Hifiman Ananda

Test HIFIMAN ANANDA

Heute teste ich für euch den neuen HIFIMAN ANANDA. Und diese Entscheidung ist mir – ehrlich gesagt – nicht ganz leicht gefallen. Denn bekanntlich ist meine Freizeit, in welcher ich Rezensionen zu den einzelnen Komponenten verfasse, leider recht spärlich bemessen.

Aus diesem Grunde werden Gerätschaften, die mir schon im Vorfeld nicht unbedingt zusagen, erst gar nicht auf eine potentielle Testliste gesetzt. Die Gründe für diese zugegebenermaßen subjektive Vorentscheidung können dabei allerdings vielfältiger Natur sein.

Klanglich unzureichende Komponenten werden selbstverständlich umgehend aussortiert und im Anschluss wieder an die entsprechenden Hersteller und Vertriebe retourniert. Und dies sind im Übrigen leider gar nicht so Wenige.

Denn wer verspürt schon große Lust, sich 10 Stunden oder mehr mit beispielsweise einem Ohrlautsprecher zu beschäftigen, dessen Klangsignatur beim Niederschreiben der Rezension eher Kopfschmerzen bereitet als den Schriftsteller positiv zu inspirieren.

Aber auch Kriterien wie Tragekomfort, Gewicht oder Verarbeitungsqualität führen mitunter zum Ausschluss eines Gerätes aus meinem ganz persönlichen Testprogramm. Und eben genau dieses Schicksal wäre auch beinahe dem HIFIMAN ANANDA widerfahren.

Denn die Qualitätsanmutung des neuen Kopfhörers der chinesisch/amerikanischen Manufaktur stellt IMO einen eindeutigen Rückschritt zum Vorgängermodell EDITION X dar. Dabei kann man HIFIMAN noch nicht einmal tatsächliche Mängel hinsichtlich der handwerklichen Verarbeitung vorwerfen.

Vielmehr richtet sich meine Kritik an die Art der verwendeten Materialien, welche durch eine eher mittelmäßige Optik und Haptik auffallen. Aber insbesondere der Tragekomfort wird durch die recht simple Konstruktion des Kopfbügels unnötig stark eingeschränkt. Mehr dazu aber noch an späterer Stelle.

Denn zunächst gilt natürlich die Frage zu klären, warum ich den HIFIMAN ANANDA heute dennoch rezensiere. Die Antwort darauf klingt vielleicht mehr oder weniger banal  – weil er musikalisch einfach derart grandios aufspielt, dass ich euch diesen klanglichen Preis-Leistungs-Hammer einfach nicht vorenthalten möchte.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an den deutschen HIFIMAN Vertrieb Jan Sieveking für die schnelle und unbürokratische Bereitstellung meines Testexemplars.

Verpackung & Ausstattung

Der HIFIMAN ANANDA wird in einer recht ansprechenden schwarzen Kunstlederschatulle ausgeliefert, eingebettet in einer mit Samt ausgekleideten Schaumstoffeinlage in derselben Farbe.

Im mittleren Teil der Box finden sich 2 abnehmbare Anschlusskabel in 1,50 m sowie in 3,00 m Länge, welche kopfhörerseitig mit nunmehr 3,5 mm messenden und somit stabiler wirkenden Steckverbindungen versehen sind. Die kürzere Strippe nimmt dabei Kontakt zu mobilen Spielpartnern über einen 3,5 mm Klinkenstecker auf, das längere Pendant verfügt über die 6,3 mm Version für den heimischen Gebrauch.

Und obgleich das originale Kabelmaterial rein funktional keinen wirklichen Anlass zur Beanstandung bietet, hinterlässt es qualitativ dennoch keinen sonderlich hochwertigen Eindruck. Dass HIFIMAN auf eine symmetrische Anschlussvariante verzichtet, ist in dieser Preisklasse dagegen zu verschmerzen.

Die Kabel übertragen durch eine leichte Gummierung zwar keine mikrophonischen Effekte, erzeugen bei Kopfbewegungen aber geringfügige Geräusche an den Anschlusssteckern. Dies fällt zugegebenermaßen nur bei sehr leisen Abhörlautstärken oder bei Berührung derselben auf, stört aber gelegentlich dennoch.

