Test BURSON CONDUCTOR 3 (X)

Heute teste ich für euch den neuen CONDUCTOR 3 Reference des australischen Herstellers BURSON AUDIO. Und zwar gleich in doppelter Ausführung – denn die kleine High-End Manufaktur aus Melbourne präsentiert mit dem C3 X den ersten vollsymmetrisch aufgebauten Kopfhörerverstärker der fast schon legendären CONDUCTOR Serie.

Während der „normale“ C3 erwartungsgemäß mit 2 parallel geschalteten 6.3 mm Klinkenbuchsen auf der fein gebürsteten Aluminium Frontplatte aufwartet, findet der Gralsritter der feinen Töne bei der aktuellen X-Version nebst der obligatorischen Klinkenverbindung nun erstmalig auch einen 4-poligen XLR Anschluss vor.

Der C3 X erreicht im Vergleich zur Basisversion den etwas besseren Signal-Rauschabstand und erzielt überdies eine sehr niedrige Ausgangsimpedanz, was ihn gegebenenfalls auch zum perfekten Vorverstärker prädestiniert. Der X verfügt über insgesamt 4 (2 x 2) symmetrische Verstärkermodule, von denen in der unsymmetrischen Betriebsart freilich nur 2 zum Einsatz kommen.

Die Klinken- und XLR-Ausgänge sind, wie auch beim C3, im Übrigen parallelgeschaltet, so dass 2 Kopfhörer auch problemlos gleichzeitig betrieben werden können.

Allerdings sollte der geneigte Interessent bereits im Vorfeld prüfen, in welcher Konfiguration das neue „All in One“ die musikalische Arbeit zukünftig verrichten soll. Denn nicht nur in Bezug auf symmetrisch verkabelte Spielpartner gibt der C3 X seine Debütvorstellung, auch anschlussseitig sind alle Kontakte mit symmetrischen Verbindungsbuchsen versehen.

Wer also womöglich mit dem Gedanken spielt, den CONDUCTOR 3 X auch mit diversen Cinch-bewehrten Komponenten zu verbandeln, muss zwangsläufig auf entsprechende Adapterkabel vertrauen – oder eben direkt zum normalen C3 greifen.

Zumal selbiger mit völlig identischen Leistungswerten überzeugt – und darüber hinaus zu einem 600 Euronen günstigeren Kurs käuflich erworben werden kann.

Aber dazu später mehr. Denn zunächst möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Carsten Hicking vom deutschen Vertrieb HIGOTO für die freundliche Teststellung meiner heutigen Probanden bedanken.

Der BURSON CONDUCTOR 3 (X) Reference wird im Übrigen bereits in der 4. Generation produziert und beeindruckt in der aktuellen Version mit einigen interessanten Neuerungen.

Dies betrifft in erster Linie die Art der Stromversorgung. Während der Vorgänger noch auf einen veritablen Ringkerntransformator vertraute, flankiert von zahlreichen Elektrolytkondensatoren, kommt im aktuellen C3 ein von BURSON AUDIO selbst entwickeltes MCPS (Max Current Power Supply) Schaltnetzteil zum Einsatz.

Bevor der gestandene Gralsritter des Klanges sich ob dieses vermeintlichen Frevels nun verächtlich abwendet und speziell dem beigepackten schwarzen 24 Volt- Kästchen aus chinesischer Fertigung verständnislos gegenübersteht, sei an dieser Stelle angemerkt, dass die eigentliche technische Innovation IN den Kopfhörerverstärker integriert wurde.   

Kleiner Exkurs – aufgrund der häuslichen Spannungsversorgung arbeiten traditionelle lineare Netzteile mit 50-60 Ladungswechseln pro Sekunde. Die entsprechenden Audiokomponenten senken unter Verwendung großer Drahtspulen (Transformatoren) die Spannung deshalb in der Regel auf 12-30 Volt ab. Gleichrichter und Koppelkondensatoren wandeln die Energie schließlich in Gleichstrom um.

Diese Vorgehensweise wirft allerdings 2 grundlegende technische Probleme auf.

Zum einen führt die oben genannte Arbeitsfrequenz zu einem mitunter wahrnehmbaren Rauschen, da selbige im Bereich des menschlichen Gehörs liegt. Zum anderen erhöht sich der elektrische Systemwiderstand, primär bedingt durch die Länge der verwendeten Kupferdrähte im Transformator. Denn selbst die besten Ringkerntrafos besitzen einen Widerstand von über 15 Ohm.

Laut Aussage von BURSON AUDIO löst das neue MCPS dieses Problem, indem der Leistungstransformator vollständig entfernt wird. Denn das innovative Netzteil verwendet ausschließlich Transistoren – der elektrische Widerstand liegt infolgedessen bei unter 1 Ohm.

Außerdem taktet das MCPS die Arbeitsfrequenz auf 170 kHz und hebt ein eventuell vernehmbares Netzbrummen somit weit über die menschliche Hörschwelle von maximal 20 kHz. Weil das neue Schaltnetzteil die ursprünglichen Sinuswellen zudem in deutlich effizientere Rechteckwellen umwandelt, lädt das MCPS die eingesetzten Kondensatoren auch wesentlich schneller wieder auf.

