Hörcheck Astell&Kern Kann Cube

Der koreanische Hersteller ASTELL & KERN präsentiert auf der HIGH-END in München den brandneuen A&K KANN CUBE. Und das zweite Modell der Serie ist ein wahrhaftiges Kraftpaket. 

Denn der ASTELL&KERN KANN CUBE kombiniert erstmalig die überragende Leistung eines stationären Kopfhörerverstärkers mit den audiophilen Qualitäten einer hochprofessionell gestalteten DAC-Sektion, bestückt mit kanalgetrennten SABRE-9038PRO Referenzchips des amerikanischen Herstellers ESS. 

Diese Wandlerbausteine verfügen über jeweils 8 Kanäle und zeichnen sich durch einen höchstmöglichen Dynamikbereich und absolute Rauschfreiheit aus. Nach Aussage der Koreaner sorgen insbesondere die doppelte Chipsatzbestückung für überragende Separation sowie eine ausgezeichnete räumliche Darstellung aller musikalischen Ereignisse.

In Verbindung mit den vollsymmetrisch aufgebauten und neu entwickelten Verstärkerstufen ergibt sich eine für DAP bislang unerreichte dynamische Leistungsfähigkeit. Denn der KANN CUBE ist im symmetrischen Betrieb problemlos in der Lage, an seinen beiden Ausgängen eine Spannung von bis zu 12 Vrms (unsymmetrisch 6 Vrms) bereitzustellen. Damit übertrifft er beispielsweise einen A&K AK380 + AMP (symmetrisch 7,8 Vrms) sowie den kleineren Bruder A&K KANN (7,0 Vrms) schon recht deutlich.

Die Verstärkung des KANN CUBE ist zudem in drei Stufen regelbar, um sich so individuellen Anforderungen der jeweiligen Spielpartner anzupassen. Egal ob hoch sensitiver IEM oder leistungshungriger Over-Ear Bolide – der Name KANN ist Programm. Der großzügig dimensionierte Lithium-Polymer-Akkumulator des DAP stellt mit 7.800 mAh dazu eine adäquate Laufleistung von bis zu 8 Stunden sicher. 

Selbstverständlich beherrscht der KANN CUBE aufgrund der patentierten 32bit HyperStream Technologie von ESS die bitgenaue Wiedergabe bis zu 384 kHz und unterstützt natives DSD 256. Die Quad-Core CPU garantiert eine blitzschnelle Signalumsetzung auf dem 5-Zoll Display (720 X 1280 Bildpunkte), der interne Speicher von 128 GB ist über eine MicroSD Karte darüber hinaus auf eine Gesamtkapazität von 528 GB erweiterbar. 

Streaming über TIDAL oder QOBUZ ist desgleichen möglich und darüber hinaus auch Offline verfügbar. Der ASTELL&KERN kann aber selbstverständlich auch als reiner USB-DAC eingesetzt werden. Der Standard der Koreaner, AK-Connect, ist natürlich ebenfalls wieder mit an Bord.

Erstmalig bietet ein DAP von A&K außerdem die Möglichkeit, den Player über eine 5-polige XLR Minibuchse symmetrischen Zugang zu heimischen Audiosystemen oder Aktivlautsprechern zu verschaffen. Und somit entsprechend der Designphilosophie von ASTELL&KERN die systemübergreifende Vernetzung aller beteiligten Komponenten stetig voranzutreiben. Ein entsprechendes Kabel auf 3-pol XLR (Y-Type) ist im Zubehörprogramm der Koreaner natürlich zukünftig ebenso erhältlich.

Der A&K KANN CUBE ist fast schon erwartungsgemäß hervorragend verarbeitet. Der DAP verfügt über ein hochwertig und massiv wirkendes Aluminiumgehäuse, welches zusammen mit dem umfangreichen elektronischen Innenleben auch das relativ hohe Gewicht von 500 g bedingt. Das schlichte aber IMO elegante Blockdesign wird dabei optisch durch nur wenige mechanische Bedienelemente unterbrochen.

Neben der obligatorischen 3,5 mm Klinkenbuchse findet sich auf der Oberseite des DAP natürlich noch eine 2,5 mm messende Öffnung für den symmetrischen Betrieb. Auf der gegenüberliegenden Seite nimmt eine aktuelle USB-C Buchse Kontakt mit dem heimischen PC oder MAC mittels zügiger Datenübertragung auf. Gleichzeitig dient selbige aber auch zum Laden des Akkumulators.

Der sehr griffige und relativ große Volume-Drehregler, natürlich ebenfalls aus Aluminium, wird ergänzt durch drei schmale Drucktaster (Skip-Pause/Play-Skip) aus eben demselben Werkstoff. Komplettiert wird die Ausstattung auf der einzig noch verbleibende Seite mit dem zuvor beschriebenen 5-poligen Mini XLR-Anschluß sowie dem Einschubfach für die optionale SD-Karte.   