Die Ausstattung wird schlussendlich komplettiert durch eine Bedienungsanleitung in englischer (!) Sprache sowie die obligatorische Garantiekarte mit der eingetragenen Seriennummer des Kopfhörers.

Verarbeitung & Tragekomfort

Wie schon erwähnt, wenden wir uns nunmehr den beiden Kriterien zu, welche vornehmlich nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht des Herstellers wirklich erfreulich ausfallen. Man merkt der Materialauswahl des Kopfhörers mitunter leider an, dass HIFIMAN den Preis unter allen Umständen unter die magische Grenze von 1.000 Dollar drücken wollte.

Beim HIFIMAN ANANDA wird grundsätzlich die gleiche Konstruktion favorisiert, welche ich beim kleineren Einsteigermodell HIFIMAN SUNDARA (499,- €) im damaligen Testbericht auf Musicalhead (preisklassenbezogen) sogar befürwortet habe. Und obwohl der deutsche Vertrieb den Verkaufspreis des ANANDA sogar bei 999,- € belassen hat, kann man dessen ungeachtet natürlich noch lange nicht von einem veritablen Sonderangebot sprechen.

Es ist deshalb zunächst auch etwas verwunderlich, dass beispielsweise die ovalen Ohrmuscheln des ANANDA aus schwarz eingefärbtem Kunststoff bestehen, obgleich selbige beim SUNDARA aus wertiger anmutendem Aluminium gefertigt werden.

Auf Rückfrage ob der doch etwas günstig anmutenden Fertigung des neuen Ohrlautsprechers erklärte mir Jan Sieveking allerdings, dass der Großteil der zur Verfügung stehenden finanziellen, respektive materiellen Ressourcen in das neue Treiberdesign investiert wurde. Die ultimative Steigerung der Klangqualität stand beim neuen ANANDA laut Aussage von HIFIMAN ganz im Fokus der Entwicklung. Aha.

Die flexible Kopfbügelkonstruktion ist dagegen wiederum identisch mit der des kleinen Bruders. Der Bügel selbst besteht aus Federstahl, der etwas labil wirkende Verstellmechanismus für die beiden rustikal gestalteten Aluminiumgabeln dagegen aus gehärtetem Kunststoff.

Ein eingespanntes Kunstlederband nimmt dabei direkten Kontakt zum Kopf auf. Der Einstellbereich ist für kleinere Köpfe allerdings etwas zu knapp bemessen – um einen optimalen Sitz auf meinem Kopf zu erzielen, muss die etwas hakende, beidseitige Rasterung bereits auf der vorletzten Stufe von acht Möglichkeiten fixiert werden.

Die ovalen Ohrpolster bestehen ebenso aus anschmiegsamem Kunstleder, welche zudem mit weichen Memory-Foam Schaumstoffeinsätzen versehen sind. Auf den Innenseiten sind Erstgenannte weiterhin mit hautfreundlichen Velourauflagen vernäht. Die leicht nach vorne angestellten Polster werden allerdings durch eine fehlende Verstellmöglichkeit in axialer Richtung konterkariert.

Und genau hier hat HIFIMAN meines Erachtens den Rotstift leider an der völlig falschen Stelle angesetzt. Ich finde jedenfalls keine optimale Position auf meinem Kopf, bei der die großflächigen Ohrpolster vollständig  dicht abschließen und somit einen uneingeschränkten Seal garantieren.

Dies ist für mich normalerweise ein absolutes Ausschlusskriterium. Allerdings passte der ANANDA einem Freund, der uns am Wochenende mit seinem Besuch überraschte, nahezu perfekt. Vielleicht ist die mangelnde Inkompatibilität mit dem HIFIMAN ja auch meiner Kopfform geschuldet.

Nichtsdestotrotz werden aber mutmaßlich noch andere Personen auf diesem Planeten existieren, die mit der vorgegebenen Passform des ANANDA ebenfalls nicht sonderlich viel anfangen können. Die „Anprobe“ vor einem potentiellen Kauf ist demnach allererste Pflicht.

Mit 399 g ist der Kopfhörer erfreulicherweise nicht zu schwer geraten. Der Einsatz von leichten Kunststoffen bietet also durchaus auch Vorteile. Die Treibergehäuse folgen außerdem der natürlichen Ohrform und gewähren selbigen so auch jederzeit genügend Raum.

