Paltauf HPA100 SP auf Musicalhead

Hörtest PALTAUF HPA100 SP

Die österreichische High-End Manufaktur PALTAUF AUDIO präsentiert den Kopfhörerverstärker HPA100 SP, welcher nicht nur mühelos alle (ortho-) dynamischen Ohrlautsprecher auf diesem Planeten in audiophiler Art und Weise zu bespielen vermag, sondern speziell in der dezidierten SP-Version gleichermaßen geeignet ist, selbst ausgewachsene Lautsprecher adäquat zu betreiben.

Über das natürliche Klangbild der Doppeltriodenröhre in der Vorstufensektion, in Kombination mit den symmetrischen und leistungsstarken Transistorenendstufen, soll der HPA100 SP laut Aussage von Wolfgang Paltauf nicht nur für eine plastische und dennoch transparente Darstellung von musikalischen Ereignissen verantwortlich zeichnen, sondern ebenso mit überragender Dynamik sowie einer phänomenalen räumlichen Abbildungsschärfe überzeugen. 

Während die Signalspannungsverstärkung über die streng selektierte E88CC Eingangsröhre unter aktiver Last dabei eine lineare und hohe Aussteuerbarkeit bei extrem geringen Verzerrungen ermöglicht, sorgen die komplementären Lateral-MOSFETs in optimierter AB-Einstellung und somit geringster Verlustleistung für eine hohe Stromlieferfähigkeit mit maximaler Bandbreite von 10 – 100.000 Hz. 

Verarbeitung vom Feinsten

Die Audio-Verstärkerstufen verfügen zudem über eigene Stabilisierungen und werden mittels eines großzügig dimensionierten 400 Watt Schaltnetzteils mit sauberem Strom gespeist – die Steuerfunktionen besitzen darüber hinaus eine separate und unabhängige Stromversorgung. Die Lautstärkeregelung des HPA100 SP erfolgt ferner über ein Potentiometer der Marke ALPS, welches als Shuntregler in Kombination mit einem 0,1% Präzisionswiderstand geschaltet wird.

Überhaupt wirkt das neueste Meisterwerk von Wolfgang Paltauf, wie schon der PALTAUF KHV ESD, welchen ich im vergangenen Jahr bereits ausführlich für euch auf Musicalhead rezensiert habe, nicht nur konstruktiv sehr aufgeräumt und gleichsam gut durchdacht, sondern begeistert wiederum mit ausgezeichneter Verarbeitung sowie einer exzellenten Qualität der verwendeten Bauteile. 

Platinen mit optimierter Leiterbahnführung, hochwertige Folienkondensatoren im Signalweg und 105° Elektrolytkondensatoren mit hoher Lebensdauer in der Stromversorgung zeugen rundum vom Betreben des kleinen österreichischen Herstellers, dem zwischenzeitlich erworbenen, hervorragenden Ruf im Kopfhörersegment auch im vorliegenden Fall vollumfänglich gerecht zu werden.

Auf die Dauer hilft nur Power

Im Klangtest verblüfft der PALTAUF HPA100 SP, für dessen kurzfristige Bereitstellung ich mich noch einmal ganz herzlich bei Thomas Stiegler von PALTAUF AUDIO bedanken möchte, bereits in den ersten Hörminuten mit schier unbändiger Spielfreude in Verbindung mit dem HIFIMAN SUSVARA, welcher aufgrund des recht bescheidenen Wirkungsgrades einer exzessiven Leistungszufuhr bekanntlich nicht ganz abgeneigt ist. 

Ein Blick auf das technische Datenblatt liefert die Erklärung für das dynamisch explosive Hörerlebnis – der HPA100 SP beschickt seine beiden Kopfhörerausgänge – wahlweise in 6,3 mm Klinke oder 4-pol XLR-Ausführung – mit gigantischen 2 x 20 Watt an 32 Ohm (2 x 5,4 Watt an 120 Ohm). An den LS-Ausgängen stellt der PALTAUF sogar bis zu 2 x 120 Watt an 4 Ohm bereit – was den HPA100 SP für weitere akustische Glanztaten prädestiniert. Dazu aber später mehr.

Der HIFIMAN SUSVARA zeigt am österreichischen Kraftpaket in dynamischer Hinsicht als veritabler Gradmesser eindrucksvoll auf, über welche unglaublichen Bassqualitäten der orthodynamische Ohrlautsprecher von Dr. Fang Bian in Kombination an tatsächlich geeigneten Spielpartner verfügt. Keine Spur einer Druckminderung im Frequenzkeller oder mangelnder Konturierung im Midbass aufgrund schwachbrüstigen Verstärkung. So muss das sein. 

