußerst exakte Rückantwort auf schnell aufeinander folgende Impulse im oberen Bereich. Das Bassverhalten erinnert im besten Sinne an magnetostatischen Flächenstrahler.

Bedingt durch diese hohe Grundschnelligkeit gelingt dem AUTEUR auch die Anbindung an den Grund- beziehungsweise Mittelton ganz hervorragend. Stimmen und Instrumente besitzen eine enorme Plastizität und bilden somit ein überzeugendes akustisches Fundament für praktisch jede Art von Musik.

Der Klangfarbenreichtum des ZMF AUTEUR im Mitteltonbereich ist nicht weniger als eine kleine Sensation in diesem Preissegment. Der Kopfhörer von Zach Mehrbach schlägt in dieser Disziplin sogar den FOCAL UTOPIA, einer der besten mir bekannten Spielpartner für den EUFORIA überhaupt. Der AUTEUR malt klangliche Details mit sehr feinem Pinselstrich und verleiht dem musikalischen Geschehen gleichermaßen eine ausgezeichnete Präsenz.

Der transparenten und luftigen Wiedergabe im Mittelton folgt ein nicht minder eindrucksvoller Hochtonbereich. Der AUTEUR glänzt dabei aber keineswegs mit ausnehmend strahlenden Höhen oder einem besonders spektakulären Auflösungsvermögen, obschon selbiges weit über dem Klassendurchschnitt liegt.

Der dynamische Kopfhörer von ZMF überzeugt vielmehr mit einer völlig linearen und gleichsam entspannten Spielart im gesamten Hochton und neigt speziell bei der Reproduktion von Sibilanten nie zu ungebührlicher Schärfe. Dabei streichelt der ZMF förmlich jeden einzelnen Ton mit viel Hingabe und gewährt ihm exakt das richtige Maß an Entfaltung, um im oberen Frequenzbereich ausnehmend realistisch zu wirken.

Nachhallfahnen klingen dadurch bedingt zeitrichtig und authentisch aus. Klaviersonaten genau wie großorchestrale Veranstaltungen sind exemplarisch mit dem ZMF am EUFORIA gleichermaßen ein absoluter Traum.

Diese Vielseitigkeit prädestiniert den AUTEUR für die musikalische Wiedergabe hochkomplexer Klangstrukturen auch bei höheren Abhörlautstärken, speziell bei Live-Mitschnitten von Rockkonzerten. Denn der AUTEUR beherrscht am FELIKS EUFORIA Grob- und Feindynamik aus dem FF.

Desgleichen fährt der Kopfhörer von Zach Mehrbach auch im Hinblick auf das räumliche Darstellungsvermögen nur Bestnoten ein. Die Bühnendarstellung ist sehr präzise gefächert, erreicht dabei nicht die Expansion eines SENNHEISER HD800, pendelt sich eher auf dem Niveau eines AUDEZE LCD X ein, übertrifft einen FOCAL CLEAR aber klar. Übrigens ein lustiges Wortspiel.

Insbesondere die genaue Staffelung in die Tiefe ist nicht nur preisklassenbezogen mehr als beachtlich. Stimmen und Instrumente werden bezüglich ihrer tatsächlichen Größe nicht nur im richtigen Verhältnis zueinander abgebildet, sie wahren auch einen genügenden Respektabstand zum Zuhörer. Die musikalischen Ereignisse werden zudem akkurat voneinander abgegrenzt, verbunden mit einer sehr hohen Randschärfe.

Die besten Erfahrungen habe ich im Übrigen mit den Originalpostern des AUTEUR gemacht. Selbige sind ein wenig stärker ausgeschnitten und spenden den Ohren auch ein wenig mehr Raum. Die EIKON-Ohrpolster verhelfen dem ZMF zwar zu geringfügig mehr Bassvolumen, schränken allerdings das Hochtonspektrum leicht ein und verleihen dem AUTEUR demzufolge ein etwas dunkleres Timbre.

Die einzelnen Holzvarianten nehmen ebenfalls nuanciert Einfluss auf das klangliche Gesamtergebnis. Während die SILKWOOD-Version die luftig-leichtere Spielart favorisiert und somit den höheren Frequenzen mehr Bedeutung beimisst, konzentriert sich der Kopfhörer aus COCOBOLO lieber auf eine besonders gewissenhafte Ausarbeitung des Mittelton- und Bassbereiches und verschafft Stimmen und Instrumenten dadurch bedingt mehr natürliche Gewichtigkeit.

