Test STAX SRM D10 & STAX SRM D50

Da bin ich wieder. Und heute teste ich für euch zwei neue elektrostatische Kopfhörerverstärker/DAC der japanischen Manufaktur STAX – den mobilen STAX SRM D10 und den stationär-transportablen STAX SRM D50.

Und diese beiden Pretiosen weisen 2 entscheidende Neuerungen im Vergleich zu den bisherigen Gerätschaften der Japaner auf. Zum einen wurden erstmalig in der Firmengeschichte Digital-Analog-Wandler des Herstellers ESS SABRE in die entsprechenden Gehäuse implementiert, zum anderen werden beide KHV nunmehr vollständig in China gefertigt. 

Um jetzt aber bereits schon im Vorfeld die zahlreichen Aufschreie langjähriger STAX-Fans ob der neuen Produktionsstätte im Keim zu ersticken – sowohl der SRM D10, als auch der SRM D50 sind einwandfrei verarbeitet und geben diesbezüglich keinerlei Anlass zu Kritik.

Der kleine SRM D10 markiert zudem den allerersten mobilen DAC-Hochvoltverstärker der Marke STAX. Endlich wieder einmal eine echte Innovation des japanischen Herstellers. Zumal auch andere elektrostatische Kopfhörer mit 580 V Gitterspannung problemlos betrieben werden können.

In den letzten Monaten habe ich einige Anfragen erhalten, wieso ich in erster Linie nur dynamische Kopfhörer nebst den entsprechenden Spielpartnern rezensiere und die elektrostatische Fraktion in meinen Testberichten bislang recht wenig Berücksichtigung fand. Einzig allein der Vergleichstest zwischen dem STAX SR-L700 und dem SENNHEISER HD800S vor nunmehr 2 Jahren kennzeichnet die rühmliche Ausnahme von der Regel. 

Diese zugegebenermaßen recht spärliche Ausbeute ist primär dem Umstand geschuldet, dass sich die Auswahl an elektrostatischen Modellen in der jüngeren Vergangenheit grundsätzlich auf nur wenige Exemplare im deutschen Markt beschränkte und der Hersteller STAX das Top-Segment außerdem jahrzehntelang alleinig dominierte. 

Preisliche Exoten wie das HE1 System von SENNHEISER oder das entsprechende Pendant von HIFIMAN, das SHANGRI-LA, einmal außen vor gelassen, betreten mit dem SHANGRI-LA (Junior), dem SONOMA M1 und dem MRSPEAKERS VOCE aber zwischenzeitlich weitere potentielle Anwärter auf den elektrostatischen Thron die Klangbühne. 

Sogar in mittleren Preissegmenten erwächst dem japanischen Anbieter STAX, beispielsweise mit dem JADE 2 System von HIFIMAN, neu erstarkte Konkurrenz. Für Spannung ist zukünftig also bestens gesorgt. 

Ich habe mich demzufolge kurzerhand entschlossen, euch in den nächsten Monaten ein kleines Elektrostaten-Special auf Musicalhead zu offerieren und hoffe, damit auch euren zahlreichen Anregungen per Mail gerecht zu werden. 

Wie immer an dieser Stelle möchte ich mich übrigens noch einmal ganz herzlich bei Thomas Halbgewachs von der HEADPHONE COMPANY für die Bereitstellung meiner heutigen STAX Testkandidaten bedanken. Und wie üblich werden die Probanden natürlich pfleglich behandelt und im Anschluß an meine Rezension wieder unbeschadet retourniert.  

Aber wieder zurück zum eigentlichen Thema. Die beiden neuen STAX Kopfhörerverstärker fungieren somit wunderbar als Einstieg in die elektrostatische Welt und sind IMO darüber hinaus geeignet, soviel sei an dieser Stelle schon verraten, beim japanischen Hersteller gegebenenfalls eine Zeitenwende einzuläuten.

Verarbeitung & Ausstattung

Sowohl der STAX SRM D10 als auch der STAX SRM D50 sind mit massiven und robust wirkenden, silbernen Aluminiumchassis mit bis zu 4 mm Wandstärke versehen und überdies tadellos gefertigt. Und dies gilt nicht nur für die Auswahl der verwendeten Materialien, sondern trifft auch vollumfänglich auf die Verarbeitungsgüte zu. 