Der australische Hersteller verspricht für die neuen CONDUCTOR Modelle hinsichtlich der verbesserten Stromversorgung deshalb nicht nur eine rabenschwarze Klangbühne, sondern gleichzeitig auch einen verbesserten Wirkungsgrad der Audiokomponenten sowie eine exorbitant hohe musikalische Impulstreue. Was allerdings noch zu verifizieren wäre.

Die zweite und offensichtliche Neuerung erschließt sich bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme der beiden neuen BURSON Kopfhörerverstärker.

Das hochdichte und „Cool Case“ getaufte Leichtmetallgehäuse mit einer Wandstärke von 6 mm fungiert als vollständig umlaufender und großflächiger Kühlkörper und verfügt dazu über zahlreiche, Wärme-ableitende Aluminiumrippen. 

Das Cool Case arbeitet laut BURSON AUDIO ganze 300% effizienter als die früheren Behausungen, wodurch der Class A Verstärkersektion ein nunmehr völlig stressfreier und problemloser Betrieb ermöglicht werden soll.

Bezüglich des implementierten DAC vertraut BURSON AUDIO erfahrungsgemäß auf Chipsätze des amerikanischen Produzenten ESS Technologies – kanalgetrennte Referenzwandler des Typs ESS9038Q2M.

Die Verwendung der IMO noch hochwertigeren PRO-Chipsätze bringt laut Aussage der Australier hinsichtlich der spezifischen Anpassung der mobilen Q2M-Version an die analogen Ausgangsstufen keine klanglichen Verbesserungen mehr, so dass ganz bewusst auf diese Option verzichtet wurde. Aha.

Jedenfalls ist die Verwendung von nunmehr 1 Wandlerchip/Kanal grundsätzlich begrüßenswert, da sich sowohl Rauschabstand als auch der SNR/ Dynamikbereich aller Erfahrung nach verbessern. Außerdem kommt es auch dem symmetrischen Verstärkerdesign des X entgegen. Es versteht sich von selbst, dass beide Geräte das volle digitale Programm bis hin zu DSD512 beherrschen.

Verarbeitung & Ausstattung

Die beiden BURSON CONDUCTOR 3 wirken bereits auf den ersten Blick außerordentlich gut verarbeitet, sowohl im Hinblick auf die Auswahl der verwendeten Materialien als auch bezüglich der Verarbeitungsgüte. Eine derart hohe Fertigungsqualität zu den vergleichsweisen günstigen Einstandspreisen ist wohl nur in Fernost möglich.

Sei’s drum. Der großzügige Einsatz von CNC-gefrästem Aluminium treibt das Gewicht der beiden C3 Modelle trotz fehlendem Ringkerntransformator nebst den zugehörigen Kondensatoren-Kaskaden immerhin auf 5 kg. Dabei sind die „All in One“ Gerätschaften mit Abmessungen von 255 x 270 x 70 mm nicht zu groß geraten, um den Desktop Hörplatz eines jeden Gralsritters des guten Geschmacks glanzvoll zu bereichern. 

Der aus dem Vollen gedrehte und digital regelbare Lautstärkeregler ist dabei ein Quell der Freude hinsichtlich Form, Materialanmutung und Haptik, welche durch seine Multifunktionalität allerdings wieder leicht gedämpft wird.

Die grundsätzliche Konstruktion, welche auch eine Drucktaster-Funktion zur Bestätigung unterschiedlicher Interaktionen vorsieht, hinterlässt mitunter einen geringfügig labilen Eindruck, obgleich das runde Kleinod einen fest definierten Druckpunkt aufweist.

Ebenso wie die 4 rund ausgeführten Leichtmetallknöpfe auf der Frontblende, deren jeweiliger Einsatzzweck über ein darüber liegendes Symbol dokumentiert- und nach entsprechender Aktivierung im monochromen Display in 2 wählbaren Helligkeitsstufen angezeigt wird.

Die beiden Kopfhörerverstärker können übrigens auch in vertikaler Position betrieben werden – die Displayanzeige kann zu diesem Zweck im Einstellungsmenü konfiguriert werden. Die Bedienung der beiden Geräte gestaltet sich demzufolge recht übersichtlich und macht eine Bedienungsanleitung eigentlich obsolet. Vielleicht hat BURSON AUDIO sie ja deshalb gleich ganz weggelassen.

Dafür hat man an der Ausstattung keinesfalls gespart. Neben den üblichen USB- und SPDIF-Schnittstellen verfügen beide Modelle auf der Rückseite über analoge Eingänge (beim C3 X natürlich in 3-poliger Ausführung), sowie die Möglichkeit, die DAC-Sektion auch kabellos über Bluetooth anzusteuern – selbstverständlich in APTX-HD Qualität.