Für eine lang anhaltende Liaison mit dem FELIKS EUFORIA präferiere ich persönlich das dunkle und schwere Holz aus Mittelamerika. Der engagierte Gralsritter erhält hier ein  neutral aufspielendes Klangsystem mit leicht warmer Note, welches darüber hinaus mit einer außerordentlich stimmigen tonalen Balance aufwartet.

Nachfolgend noch einmal meine Bewertungen im kurzen Überblick:

BASS

Beeindruckender Tiefgang mit sehr gut konturierter Struktur, druckvoll federnd und mit einer ausgezeichneten Impulsantwort. Für einen dynamischen Konustreiber fast schon referenzverdächtig.

GRUNDTON

Erdige und substanzielle Unterfütterung des Mitteltonbereiches. Leicht warmes Timbre, dennoch auf der neutralen Seite. Nahtlose Anbindung an den Bassbereich.

MITTELTON

Enorme Plastizität und gleichsam hohe Transparenz. Wunderschöne Klangfarben, dazu feinsinnig intoniert. Tonal nahezu perfekt ausbalanciert. Minimal akzentuierter Präsenzbereich in der SILKWOOD-Ausführung.

HOCHTON

Sehr lineare und entspannte Wiedergabe im gesamten Hochtonbereich. Dennoch einwandfreies Auflösungsvermögen und langzeittaugliche Reproduktion von Sibilanten ohne jegliche Schärfe.

RÄUMLICHKEIT

Sehr präzise, aber nicht sonderlich exzessive Bühnendarstellung. Hervorragende Staffelung in die Tiefe mit imposanter Ortungsschärfe. Realistische Größenabbildung. Natürlich ausklingende Nachhallfahnen.

DYNAMIK

Hoher Wirkungsgrad trotz 300 Ohm Impedanz. Selbst am EUFORIA explosive Grobdynamik mit exzellenter Attacke. Superbe Ausarbeitung von feinen Details selbst bei komplexem musikalischem Material.

Mein Fazit

Zach Mehrbach’s ZMF AUTEUR beweist eindrucksvoll, dass es nicht unbedingt immer wieder neuer Werkstoffe bedarf, um einen klanglich vorzüglichen Kopfhörer zu schaffen.

Dem AUTEUR genügen mehr oder weniger schlichte Papiermembranen in Kombination mit ausgeklügelten und perfekt in Szene gesetzten Holzbehausungen, um selbst einige teurere HighTech-Kopfhörer in ihre akustischen Schranken zu verweisen.

Speziell im harmonischen Zusammenspiel mit exquisiten Röhrenverstärkern läuft der ZMF zur musikalischen Hochform auf. Der AUTEUR ist insbesondere bezüglich seines Klangfarbenreichtums IMO direkt vergleichbar mit den großen Ohrlautsprechern der Marke GRADO und empfiehlt sich demzufolge als interessante Alternative.

Insbesondere Stimmen intoniert der dynamische Kopfhörer mit unvergleichlich zartem Schmelz und einem angenehm warmen Timbre. Die außerordentlich hohe Impulstreue und eine sehr transparent wirkende Wiedergabe überzeugen dabei ebenso wie völlig nahtlose Übergänge der einzelnen Frequenzbereiche.

Vorwerfen könnte man dem ZMF allenfalls sein relativ hohes Gewicht, speziell in der COCOBOLO-Ausführung, obgleich der allgemeine Tragekomfort bei beiden getesteten Versionen meines Erachtens recht hoch ausfällt. Im Zweifelsfalle solltet ihr dies aber natürlich persönlich ergründen.

Klanglich lässt der AUTEUR allerdings nichts anbrennen. Der halboffene ZMF trumpft mit einer erstklassigen klanglichen Balance auf, begeistert mit einer nahezu perfekten Tonalität und demonstriert zudem jederzeit musikalische Geschlossenheit.

IMO eine abstimmungstechnische Meisterleistung von Zach Mehrbach, vor der jeder ambitionierte Gralsritter vermutlich den imaginären Hut ziehen wird, sobald er dieser multifunktionalen Allzweckwaffe erst einmal gelauscht hat.

Mit einem unverbindlichen Verkaufspreis ab 1.699,- Euro je nach gewählter Holzsorte ist der Kopfhörer angesichts seiner außerordentlichen klanglichen Performance IMO zudem auch sehr fair eingepreist. Der ZMF AUTEUR verdient daher meine uneingeschränkte Empfehlung. Unbedingt Probehören.

Euer Fidelio



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