Perfekte Spaltmaße treffen auf sauber eingesetzte Schalter und Drehregler mit zudem sämiger Bedienung. Beide Geräte überzeugen dazu mit modernen Designelementen, welche im Falle des SRM D50 sogar mit der anachronistisch anmutenden, orangefarbenen VU-Meter Anzeige äußerst stilvoll harmonieren. 

Der mit einem ESS Sabre 9018 K2M Chipsatz bestückte SRM D10 verarbeitet über den Micro-USB-Eingang digitale Kost bitgenau sowie jitterarm über PCM bis zu 384 kHz und unterstützt zudem DSD128. 

Ausgangsseitig sorgen verzerrungsarme Operationsverstärker vom Typ TEXAS INSTRUMENTS OPA1642 für eine adäquate Signalverstärkung, ein Lithium-Ionen Akkumulator stellt dabei die entsprechende Leistungsversorgung sicher.  

Der STAX SRM D10 verfügt darüber hinaus auch über eine 3,5 mm messende Mini-Klinkenbuchse für analoge Audioquellen und kann somit problemlos mit hochwertigen Zuspielern verbunden werden.

Der SRM D10 lässt sich über den bekannten STAX 5-Pin Connector mit allen elektrostatischen Ohrlautsprechern der Marke verbinden, obgleich der DAC/KHV auch Fremdfabrikate akzeptiert, sofern selbige mit der benötigten Biasspannung von 580 Volt operieren.  

Der neue SRM D10 tritt in überaus kompakter Form an, misst der Zwerg doch nicht mehr als 75 mm in der Breite, 141 mm in der Tiefe, und 32 mm in der Höhe. Dazu bringt er nicht mehr als 450 g auf die Waage. Der Hersteller gibt eine Betriebszeit von 4,5 Stunden bei analogem Eingangssignal an, bei Nutzung des integrierten DAC reduziert sich die Laufzeit allerdings auf 3,5 Stunden.

Der größere (192 mm x  268 mm x 67 mm) und mit 4,5 kg auch deutlich schwerere STAX SRM D50 übertrifft den kleineren Bruder in erster Linie durch eine wesentlich höhere Ausgangsleistung. 

Während der SRM D10 über eine maximale Ausgangsspannung von 200 V r.m.s. und eine Verstärkung von 53 dB (450-fach) verfügt, stellt der SRM D50 400 V r.m.s. und 59 dB (900-fach) und damit die doppelte Leistung an seiner PRO-BIAS Buchse bereit.

Auch beim STAX SRM D50 beträgt die Gitterspannung 580 V. Signale nimmt der KHV/DAC digital per USB-B, S/PDIF coaxial, oder auch S/PDIF optisch entgegen, zwei RCA-Eingänge kümmern sich um analog zugeführte musikalische Kost. Auf der Vorderseite lassen sich die einzelnen Eingänge per solidem Kippschalter außerdem bequem und mit satter Rasterung umschalten.

STAX setzt bei ihrem neuen Desktop-Kopfhörerverstärker wiederum auf den identischen Chipsatz ESS9018 K2M und vertraut bei der Verstärkung ebenfalls auf Endtransistoren des Typs TEXAS INSTRUMENTS OPA1642. 

Das in das Gehäuse integrierte Netzteil in Form eines streufeldarmen R-Core-Transformators liefert die dazu benötigten Leistungsreserven. Die harmonische Verzerrung (Klirrfaktor) liegt bei beiden Geräten bei sehr geringen 0,025%, die Betriebstemperatur wird vom Hersteller mit 0-35° (<90% Luftfeuchtigkeit) angegeben. 

Und obgleich beide elektrostatischen KHV/DAC, insbesondere unter Einsatz des integrierten Wandlers, doch recht warm werden, verhalten sich meine beiden Probanden hinsichtlich Störgeräuschen völlig unauffällig. 

Einige Exemplare aus der ersten Charge des SRM D50 missfielen offenbar durch unschönes Transformatorbrummen, vermutlich hervorgerufen durch eine unzureichende Abschirmung, welche zwischenzeitlich wohl beseitigt wurde. Mein Testgerät überzeugt jedenfalls durch absolute Stille in allen Betriebszuständen. Abgesehen natürlich während der musikalischen Reproduktion.

