Lotoo PAW Gold Touch

Hörtest LOTOO PAW GOLD TOUCH im „Summer-Special“

Der chinesische Hersteller LOTOO präsentiert mit dem PAW GOLD TOUCH den direkten Nachfolger ihres Rererenzplayers PAW GOLD, der sich unter anderem durch das einzigartige Erscheinungsbild und einem spezifisch entwickelten Betriebssystem auszeichnete.

Die Bezeichnung PAW (Portable Audio Workstation) deutet auf den professionellen Anspruch des 1999 gegründeten Unternehmens hin, welches sich zunächst auf die Fertigung von Audiorecordern spezialisierte und unter anderem auch für High-End Marken wie beispielsweise NAGRA produziert.

Der in mattschwarz gehaltene PAW GOLD TOUCH besitzt nun endlich einen zeitgemäßen Touchscreen und zeichnet sich durch die bekannten Tugenden der Serie aus – einer überragenden Qualität hinsichtlich der Verarbeitung sowie der blitzschnell agierenden Software. 

Der aus hochfestem Flugzeugaluminium CNC-gefertigte Player vermittelt infolgedessen den Eindruck, tatsächlich für die Ewigkeit gebaut worden zu sein. „Build like a tank“ – auf keinen aktuellen DAP trifft diese Bezeichnung derzeit wohl mehr zu als auf den PAW GOLD TOUCH. 

Das schlichte aber dennoch elegante Design des LOTOO ist somit funktional und langlebig zugleich. Und auch das relativ hohe Gewicht von 310 g vermittelt ohne jeden Zweifel ein Gefühl von Solidität und Wertigkeit.

Selbst das obligatorische, goldene Drehrad zur Einstellung der Lautstärke gefällt durch eine äußerst präzise Rasterung; die mechanischen Hardwaretasten auf der rechten Seite des DAP besitzen dazu einen perfekt definierten Druckpunkt. 

Ultraschnelles LOTOO-OS

Der 3.77-Zoll-IPS-Touchscreen des PAW GOLD TOUCH ist außerdem in Rekordzeit einsatzbereit (2 Sekunden) und überzeugt mit einer gut strukturierten Menüführung. Die Benutzeroberfläche ist dazu einfach bedienbar – lediglich die Konfiguration des parametrischer Equalizers geriet meines Erachtens etwas zu umständlich. 

Der LOTOO verfügt des Weiteren über keine interne Speicherkapazität und ist somit zwingend auf externe SD-Karten angewiesen – merkwürdigerweise in der zwischenzeitlich eher unüblichen Standardausführung. Andererseits werden selbst große Datenmengen vom PC über USB 3.1 in Höchstgeschwindigkeit auf den DAP übertragen.  

Da das LOTOO-OS Betriebssystem allerdings nicht auf Android/Linux basiert, ist ein Streaming von digitalen Daten zurzeit nicht möglich. Wer seine Musik also vorwiegend über Streamingdienste wie beispielsweise TIDAL oder QOBUZ bezieht, sollte sich vielleicht besser anderweitig orientieren.

Oder aber auf die exzellente LDAC-Bluetooth Implementierung des PAW GOLD TOUCH vertrauen. Das bidirektionale LDAC-Modul unterstützt eine hochauflösende Übertragung bis zu 24 bit/96 kHz und reizt die Datenraten der meisten Streaming-Anbieter somit nahezu vollständig aus.

LOTOO kombiniert in der Wandlerabteilung einen AKM AK4497 DAC-Chipsatz mit dem Abtastratenwandler 4437 des gleichen Herstellers, welcher PCM bis zu 32 bit/768 kHz und DSD512 unterstützt. Außerdem wurde beiden Kopfhörerausgängen, welche überdies als Line-Out genutzt werden können, unterschiedliche Setups implementiert. 

