Lotoo PAW S2 & S1

Hörtest LOTOO PAW S2 – Update 2.0

Da bin ich schon wieder. Und heute fühle ich dem neuen USB-Dongle LOTOO PAW S2 klanglich auf den Zahn, dem legitimen Nachfolger des exzellenten PAW S1, welchen ich bereits im Oktober letzten Jahres auf Musicalhead für euch ausführlich rezensiert habe.

Der neue PAW S2 unterscheidet sich hinsichtlich seiner optischen Ausführung und der entsprechenden Chip-Bestückung allerdings nur unwesentlich vom genialen Vorgängermodell, so dass ich mir eine ausführliche Beschreibung des Newcomers an dieser Stelle ersparen möchte. Den Testbericht zum LOTOO PAW S1 findet ihr im Übrigen HIER

Nichtsdestotrotz ergeben sich einige – mehr oder weniger signifikante – technische Abweichungen zum Dongle-Erstlingswerk des chinesischen Herstellers, welche selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben sollen.

Mehr Power für den Zwerg

Zum einen stellt der neue PAW S2 deutlich mehr Leistung an seinen beiden Kopfhörerausgängen bereit. An der unsymmetrischen 3,5 mm Klinkenbuchse wartet der neue LOTOO mit nunmehr 2 x 125 mW an 32 Ohm auf, am symmetrischen PentaConn-Anschluss glänzt der S2 gar mit 2 x 150 mW an derselben Impedanz. 

Dies entspricht einer durchschnittlichen Leistungssteigerung (unsymmetrisch + symmetrisch kombiniert) von erstaunlichen 50%. Darüber hinaus konnte der Rauschabstand des Zwergenverstärkers speziell in der symmetrischen Betriebsart auf beeindruckende 123 dB erhöht werden. 

Außerdem findet der geneigte Interessent am seitlichen Bedienfeld jetzt eine weitere Drucktaste vor, welche die rudimentäre Fernbedienbarkeit (Play, Pause, Skip) der jeweiligen Smartphone-Quelle erlaubt. Das Eigengewicht des USB-Dongle wird durch diese Maßnahmen zwar unwesentlich erhöht, der PAW S2 bleibt mit 29 g aber dennoch im klassenüblichen Rahmen.

Zum anderen wurden die Möglichkeiten zur individuellen Klangbeeinflussung  um die Presets „Vinyl LP“ „Cassette“ und „ACG-1“ erweitert, auf welche ich persönlich allerdings ebenso gut verzichten kann, wie auf alle übrigen musikalischen Interpretationen des implementierten DSP. 

Lediglich das „Headphone“ Preset besitzt aus meiner Sicht eine gewisse akustische Daseinsberechtigung. Aber dies mögen nicht wenige Gralsritter der feinen Töne sicherlich ganz anders sehen. 

Vorbereitende Maßnahmen

Mein APPLE iPHONE 13 PRO fungiert im nachfolgenden Hörtest als primäre Signalquelle für den LOTOO PAW S2, welches praktischerweise über ein vom amerikanischen Hersteller lizensiertes LOTOO-Verbindungskabel mit dem mattschwarzen USB-Dongle verbunden wird.

Als Spielpartner kommen sowohl der T+A SOLITAIRE P-SE (45 Ohm) als auch mein SENNHEISER HD800 S 75th AE (300 Ohm) zu musikalischem Einsatz, um in erster Linie die vermeintlich neuen dynamischen Qualitäten des kleinen DAC-Verstärkers möglichst vollumfänglich auszuloten.  

Und wieder einmal dienen mir die üblichen Verdächtigen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Blues, Rock und Pop zur klanglichen Einschätzung meines heutigen Testkandidaten. Dabei werden die entsprechenden digitalen Daten vornehmlich direkt über QOBUZ gestreamt. 

Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Carsten Hicking vom deutschen Vertrieb AUDIODOMAIN bedanken, der mir den USB-Dongle freundlicherweise für diesen Test zur Verfügung gestellt hat. Weiterführende Informationen zum chinesischen Wunderzwerg erhaltet ihr im Übrigen unter: LOTOO PAW S2

Klangliches Feuerwerk

Schon der LOTOO PAW S1 brannte ein klangliches Feuerwerk ab, das keinen Vergleich mit ausgewachsenen DAP zu scheuen braucht. Aber die neue S2-Version setzt dem Ganzen tatsächlich die Krone auf und begeistert mit einer unbändigen Spielfreude, welche im Land der USB-Dongles wahrlich ihresgleichen sucht. Leistung ist eben durch nichts zu ersetzen.

Insbesondere dann nicht, wenn selbige einhergeht mit einer derart überzeugenden musikalischen Qualität. Weder im Zusammenspiel mit dem T+A SOLITAIRE P-SE, noch in Kombination mit dem Impedanz-kritischen SENNHEISER HD800 S streicht der Zwerg leistungstechnisch die Segel, sondern beeindruckt stattdessen mit erstaunlich straffen und konturierten Bässen auch bei ambitionierten Abhörpegeln.

Und auch in den klangrelevanten Mitten agiert der LOTOO PAW S2 eine Spur souveräner weil kontrollierter als das bereits ausgezeichnete Vorgängermodell. Der engagierte Newcomer zeichnet die Räume infolgedessen mit etwas mehr Akkuratesse, sowie einer leicht verbesserten Abbildungsschärfe aller musikalischen Ereignisse.

Darüber hinaus werden auch Stimmen und Instrumente geringfügig präziser im räumlichen Kontext fokussiert und gleichsam mit mehr Plastizität versehen. Im Hochtonbereich sind aus meiner Sicht dagegen klanglich keinerlei Unterschiede zum PAW S1 auszumachen, wenngleich der größere Bruder bei extremen Lautstärken in Sachen Sibilanz natürlich länger die Contenance bewahrt. 

Die minimalen Störgeräusche, welche im Verlaufe meiner Rezension zum PAW S1 in Kombination mit dem iPHONE 11 PRO gelegentlich auftraten, konnte ich in Verbindung mit dem neuen PAW S2 übrigens zu keinem Zeitpunkt feststellen. Der überarbeitete LOTOO-Dongle spielt auch mit diversen IEM, wie beispielsweise dem IBASSO IT07, völlig unauffällig zusammen und agiert stets vor einem rabenschwarzen Hintergrund.

Mein Fazit

Die kleine chinesische Manufaktur hat es tatsächlich schon wieder getan. Mit dem neuen PAW S2 präsentiert LOTOO nicht nur einen würdigen Nachfolger des Überfliegers PAW S1, sondern gräbt aus meiner Sicht selbst digitalen Audio Playern der 1000 Euro Klasse musikalisch sukzessive das Wasser ab.

Die deutlich höheren Leistungsreserven des PAW S2 ermöglichen es dem USB-Dongle in Verbindung mit einer nochmalig gesteigerten Klangqualität, ganz unverhohlen und dreist in die Phalanx weitaus kostspieligerer Komponenten einzubrechen. Ganz großes (Kopfhörer-) Kino.

War bereits der PAW S1 nicht weniger als ein veritables Sonderangebot, ist der aktuelle PAW S2 zum offiziellen Verkaufspreis von nunmehr 299,- Euronen aus meiner Sicht zweifelsohne ein mobiles  „Must Have“ für jeden ernsthaften Gralsritter der feinen Töne. Unbedingt zuschlagen!

Euer Fidelio

Meine Wertung

Klangqualität (60%) : 5 von 5 Ohren
Ausstattung (20%) : 5 von 5 Ohren
Verarbeitung (20%) : 5 von 5 Ohren

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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