Weiterführende Informationen zum STAX SRM D10 und zum SRM D50 erhaltet ihr übrigens wie immer auf den Seiten des Herstellers unter: https://staxaudio.com

Vorbereitung

Für die heutige Rezension der beiden Testkandidaten dient mir zunächst mein mit AUDIRVANA+ Software optimierter iMAC, welcher sowohl den STAX SRM D10 als auch den STAX SRM D50 über die entsprechenden USB-Ausgänge mit digitalen Signalen beschickt.

Um aber die Beschaffenheit der analogen Eingangssektionen der beiden STAXe beurteilen zu können, erhält der SRM D50 qualitativ adäquates Musikmaterial auch über die sehr hochwertige Wandlersektion meines BAKOON DAC21. 

Außerdem teste ich den SRM D10 natürlich auch mobil mittels meines iPHONE X und dem dazu notwendigen Camera-Connection-Kit. Um auch hier die klanglichen Grenzen des kleinen Ziegels auszuloten, probt der STAX ebenso das analoge Zusammenspiel mit dem ASTELL&KERN SP1000, welcher mit einem von mir ermittelten, nahezu idealen Line-Ausgangspegel von 1 V elektrischen Kontakt aufnimmt.

Als „Abhörmonitor“ fungiert in allen genannten Fällen mein STAX SR009 BK, welcher verlässliche Aussagen hinsichtlich der musikalischen Qualitäten der beiden Testgeräte liefern sollte. 

Die entsprechenden Digitaldaten in HIGH-RES Auflösung werden dabei entweder unmittelbar über QOBUZ gestreamt oder direkt von den entsprechenden Festplatten abgerufen. Die Musik setzt sich mobil wie stationär zusammen aus verschiedenen Hörbeispielen aus Klassik, Blues, Jazz, Rock und Pop.

Klangtest

Den Anfang macht der mobile STAX SRM D10. Und bereits zu Beginn legt der Zwerg an meinem iMAC munter los und unterstreicht nachdrücklich seine musikalischen Ambitionen. Denn der kleine STAX agiert überraschend spritzig und kraftvoll und setzt den SR009 BK sogleich virtuos in Szene. 

Zumal der SRM D10 auch keinerlei Zeit verliert und flugs eine der größten Stärken aller elektrostatischen Kopfhörer herausstellt – die extrem hohe Impulstreue. Beinahe beiläufig stellt sich so bereits nach wenigen Minuten ein großartiger musikalischer Fluß ein. So macht Musikhören Spass. 

Mit sensiblem Timing und viel rhythmischem Feingespür setzt der STAX SRM D10 das Bühnenarrangement im Zusammenspiel mit dem SR009 BK zwar mit leicht heller Note, aber gleichwohl harmonisch in eine sehr gute Balance. 

Selbst bei komplexen klanglichen Strukturen werden feindynamische Schattierungen sensibel und akribisch aus jedwedem klanglichen Geflecht herausgearbeitet und in einer immensen akustischen Dichte präsentiert. 

Dennoch gelingt die Zuordnung auf der imaginären Klangbühne ganz famos, der SRM D10 verliert selbst bei relativ ambitionierten Pegelstellungen nicht direkt die musikalische Übersicht. Erst bei sehr hohen Lautstärken mit gleichsam verstärktem Bassanteil geht dem Bonsai-Verstärker irgendwann dann doch die Luft aus. 

Apropos Bass – der SRM D10 entlockt dem SR009 BK schon ein erstaunlich druckvolles Fundament. Dies war für mich in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten. Selbst getragene Bässe werden stets sauber konturiert und zudem mit ausreichend Tiefgang reproduziert. 

Aber auch der Grundton verfügt jederzeit über genügend Substanz, wenngleich er zu keiner Zeit die Erdigkeit eines dynamischen Kopfhörers erreicht und die STAX Kombination ihre elektrostatische Natur somit nie gänzlich verleugnen kann. 

Auf der anderen Seite glänzt der SRM D10 im Zusammenspiel mit dem SR009 BK insbesondere im hörrelevanten Mitteltonbereich mit einer überragenden Transparenz und einer ungezügelten Spielfreude.