Während der unsymmetrische 3.5 mm Klinkenausgang auf zwei OPA1612 und LME49600 von Texas Instruments vertraut, kommen an der symmetrischem 4.4 PentaConn Buchse vier OPA1612 sowie zwei OPA1622 zum Einsatz und ermöglichen es dem LOTOO, an beiden Ausgängen eine Leistung von respektablen 500 mW/Kanal an 32 Ohm zur Verfügung zu stellen.

Der integrierte Akkumulator besitzt eine Kapazität von 5.400 mAh, was dem PAW GOLD TOUCH, je nach Leistungsanforderung, eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden ermöglicht. Der LOTOO kann darüber hinaus natürlich auch als USB-DAC verwendet werden – Abtastrate sowie Bittiefe werden auf dem Display angezeigt.

Praktischerweise wird der Akkumulator des PAW GOLD TOUCH im USB-Modus außerdem aufgeladen, was dadurch eine uneingeschränkte Nutzungsdauer ermöglicht.

Highendiger Klang

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Carsten Hicking für die Bereitstellung meines Testgerätes. Und bereits im ersten Höreindruck in Kombination mit dem MEZE EMPYREAN und dem NOBLE KHAN kann der LOTOO PAW GOLD TOUCH vollständig überzeugen.

Das chinesische Kleinod begeistert mit einer phänomenal tiefreichenden Basswiedergabe, welche dazu eine hervorragende Kontur bei jederzeit ausreichend Druck aufweist. Auch die Anbindung an die klangsensiblen Mitten gelingt dem LOTOO in ausgezeichneter Manier.

Und speziell im Mitteltonbereich fasziniert der PAW GOLD TOUCH mit einer exzellenten Durchhörbarkeit des musikalischen Geschehens, die Separation von Stimmen und Instrumenten ist wahrhaftig superb. Darüber hinaus verläßt der Player zu keiner Zeit den hehren Pfad der Neutralität, die tonale Balance ist gleichsam perfekt.

Auch im Hochton gibt sich der LOTOO keinerlei Blöße und glänzt mit einem überragenden Auflösungsvermögen sowie einer akribischen Detailarbeit, ohne dabei die Sibilanten ungebührlich anzuschärfen. Nachhallfahnen klingen außerdem völlig natürlich aus, die Abbildungsschärfe im Raum übertrifft die allermeisten kompakten Player um Längen. DAP-Referenzklasse. 

Dieses hohe Maß an musikalischer Authentizität lässt sich der chinesische Hersteller mit einem Verkaufspreis in Deutschland von 3.350,- Euronen allerdings fürstlich entlohnen, zumal der LOTOO PAW GOLD TOUCH in Sachen Streaming gegenüber den Mitbewerbern IMO leicht ins Hintertreffen gerät. 

Wer seinen persönlichen Fokus dagegen ausschließlich auf die akustischen Qualitäten in diesem Gerätesegment legt und gegebenenfalls eine veritable All-In-One Lösung präferiert, erwirbt mit dem LOTOO PAW GOLD TOUCH sicherlich einen der klanglich besten Digitalen Audio Player der Welt. Wenn nicht den Allerbesten überhaupt.

Weiterführende Informationen zum PAW GOLD TOUCH erhaltet ihr ab sofort beim deutschen Vertrieb AUDIODOMAIN unter: https://www.audiodomain.de/detail/index/sArticle/147/sCategory/23

Euer Fidelio

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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COMMENTS3

