ASTELL&KERN ACRO L1000

Hörcheck ASTELL&KERN ACRO L1000

ASTELL&KERN möchte sich zukünftig auch im stationären HIGH-END Segment neu positionieren. Der einzigartig gestylte Desktop-Amplifier ACRO L1000 begründet dabei eine völlig neue Produktlinie der Koreaner.

Denn der DAC/Kopfhörerverstärker zieht bereits durch sein außergewöhnliches Design die Blicke des Betrachters unmittelbar auf sich. Insbesondere der prominente Drehknopf sticht sofort ins Auge.

Eine umlaufende LED-Kette zeigt dabei die aktuelle Lautstärke an. Der massive, aber gleichsam sehr leichtgängige Regler aus grau eloxiertem Aluminium wird im Korpus vervollständigt durch einen gelungenen geometrischen Mix aus unterschiedlichen Flächen und Formen aus dem gleichen hochwertigen Material, welcher die auffällige Designsprache von ASTELL&KERN wieder einmal kunstfertig aufgreift.

Der USB-DAC des ACRO L1000 operiert kraft eines Chipsatzes AK4490 von AKM, wohlbekannt aus dem ehemaligen Referenzplayer AK380. Die kanalgetrennten 32-bit Wandler verarbeiten somit problemlos PCM-Signale bis zu 384 kHz, natives DSD 256 wird aber selbstverständlich ebenfalls unterstützt.

Die analogen Ausgangsstufen des Kopfhörerverstärkers stellen im unsymmetrischen Betrieb wahlweise über jeweils eine 3.5 mm- beziehungsweise 6.3 mm-Klinkenbuchse eine maximale Spannung von 6.0 Volt bereit, symmetrisch liegen sogar 8,5 Volt an. Erfreulicherweise verfügt der L1000 anschlussseitig primär über einen 4-poligen XLR-Ausgang, aber auch die oft übliche 2.5 mm Klinkenvariante ist verfügbar.

Über einen Druckschalter können zudem 3 verschiedene Filter gewählt werden, deren jeweilige Aktivierung mittels einer entsprechenden LED in den Farben Blau (neutral), Grün (leichte Bassanhebung) und Rot (maximaler Verstärkungsfaktor) angezeigt wird.

Der A&K ACRO L1000 bietet weiterhin die Möglichkeit, über die integrierten Endstufen gegebenenfalls auch kleine passive Lautsprecherboxen anzutreiben. Mit einer Leistungsangabe von zweimal 15 Watt an der Lastimpedanz von 4 Ohm reißt der L1000 verständlicherweise keine Bäume aus, dennoch ergänzt diese sinnvolle Option das insgesamt sehr schlüssige Schreibtischkonzept der Koreaner.

Musikalisch eine ehrliche Haut.

Klanglich schlägt der A&K ACRO L1000 bereits im ersten Hörcheck eine ausgesprochen neutrale Gangart an. Aufbauend auf einem eher schlanken, aber äußerst präzise konturierten Bassbereich, überzeugt der L1000 zudem mit einem achtbaren Grundton, sehr authentischen Klangfarben im Mitteltonbereich und fein und akribisch aufgelösten Höhen.

Dabei verkneift sich der A&K glücklicherweise jegliche Schärfe bei der Wiedergabe von Sibilanten, obgleich der Kopfhörerverstärker sein Transistorprinzip natürlich zu keiner Zeit verleugnen kann. Wer wohlige Wärme bei gleichsam exzessiven Raumgrenzen bezüglich der Reproduktion seiner musikalischen Schätzchen erwartet und präferiert, sollte sich demzufolge besser in der röhrenbewehrten Fraktion umschauen.

Auch in Sachen Dynamik lässt der ACRO L1000 nichts anbrennen und treibt selbst magnetostatische Schwergewichte wie einen ABYSS AB1266 äußerst respektabel bis hin zu ambitionierten Abhörpegeln an. Der A&K pflegt aber ebenso die leisen Töne und beherrscht insbesondere eine sensible Wiedergabe feindynamischer Schattierungen wie nur wenige andere KHV in seiner Preisklasse.

Dabei agiert der A&K jederzeit vor einem rabenschwarzen Hintergrund. Selbst bei hochempfindlichen IEM, wie beispielsweise dem CAMPFIRE ANDROMEDA, sind keine internen Störgeräusche vernehmbar. Der A&K ACRO L1000 ist akustisch eben eine ehrliche Haut, passend zur audiophil ausgerichteten Philosophie der koreanischen Manufaktur.

In Deutschland erhältlich ist der neue Desktop-Verstärker zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 999,- Euro. Angesichts der vielseitigen Qualitäten des neuen ACRO L1000 ein IMO außerordentlich verlockendes Angebot von ASTELL&KERN. Weitere Informationen erhaltet ihr im Übrigen auf der Homepage des Herstellers: astell&kern.com oder auch beim deutschen Vertrieb unter: headphonecompany.com

Euer Fidelio



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