Und – was soll ich sagen – das Auflösungsvermögen des SR009 (BK) im Hochtonbereich zählt auch nach nunmehr 8 Jahren Produktionszeit immer noch zur absoluten Weltspitze. Zu meiner großen Freude ist der kleine SRM D10 außerdem in der Lage, den großen STAX in dieser Disziplin erstrahlen zu lassen, ohne das Gehör mit einer allzu spitzen Sibilantenwiedergabe zu strapazieren. 

Die filigran vorgetragene Detailarbeit der beiden STAX’e überzeugt dabei ebenso wie eine nahezu perfekte Reproduktion der Transienten. Insbesondere klassische Instrumente begeistern mit authentischen Klangfarben und sehr natürlich ausklingenden Nachhallfahnen im virtuellen Raum. Insbesondere für eine mobile Lösung einfach nur Klasse. 

Wenngleich die Staffelung in die Tiefe allenfalls durchschnittlich gerät. Die Abbildung einzelner Ereignisse wirkt, je nach verwendetem musikalischen Material, mitunter etwas zu flächig und wird bis in die hintersten räumlichen Register IMO auch nicht genügend differenziert projiziert.   

Der Wechsel des Signallieferanten offenbart recht schnell die Ursache dieser räumlichen Unpässlichkeit. Denn in Verbindung mit dem ASTELL&KERN SP1000 am analogen Eingang des SRM D10 nimmt speziell die Ortbarkeit von Stimmen und Instrumenten im räumlichen Kontext zu, selbige werden somit auch etwas präziser fokussiert.  

Da das Dynamikverhalten am SP1000 ebenfalls geringfügig eskaliert, liegt die Vermutung nahe, daß der integrierte ESS-DAC-Chipsatz des SRM D10 eine eher sanfte und leicht abgerundete Spielweise präferiert. 

Diese Annahme bestätigt der erneute Umstieg auf mein iPHONE X – die musikalische Darstellung der beiden Spielpartner wirkt wiederum ein wenig geglättet, akustische Kanten werden hier und da minimal abgeschliffen. 

Um dies bitte jetzt nicht falsch zu verstehen. Die klanglichen Interpretationen der unterschiedlichen Wandlerbausteine sind zum einen selbstverständlich marginaler Natur, andererseits wie immer auch Geschmacksache. Nur gut, wenn man dann die Qual der Wahl hat.

Die tendenziell analytische Spielart der kleinen STAX-Kombi wird wahrscheinlich auch nicht jedermanns Geschmack treffen. Neuinteressenten im elektrostatischen Lager, welche grundsätzlich eine eher warme und vollmundige Präsentation ihrer musikalischen Schätzchen favorisieren, sind hier IMO sowieso an der falschen Adresse.

Für alle anderen Gralsritter offeriert STAX mit dem SRM D10 allerdings eine ausgezeichnete Möglichkeit, die persönliche Lieblingsmusik zukünftig auch gerne einmal mobil genießen zu dürfen. Ob der größere Bruder hier noch eine Schippe drauflegen kann? 

STAX SRM D50

Der STAX SRM D50 hat sich zwischenzeitlich schon warmgelaufen – und dies ist durchaus wörtlich zum verstehen. Die Oberflächentemperatur des quadratischen Desktop-Verstärkers wäre nämlich zweifellos geeignet, meine obligatorische Tasse Kaffee dauerhaft auf korrekter Temperatur zu halten.

Scherz beiseite, der stylische STAX Amp erreicht auch nach mehreren Stunden Laufzeit keine wirklich kritischen Werte. Ich habe in den vergangenen Monaten schon einige Gerätschaften rezensiert beziehungsweise getestet, welche im endgültigen Betriebszustand wesentlich höhere Gehäusetemperaturen aufwiesen.  

Gegenüber einem WOO AUDIO WA8 ECLIPSE beispielsweise ist der SRM D50 ein regelrechter Waisenknabe. Demzufolge kann diesbezüglich wohl auch Entwarnung gegeben werden. Zumal ferner berücksichtigt werden sollte, dass der großflächige Aluminiumkörper ja einen nicht unerheblichen Teil der überschüssigen Wärme abführt.