Und da auch der Anpressdruck zudem recht moderat gewählt wurde, sammelt der HIFIMAN ANANDA weiterhin fleißig Pluspunkte. Somit schließe ich dieses Kapitel schlussendlich mit leicht gemischten Gefühlen ab.

Technik

Auf der einen Seite scheiden sich die Geister an den doch recht kurzen Produktzyklen der einzelnen HIFIMAN Produkte. Andererseits kann man Dr. Fang Bian zumindest keine mangelnde Innovationsfreude vorwerfen. Denn wohl kaum ein Hersteller hat in den letzten Jahren die Entwicklung der orthodynamischen Flächenstrahler stärker forciert, als die chinesisch/amerikanische High-End Manufaktur. Und Spitzentechnologie im Kopfhörersegment am langen Ende bezahlbar gemacht.

Denn auch wenn optische und haptische Anmutung des HIFIMAN ANANDA vielleicht nicht mit meinen ganz persönlichen Produktansprüchen korrelieren, der technische Fortschritt ist dem neuen Ohrlautsprecher in jeder Faser anzumerken.

Die Supernano-Diaphragmen der neuesten Generation sind zwischenzeitlich wesentlich leichter ausgelegt und reduzieren die Membranstärke um ganze 80%. Nur noch 1-2 Mikron dünn, spielen selbige nach Aussage des Herstellers nochmalig impulstreuer und detaillierter auf.

Aufgrund deutlich höherer Feldstärken bei den eingesetzten Neodymium-Magneten vergrößern sich aber auch die potentiellen Einsatzmöglichkeiten des ANANDA enorm. Der erstaunliche Kennschalldruck von 103 dB bei einer Impedanz von lediglich 25 Ohm sprechen ganz für sich.

Dieser erstaunliche Wirkungsgrad sollte somit einen problemlosen Betrieb ohne störende Verzerrungen auch an leistungsschwächeren Gerätschaften wie kleineren DAP ermöglichen. Ob dies tatsächlich gelingt, wird der folgende Klangtest aufzeigen.

Vorbereitung

HIFIMAN empfiehlt auch für den ANANDA eine relativ lange Einspielzeit von 150 Stunden. In Kombination mit meinem ehrwürdigen FiiO X3 dudelt der Kopfhörer in den ersten Tagen somit einsam in unserer Abstellkammer vor sich hin.

Als adäquaten Spielpartner für den Klangtest wähle ich den erst vor wenigen Tagen auf Musicalhead vorgestellten, brandneuen QUESTYLE CMA TWELVE aus. Da der HIFIMAN ANANDA, wie bereits schon erwähnt, leider nur über unsymmetrische Anschlusskabel verfügt, kommt demzufolge nur die 6,3 mm Klinkenbuchse des CMA TWELVE zum Einsatz, welche aber dennoch ausreichende 2 x 900 mW /32 Ohm bereitstellt.

Auch der ASTELL&KERN SE100 FUTURA könnte als typischer Vertreter der mobilen Fraktion womöglich nicht sein volles Leistungspotential aufzeigen, da auch er nur über seine 3,5 mm Ausgangsklinke mit dem ANANDA verbunden werden kann. Da HIFIMAN aber darauf verweist, den Kopfhörer notfalls auch problemlos mit einem Smartphone kombinieren zu können, sollte der DAP mit dem magnetostatischen Flächenstrahler keine große Mühe haben.

Das musikalische Testmaterial setzt sich stationär wie mobil wieder zusammen aus verschiedenen Hörbeispielen aus Klassik, Jazz, Blues, Rock und Pop, vorwiegend in HIGH-RES Auflösung. Als Signalquelle für den stationären Betrieb dient mir dabei mein altbewährter iMAC unter Verwendung von optimierter AUDIRVANA+ Software.

Weitere Informationen zum HIFIMAN ANANDA erhaltet ihr natürlich auf den Seiten des Herstellers unter: http://hifiman.com/products/detail/290 oder auch beim deutschen Vertrieb Jan Sieveking:  https://www.sieveking-sound.de/kopfhoerer/hifiman/hifiman-ananda.html

Klangtest

Bereits nach wenigen Hörminuten wird deutlich, dass das übliche Loblied des Herstellers auf die klanglichen Vorzüge der eigenen Produkte beim neuen HIFIMAN ANANDA tatsächlich seine Berechtigung findet. Denn der ANANDA spielt am QUESTYLE CMA TWELVE mit einer Transparenz und Luftigkeit auf, welche in dieser Preisklasse tatsächlich neue Maßstäbe setzt.