Leistung ist eben durch nichts zu ersetzen. Außer natürlich durch noch mehr Leistung – und selbstredend nur in Verbindung mit einer exzellenten akustischen Qualität. Denn auch im klangrelevanten Mitteltonbereich beeindruckt der SUSVARA im kongenialen Zusammenspiel mit dem HPA100 SP mit sensationell plastischen Wiedergabeeigenschaften und einer messerscharfen und dreidimensionalen Ränderung von Stimmen und Instrumenten. 

Souveräne Spielkontrolle

Dabei wahrt der österreichische Kopfhörerverstärker jederzeit souverän die Kontrolle über das Geschehen und begeistert durch eine erstklassige Durchzeichnung selbst hochkomplexer musikalischer Strukturen. Und während sich die maximal mögliche Bühnenbasisbreite aus meiner Sicht auf ein durchaus respektables Maß für diese Preisklasse einpendelt, überrascht das dynamische Duo mit einer räumlichen Staffelung in die Tiefe auf absolutem Weltklasseniveau.   

In dieser Disziplin spielt der PALTAUF HPA100 SP meines Erachtens sogar annähernd auf Augenhöhe mit dem RIVIERA AIC10, was angesichts der eklatanten preislichen Differenz einer kleinen Sensation gleichkommt. Und auch in Sachen Klangfarben läßt der neue Kopfhörerverstärker von Wolfgang Paltauf nichts anbrennen, indem er den HIFIMAN SUSVARA jederzeit mit genügend Röhrenwärme umgibt, ohne dabei eine wahrlich akribische Detailarbeit zu vernachlässigen. 

Dadurch bedingt spielt der HIFIMAN SUSVARA auch im sensitiven Hochtonbereich frei jedweder Schärfe und Sibilanz auf, wobei der neue Röhren-Hybrid-Verstärker selbst die hauseigene Konkurrenz in Gestalt des PALTAUF KHV-ESD hinsichtlich des vorzüglichen Auflösungsvermögens aus meiner Sicht noch um Nuancen übertrifft – ganz großes Kopfhörer-Kino.

Kongeniale Verstärkung

Welches über die Lautsprecher-Option der SP-Version tatsächlich noch getoppt werden kann. Denn der HPA100 SP erweist sich überdies als perfekter Gefährte für den RAAL REQUISITE SR1a, den ich vor geraumer Zeit ebenfalls auf Musicalhead rezensiert habe. In Verbindung mit der im Lieferumfang des SR1a inkludierten Adapterbox, welche über ein spezielles Schaltungslayout einen konstanten Lastwiderstand für den jeweiligen Verstärker generiert, treibt der PALTAUF den RAAL Flächenstrahler nahezu kompressionsfrei bis hin zu ambitionierten Lautstärkepegeln.

Das leicht erdige Spiel des HPA100 SP verleiht den Bändchen des SR1a zudem die nötige Wärme und Substanz im Grundton, ohne dabei deren überragende Transparenz im Mitteltonbereich zu beeinträchtigen. Und selbst die mitunter etwas vorlauten Höhen zähmt der österreichische Kraftziegel in vortrefflicher (Röhren-) Manier. Neben dem OCTAVE V110 SE zählt der HPA100 SE aus meiner Sicht somit zu den bestmöglichen Partnern für den serbischen Ohrlautsprecher.    

Der PALTAUF HPA100 SP ist ab sofort im deutschen Fachhandel zu einem offiziellen Verkaufspreis von 3.990,- Euro erhältlich – wer auf die Lautsprecheroption verzichten kann oder möchte, muss beim Händler seines Vertrauens einen Zahlbetrag in Höhe von 3.690,- Euro kalkulieren. Hier wie da ist der Kopfhörerverstärker meines Erachtens nicht nur mehr als fair eingepreist, sondern kann ob seiner musikalischen Qualitäten fast schon als formidables Schnäppchen gelten.

Und diesen preislichen Bonus hat der HPA100 SP mit dem KHV-ESD im Übrigen gemein.

Euer Fidelio   

Meine Wertung

Klangqualität (60%) : 5 von 5 Ohren
Ausstattung (20%) : 4 von 5 Ohren
Verarbeitung (20%) : 5 von 5 Ohren

Musicalhead TOP 10


(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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COMMENTS5

  1. Hallo Fidelio,
    könnte der Paltauf denn auch den Raal SR1a und falls ja, wie gut würde sich beides vertragen?

    • Hallo,
      habe ich in meinem Testbericht zum HPA100 SP ja bereits beschrieben. 😉
      Lieben Gruß
      Wolfgang

      • Oh je, man sollte immer alles lesen, sorry. Der Paltauf scheint für seinen Preis ja wirklich eine eierlegende Wollmilchsau zu sein.

  2. Hi

    Thank you for an excellent review! Any thoughts on this vs Khv-Esd?

    • Hi Marcus,
      the two amplifiers are quite comparable in terms of sound quality. The HPA100 plays a little more dynamically, the ESD has in my opinion the somewhat nicer timbres.
      Greetings
      Wolfgang


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