Hinsichtlich einer gesteigerten Performance wird der STAX jedenfalls meinen Erwartungen gerecht. Dies ist in erster Linie natürlich den deutlich größeren Leistungsreserven des SRM D50 zu verdanken, der KHV/DAC ist gleichzeitig aber auch minimal dunkler timbriert als das mobile Pendant. Trotzdem bleibt die STAX Kombination jederzeit der klanglichen Neutralität verpflichtet.  

Überhaupt hinterläßt die Verstärkersektion einen erstaunlich potenten Eindruck. Die schiere Bassgewalt im Zusammenspiel mit dem STAX SRM D50 ist insbesondere für einen SR009 recht beeindruckend, denn der elektrostatische Kopfhörer ist ja nicht unbedingt für seinen exorbitanten Tiefbass bekannt.

Der schnelle und zugleich sehr gut strukturierte Bass schiebt und drückt jedenfalls mit Verve, dass es ein wahre Freude ist. Von den exzessiveren Fähigkeiten im Bassbereich profitieren aber gleichermaßen auch Plastizität und Räumlichkeit.

Der Grundton gewinnt beim SRM D50 im Vergleich zum kleineren Bruder so substanziell hinzu, Stimmen und Instrumente besitzen zudem gerimgfügig mehr Korpus und Volumen. Bezüglich der feinen Durchzeichnung im Mittelton herrscht allerdings nahezu Gleichstand. Der größere Kopfhörerverstärker kann hier IMO keine signifikanten Vorteile für sich verbuchen.

Auch im Hochtonbereich agieren beide STAX’e auf dem gleichen hohen Niveau, sofern nicht allzu ambitioniert am silbernen Lautstärkeregler des SRM D10 gedreht wird. Denn bei sehr hohen Abhörpegeln neigt der kleinste STAX nämlich leistungsbedingt etwas zur Schärfe. 

Überhaupt bewahrheitet sich wieder einmal die Erkenntnis, dass Leistung durch nichts zu ersetzen ist – außer natürlich durch noch mehr Leistung. Vorausgesetzt die klanglichen Qualitäten stimmen. Und genau diese sind beim SRM D50 in mehr als ausreichendem Maße vorhanden.

Welche aber noch steigerungsfähig sind. Denn erneut erweist sich die Wandlersektion des STAX als das schwächste Bauteil in der Kette. Wobei selbstverständlich auch diese Aussage stark relativiert werden muss. Denn – keine Frage – die Implementierung des Chipsatzes von ESS-SABRE ist den STAX Ingenieuren zweifelsfrei gelungen. 

Aber ein Weltklassewandler wie der BAKOON DAC21, welcher übrigens ebenfalls mit einem älteren Chipsatz des Typs ESS9018 operiert, zeigt abermals eindrucksvoll auf, dass letztendlich und in allererster Linie die optimale Auslegung beziehungsweise Anpassung der analogen Ausgangsstufen für eine überragende Musikalität verantwortlich zeichnet.

Am DAC21 öffnet sich der Raum endlich auch ausreichend in die Tiefe und obgleich der SRM D50 nochmalig an Bühnenbasisbreite, Dynamik und Detailauflösung zulegt, pflegt er am BAKOON ungeachtet dessen eine hochmusikalische, überraschend entspannte und vor allem sibilantenfreie Gangart. Genau so muss das eben sein. 

Mein Fazit

Aus meiner Sicht ist der Schritt von STAX, zukünftig auch auf integrierte DAC/KHV-Lösungen zu setzen, sehr zu begrüßen. Insbesondere der STAX SRM D10 liegt voll im derzeitigen Trend und ermöglicht vielen treuen Kunden der Marke endlich auch eine mobile Verwendung ihrer elektrostatischen Kopfhörer. 

Und dies ist umso erfreulicher, als dass die generelle Auslegung mit 580 V Gitterspannung auch wahlweise die Nutzung von Fremdfabrikaten von beispielsweise HIFIMAN oder MRSPEAKERS erlaubt. Klanglich spielt der SRM D10 bereits auf einem sehr hohen Niveau und läßt diesbezüglich keine Wünsche offen, sofern man sich mit relativ moderaten Ahörpegeln arrangieren kann.