Jedwedes Musikmaterial wird von dem orthodynamischen Kopfhörer mit einer bemerkenswerten Offenheit reproduziert, verbunden mit präziser Ortbarkeit des musikalischen Geschehens und einer außergewöhnlichen Randschärfe. Spätestens jetzt habe ich dem HIFIMAN ANANDA die kleinen Verarbeitungsschwächen fast schon verziehen. Zumal die Vorstellung natürlich auch gerade erst losgeht.

Die großen und gleichsam sehr leichten Membranen des Flächenstrahlers ermöglichen dem Kopfhörer die Bewegung relativ hoher Luftvolumina schon bei kleinen Auslenkungen. Dadurch agiert der ANANDA im Bassbereich nicht nur sehr impulstreu, sondern ist auch in der Lage, tiefe Bassfrequenzen ausgesprochen gut strukturiert wiederzugeben, ohne dabei den Midbass zu sehr aufzudicken.

Auch schnell aufeinanderfolgende Bassläufe stellen den HIFIMAN im Gegensatz zum kleineren Bruder SUNDARA vor keine größeren Probleme. Durch diese mustergültige Extension auch in tiefste Kellergefilde verfügt der Kopfhörer jederzeit über ausreichende Autorität. Der ANANDA agiert dabei nicht unbedingt staubtrocken analytisch, sondern bevorzugt einen leicht federnden, aber gleichsam druckvollen Bass.

Im Zusammenspiel mit dem QUESTYLE-KHV/DAC entfaltet der ANANDA somit eine großartige Bassdynamik, ohne aber den Fokus speziell auf diesen Frequenzbereich zu lenken. Denn die Anbindung an den Grund- und Mittelton gelingt dem neuen chinesisch/amerikanischen Kopfhörer harmonisch und unauffällig, ohne dabei den Pfad der Neutralität allzu weit zu verlassen.

Versehen mit einer leicht warmen Note intoniert der HIFIMAN vorzugsweise Stimmen und Instrumente sehr gefühlvoll und überzeugt ferner mit natürlich wirkenden Transienten. Der Kopfhörer verleiht Erstgenannten zudem jederzeit genügend Substanz und Plastizität bei sehr guter Durchhörbarkeit. Selbstverständlich glänzt auch der ANANDA mit dem typischen Klangfarbenreichtum aller magnetostatischen Ohrlautsprecher in diesem Frequenzbereich.

Das Auflösungsvermögen des HIFIMAN ANANDA reicht im Hochtonbereich über die avisierte Preisklasse hinaus und übertrifft in dieser Disziplin IMO auch das Vorgängermodell EDITION X. Selbst kleine klangliche Verästelungen werden akribisch aus komplexem musikalischen Material herausgeschält und naturgetreu aufbereitet.

Die Detailarbeit kann in diesem Preissegment IMO nur als herausragend bezeichnet werden und wäre vor einigen Jahren in dieser Form nicht möglich gewesen. Und obgleich der ANANDA leichtfüßig und engagiert im Hochtonbereich aufspielt, werden Sibilanten dennoch ohne jegliche Schärfe reproduziert. Die Höhen wirken immer angenehm unverfälscht, fein ziseliert aber nie aufdringlich und schmeicheln so auch schlechteren Aufnahmen.

Bedingt durch diese recht beeindruckende Vorstellung in Sachen Transparenz ergibt sich fast schon zwangsläufig ein ebenso guter räumlicher Eindruck. Aufgrund natürlich ausklingender Nachhallfahnen wird die virtuelle Klangbühne nicht nur sauber aufgefächert, sondern auch akkurat in die Tiefe gestaffelt. Einfach große Klasse.

Dem stehen die dynamischen Qualitäten erwartungsgemäß in nichts nach. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades überrascht der HIFIMAN ANANDA zudem mit teils ansatzlosen Attacken, insbesondere bei klassischer- oder elektronischer Musik.

Interessanterweise fällt der Kopfhörer im Zusammenspiel mit dem ASTELL&KERN SE100 nicht ungebührlich ab. Und dies trotz der zugegebenermaßen eher suboptimalen weil unsymmetrischen Betriebsart.