Der KANN CUBE spielt wie ein Großer.  

Als einer der ersten Rezensenten weltweit erhielt ich vorab schon die Gelegenheit, dem ASTELL&KERN CUBE ausgiebig auf den klanglichen Zahn zu fühlen. 

Um die leistungstechnischen Grenzen des aktuellsten Players der koreanischen High-End-Manufaktur möglichst vollständig auszuloten, teste ich den KANN CUBE in erster Linie symmetrisch mit der ABYSS DIANA PHI des amerikanischen Herstellers JPS Labs, da die anspruchsvolle Lady ja nicht unbedingt als Kostverächterin gilt.

Aber auch der gleichsam orthodynamische MEZE EMPYREAN und der AKG 812 PRO als typischer Vertreter der dynamischen Fraktion erhalten eine angemessene Spielzeit an der neuen Allzweckwaffe von A&K. Letzterer in der unsymmetrischen Betriebsart, da der AKG leider keine andere Möglichkeit offeriert.

Bereits nach wenigen Hörminuten in Kombination mit der ABYSS DIANA PHI wird klar, dass die Koreaner ganze Arbeit geleistet haben. Denn der KANN CUBE schiebt im Bassbereich wie ein Großer und unterlegt entsprechende Musik mit einem sehr überzeugenden sowie gleichsam strukturierten Tieftonfundament. 

Der Player wirkt überdies zu keiner Zeit angestrengt und schüttelt das ihm von mir auferlegte akustische Programm locker aus dem Ärmel. Egal ob großorchestrale klassische Einsätze oder tieffrequenter Techno-Pop – der KANN (CUBE) macht seinem Namen alle Ehre.

Dies ist somit zweifellos der stärkste aller DAP, welcher mir bislang zu Gehör gekommen ist. Aber der ASTELL&KERN glänzt nicht nur in Sachen Leistung. Die kanalgetrennte Auslegung der Wandlersektion zeigt offensichtlich Wirkung und der Player beeindruckt infolgedessen mit einem äußerst großzügigen Raumangebot in Breite und Tiefe.

Stimmen und Instrumente werden sehr präzise im räumlichen Kontext separiert und zudem messerscharf fokussiert. Selbige besitzen darüber hinaus auch ausreichend Korpus im Grundton, um genügend authentisch zu wirken, ansonsten eher eine Stärke von stationären Geräten. 

Speziell aber die Durchhörbarkeit des KANN CUBE in den mittleren Frequenzen ist herausragend. Selbst feinste Strukturen werden sauber aus jedwedem musikalischen Geflecht herausgeschält und ebenso mit der im Verhältnis perfekt dosierten Lautstärke wiedergegeben. 

Diese klangliche Qualität setzt sich in gleichem Maße über eine akribische Detailarbeit im Hochtonbereich fort. Das Auflösungsvermögen der ESS9038PRO Chipsätze ist tatsächlich exorbitant und übertrifft auch frühere (und zum Teil deutlich teurere) DAP’s der Koreaner bei weitem. Einfach nur große Klasse.

Der KANN CUBE zeichnet sich, wie nahezu alle DAP von ASTELL&KERN, durch ein transparentes und leicht helles Klangbild aus, was ihn für etwas dunkler timbrierte Kopfhörer geradezu prädestiniert. Infolgedessen wirkt die Kombination aus 812 PRO und dem koreanischen Edelplayer je nach Musikmaterial fast schon eine Spur zu analytisch, bei höheren Pegelstellungen neigt der AKG  gelegentlich etwas zur Schärfe.

Im Zusammenspiel mit dem MEZE EMPYREAN dagegen bleiben nahezu keine Wünsche offen. Was für eine famose Liaison dieser beiden Spielpartner. Die leichte Midbassemphasis des MEZE scheint fast wie weggeblasen, der Bass agiert trocken und gleichermaßen impulsschnell. Auch im Mittel- und Hochtonbereich spielt der EMPYREAN äußerst dynamisch und klangfarbenstark auf, dazu versehen mit einer minimal helleren Note – so muss das IMO sein. 

Dem koreanischen Hersteller ist mit dem KANN CUBE ein veritabler Volltreffer im DAP-Segment gelungen. Wer sich an den Abmessungen und dem etwas zu hohen Gewicht nicht stört, erhält mit diesem neuen ASTELL&KERN Player tatsächlich einen adäquaten mobilen Ersatz zu stationären Komponenten daheim. Zu einem mehr als fairen Angebot. 

Denn der neue ASTELL&KERN KANN CUBE ist ab Ende Mai in zu einem Verkaufspreis von 1.699,- Euro im Handel erhältlich. Weitere Informationen zum KANN CUBE erhaltet ihr auf der Homepage des Herstellers unter: Astell&Kern.com oder auch beim deutschen Vertrieb unter: Headphone Company.com

Der Sommer kann also kommen.

Euer Fidelio

  

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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