Der STAX SRM D50 erweist sich natürlich allenfalls als semi-mobile Desktop-Offerte, macht diesen Nachteil aber durch nochmals leicht gesteigerte musikalische Qualitäten mehr als wett. 

Versehen mit einem etwas ruhigeren Klangbild, agiert der SRM D50 aufgrund der deutlich höheren Leistungsreserven nicht nur etwas souveräner als das kleinere STAX Modell, die analoge Verstärkersektion skaliert auch ganz ausgezeichnet mit exquisiterem DAC Material.

Zu offiziellen Verkaufspreisen von 999,- Euro für den STAX SRM D10 und 1.349,- Euro für den STAX SRM D50 hat der japanische Hersteller nunmehr zwei ganz heiße Eisen im Feuer, welche selbst am Kopfhörer-Spitzenmodell SR009 (BK),(S) musikalisch eine hervorragende Figur abgeben. Und demzufolge auch meine uneingeschränkte Empfehlung an alle Gralsritter des feinen Klanges erhalten.

Euer Fidelio

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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COMMENTS2

  1. Hallo ins Öcher Land,
    guter Beitrag, sehr detailliert und exakt auf die Unterschiede eingegangen, findet man nicht überall, danke dafür. Trotzdem eine Frage zum Thema E-Staten allgemein: Warum findet man in den Magazinen so wenige Tests und Vergleiche mit neuen Entwicklern und nur die schon bekannten Platzhirsche? AUDIO bringt ja jetzt endlich mal auch einen Vergleich SR 009 am SRM D10, (Ausg.11/19) aber das ist auch schon alles. Andere Musikverlage jammern über angebliche Probleme der Testgeräte-Beschaffung, andere rümpfen bei dem Namen Stax die Nase. Könnte von Eich nicht mal ein Vergleich mit Kleinherstellern wie Rauenbühler oder Inexxon inszeniert werden? Das wäre doch sicher machbar und fair. Dass die Hersteller / Vertreiber der Geräte grundsätzlich keine Testgeräte zur Verfügung stellen (Brieden-Verlag) halte ich ehrlich für ein Gerücht. Oder herrscht unter den Händlern ein solcher Zickenkrieg wie bei Tunten unterm Weihnachtsbaum? Ich finde das albern und unprofessionell. Ich selbst habe den SR 009 Standard (schäm !) und den Sirius V4 (nur 3 Expl. gebaut) und alleine die Kombi haut mich regelmäßig um, auch im Vergleich mit gleich teuren Mitstreitern. Mich würde deine Meinung echt mal interessieren, wie der SR 009 etc. sich an div. Kollegen hält, die auch reine Transistoren sind.
    Ich höre bevorzugt Klassik (Orgel aufwärts, auch eigene Takes binaural) und Jazz. DACs habe ich keine, weil ich nur zu Hause von Scheibe höre und nicht unterwegs oder vom Lappi.
    Gruß aus Viersen an der Käsefront

    • Hallo Harry,
      da gebe ich dir Recht. Man findet recht wenig Testberichte in neuerer Zeit zum Thema Elektrostaten, speziell in Kombination mit dem SR009. Dies ist wohl in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass speziell der STAX schon einige Zeit auf dem Markt ist und das Interesse der Presse demzufolge eher gering ausfällt. Denn bekanntlich kehren nur neue Besen gut und bringen den Zeitschriften entsprechende Auflagen. Da ich meinen Blog rein privat betreibe und glücklicherweise auf keine Anzeigenschaltung angewiesen bin, kann ich mir meine Testprobanden somit vielleicht ein wenig freier auswählen.
      Allerdings gestaltet sich die Beschaffung adäquater Spielpartner auf Transistorbasis für den SR009 tatsächlich nicht ganz so einfach. Denn Sören produziert zurzeit leider keine KHV mehr, so dass für einen ernsthaften Vergleich nur sehr wenige Hersteller in Frage kämen. Zumal gerade für den STAX SR009/007 in der Regel eher Röhrenamps favorisiert werden (z.B. WOO AUDIO ES3, HEADAMP BLUE HAWAII SE, etc.) Aber eventuell könnte ich ja einmal einen STAX T8000 Hybrid „organisieren“. 🙂
      Lieben Gruß
      Wolfgang


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