Der Bassbereich büßt nur unwesentlich an Druck ein und die strukturelle Gewichtung bleibt bis hin zu höheren Pegeln erhalten. Verzerrungen sind dabei zu keinem Zeitpunkt ein Thema. Die räumlichen Grenzen wirken auch bei musikalisch anspruchsvollen Darbietungen fest umrissen, die Separation von einzelnen Akteuren gelingt ebenso vorzüglich.

Lediglich die Ausleuchtung in die Tiefe gelingt dem HIFIMAN ANANDA in Verbindung mit dem DAP der Koreaner nicht in gleichem Maße wie mit dem fast 10-fach stärkeren QUESTYLE-Kopfhörerverstärker. Geschenkt.

Bei extrem hohen Abhörlautstärken allerdings verflachen sukzessive die räumlichen Wiedergabequalitäten und es mischen sich zudem auch einige Härten in das zuvor recht ausgeglichene und tonal sehr gut ausbalancierte Klangbild.

Wer den ANANDA zukünftig also mit einem mobilen Zuspieler betreiben möchte, dem würde ich empfehlen, wenn möglich den symmetrischen Anschluss zu favorisieren. Viele DAP verfügen in dieser Variante bereits über die doppelte- oder gar die vierfache Leistung. Ein entsprechendes Zubehörkabel mit 2,5 mm Klinkenstecker müsste allerdings noch zusätzlich geordert werden.

Nachfolgend nun die einzelnen klanglichen Disziplinen noch einmal in einem kurzen Überblick:

BASS:

Voluminöser aber präziser Bassbereich mit makelloser Kontur. Impulsschnell und druckvoll federnd, dabei eher genügsame Leistungsanforderung.

GRUNDTON:

Sehr gute Anbindung an den Bassbereich. Substanzieller und plastischer Grundton mit angenehm warmem Timbre.

MITTELTON:

Transparent und luftig wirkender Mitteltonbereich. Gefühlvoll intonierte Stimmen und Instrumente. Realistische Transientenwiedergabe.

HOCHTON:

Ausgezeichnetes Auflösungsvermögen. Filigrane Detailarbeit. Natürlich ausklingende Nachhallfahnen und entspannte Reproduktion von Sibilanten.

RÄUMLICHKEIT:

Sehr guter räumlicher Eindruck mit breit gefächerter Klangbühne. Überdurchschnittlich gute Staffelung in die Tiefe bei gleichsam exakter Ortbarkeit.

DYNAMIK:

Sehr hohe Empfindlichkeit ermöglicht unkomprimierte Dynamik mit authentischer Attacke bereits bei relativ geringer Leistungszufuhr.

Mein Fazit

Der HIFIMAN ANANDA hebt die 1.000 Euro-Preisklasse zweifellos auf ein neues klangliches Niveau – da lege ich mich fest. Für diese Performance wäre vor nicht allzu langer Zeit auch gut und gerne der doppelte Preis über den Tresen der entsprechenden Vertragshändler gewandert.

Der ANANDA zeigt tatsächlich keine für mich erkennbaren musikalischen Schwächen und trifft in seinem preislichen Segment IMO derzeit auf keine ernsthaften Gegner. Er verfügt darüber hinaus über einen wunderbaren musikalischen Fluss aufgrund seiner hohen Impulstreue. Das Timing dieses Kopfhörers kann selbst preisübergreifend nur als exzellent bezeichnet werden.

Und man mag über die Geschäftsphilosophie von Dr. Fang Bian letztendlich denken, was man möchte – aber klanglich erstklassige Kopfhörer zu konstruieren – dies beherrscht er wie wohl kaum ein Zweiter in seiner Branche.

Leider hinterlässt die IMO etwas bescheidene Qualitätsanmutung sowie der für mich unbefriedigende Tragekomfort des Kopfhörers einen leicht faden Beigeschmack als Konterpart zum hervorragenden akustischen Eindruck.

Aber natürlich sollte bitte auch meine persönliche Einschätzung relativiert werden. Wer sich auf seiner individuellen Gralssuche nach dem perfekten Klang einen festen preislichen Rahmen gesetzt hat und womöglich noch einen zukünftigen Spielpartner kauftechnisch mit einkalkulieren möchte, sollte den neuen HIFIMAN ANANDA in jedem Fall auf der Rechnung haben.

Euer Fidelio

 



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