  1. Hallö Wolfgang,

    vielen Dank auch für diesen interessanten Testbericht über den Lotoo Paw Gold Touch, den ich sehr aufmerksam gelesen habe. Du hast ihn ja zum besten digitalen Audio Player erklärt.
    Aber ich frage mich, ob der Abstand zu den neuen Flaggschiffen der anderen hersteller wie z.B. FiiO M15 oder Astell & Kern Kann Cube wirklich so groß ist? Denn diese haben ja Digitalwandler der höchsten Güteklasse implantiert und haben Verstärker, die auch im unsymmetrischen Betrieb ca. 500mW Leistung an 32 Ohm abgebeen. Außerdem bieten sie und das finde ich entscheidend eienen Zugang über Wlan zu den Streaming Diensten Tidal, Quobuz und Spotify.
    Ich persönlich nutze das sehr gerne bei meien Playern. Ich habe drei Jazz-Zeitungen: Jazz Thing, Jazzthetik und last not least das ausgezeichnete schweizer Jazzmagazin Jazz’N‘ More. Da freue ich mich jeden Monat, daß ich die CD’s der neuen Besprechungen gleich herunterladen und anhören kann. Das sind wirklich paradiesische Zustände. Und darauf muß man beim Lotoo verzichten und dann kostet er auch noch fast doppelt so viel wie die anderen. Vermutlich weil die Stückzahlen sehr gering sind. Astell & Kern hatte ja früher auch den Zugang zu den Streaming Diensten nicht zugelassen und hat jetzt aber diese Verweigerungshaltung aufgegeben, vermutlich um sich einfach besser am Markt positionieren zu können.
    Vor Jahren hatte ich den Vorgänger, den Paw Gold auf einer CanJam gehört. Der hatte noch keinen Touchscreen sonder einen Bildschirm klein wie eien Mäusekino und Tasten zur Bedienung, das ganze war sehr umständlich, aber ein Verstärker der damals schon 500 mW an 32 Ohm leistete und das konnte kein anderer bieten. Da war der Klangunterschied schon deutlich. Aber heute kann ich mir das einfach nicht vorstellen, daß hier noch große Unterschiede zu hören sind. Und eienen Abyss kann er sicher auch nicht antreiben.
    Irgendwie kommt er mir vor wie aus der Zeit gefallen, so wie bei den Sportwagen der englische Morgan der heute noch im Stil der 50er Jahre gebaut wird. Charmant und liebenswert,aber nicht auf der Höhe der Zeit.
    Ich bin gespannt, Wolfgang, wie deine Antwort zu diesen Fragen aussieht. Vielleicht täusche ich mich ja auch.

    viele Grüße

    Hans – Joachim

  2. Schönen guten Morgen Wolfgang,

    ergänzend zu meiner gestrigen Anfrage zum Lotoo Paw Gold Toch habe ich jetzt doch noch eine Frage.
    Hast Du auch schon den ganz neuen Astell & Kern SE200 in Deiner Testpipeline?
    Das ist ja quasi die eierlegende Wollmilchsau von Astell & Kern. Der hat ja die Klangphilosophien von Sabre und von Asahi Kasei Microdevices in einem Gerät vereint. Da haben sie zwei DAC’s von Sabre (ESS9068AS) und einen DAC von Asahi Microdevices (AK4499EQ) verbaut. Das sind wohl die derzeit führenden Hersteller mit Ihren Spitzen DAC’s. Mehr geht nicht. Damit will Astell & Kern wohl wieder Marktführerschaft zeigen.
    Allerdings sind die jeweils dazu verbauten Verstärker wohl etwas schwächer; Leistung am unsymmetrischen Ausgang: AKM 3.0 Vrms und Sabre ESS 2.0 Vrms. Damit sind sie jetzt nicht ganz auf Augenhöhe mit dem Lotoo-Verstärker.
    Da würde mich Dein Statement sehr interessieren. Ist es jetzt ein Schritt in die Richtung der Zukunft oder führt das ständige Wechseln der DAC’s mit den dazugehörigen Verstärkern auf der Jagd nach dem ultimativen Klang nicht zu Abhörstreß, so daß das eigentliche Ziel: das relaxte Hören der geliebten Musik letztendlich auf der Strecke bleibt??

    viele Grüße

    Hans-Joachim

    • Hallo Hans
      der ASTELL&KERN SE200 ist bereits bei mir aufgeschlagen. Zurzeit teste ich ihn in Kombination mit dem NOBLE KHAN. Meine Rezension erscheint in Kürze auf Musicalhead. 😉
      Lieben Gruß
      Wolfgang


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