Ausgangsseitig kann der stolze Besitzer eines C3 (X) neben den bereits erwähnten Kopfhörerbuchsen zwischen einer geregelten und einer ungeregelten Vorverstärkerfunktion wählen. Der Lautstärkeabgleich erfolgt dabei feinfühlig in 100 Schritten, wobei die grundsätzliche Verstärkung in 2 Stufen wählbar ist.

Diese wird über die Einstellungstaste auf der Frontseite geregelt. Im aufgerufenen Menü können außerdem 7 verschiedene digitale Filter aktiviert werden, ebenso wie diverse Voreinstellungen zur Anpassung des Hochtonbereiches, eine Emphasisschaltung, die Displayhelligkeit sowie eine praktische Reset-Funktion.

Eine kleine Fernbedienung aus Aluminiumprofilen, mit der die rudimentären Funktionen der beiden KHV gesteuert werden können, fehlt in der Ausstattungsliste ebenso wenig wie austauschbare Operationsverstärker für die Hauptplatine. Inwiefern letztere tatsächlich genutzt werden, sei einmal dahingestellt.

Die beigepackten Kabelverbindungen sind allerdings – wie so oft – partout nicht zu gebrauchen. Während das RCA-kabel des unsymmetrischen C3 vielleicht noch bescheidenen Ansprüchen an eine highfidele Verbindung genügt, ist das originale USB-Kabel eine regelrechte Ohrfeige für jeden gestandenen High-Ender.

Und auch die Verwendung einer USB Micro-C Eingangsbuchse, ebenfalls befindlich auf der Rückseite der Kopfhörerverstärker, ist mir persönlich ein Rätsel. Erfordert dies doch die Verwendung einer eher unüblichen audiophilen Kabelspezies. Da hilft auch leider der beigelegte Adapter auf USB-A nicht viel weiter.

Vorbereitung

Beide BURSON CONDUCTOR 3 Reference Kopfhörerverstärker verfügen über die identische Power von 7,5 Watt/Kanal an 16 Ohm, 5 Watt/Kanal an 32 Ohm sowie immer noch beeindruckende 0,58 Watt/Kanal an 300 Ohm und dürften infolgedessen für alle spieltechnische Eventualitäten bestens gerüstet sein. 

Die symmetrische X-Version stellt diese Leistung allerdings nur an ihrem XLR-Ausgang bereit, die benachbarte Klinkenbuchse muss sich mit halber Stärke begnügen (s.o.). Was für sich betrachtet selbstverständlich immer noch mehr als genug ist.

Aufgrund dieser üppigen Kraftreserven fällt mir die Auswahl an potenziellen Spielpartnern natürlich leicht – es kommen ganz einfach alle dynamischen-, und orthodynamischen Kopfhörer in Frage.

Infolgedessen wähle ich den AKG 812 PRO sowie den GRADO GS3000E als typische Vertreter der dynamischen Fraktion aus, aber auch der ZMF Verité erhält als hochohmiges Pendant einige Spielzeit an den BURSON‘s. Die planare Zunft deckt – als vermeintlicher Stolperstein – der HIFIMAN SUSVARA ab.    

Als Signalquelle fungiert primär mein APPLE iMAC, welcher über die aktuelle AUDIRVANA+ Software optimiert wurde. Ein AUDIOQUEST CARBON USB-Digitalkabel stellt einen angemessenen Kontakt zur DAC-Sektion der beiden BURSON sicher.

Aber natürlich interessiert mich ebenso die mutmaßliche Qualität des implementierten Bluetooth APTX-HD Moduls. Hierbei leistet mir der neue FiiO M15 gute Dienste, da er ebenfalls den entsprechenden QUALCOMM-Standard beherrscht.

Das musikalische Material ist wie immer bunt gemischt und setzt sich zusammen aus mit bestens bekannten Beispielen aus den Bereichen Pop, Rock, Jazz, Blues und selbstverständlich Klassik.

Weitere Informationen zum neuen CONDUCTOR 3 (X) erhaltet ihr im Übrigen auf der Homepage des deutschen Vertriebes HIGOTO oder auch bei BURSON AUDIO direkt.

Klangtest

Die neuen BURSON CONDUCTOR 3 (X) zählen sicherlich zu den stärksten Vertretern ihrer Art, ungeachtet ihres relativ moderaten Preisniveaus. Selbst einen wirkungsgradschwachen HIFIMAN SUSVARA treiben beide Kopfhörerverstärker bei Bedarf völlig verzerrungsfrei zu den ohrenbetäubendsten Hörpegeln und vermitteln gleichsam einen souveränen klanglichen Eindruck.

Darüber hinaus wahrt der C3 (X) eine ausgezeichnete tonale Balance und spielt zudem problemlos mit meinen obig gewählten Kandidaten zusammen. Während sich die 3 erstgenannten Kopfhörer mit dem geringeren der beiden Gain-Level begnügen, verlangt der HIFIMAN SUSVARA erwartungsgemäß nach höchstmöglicher Verstärkung.

Aber auch der antriebskritische HIFIMAN reizt die BURSON KHV leistungstechnisch nicht vollständig aus. Dabei vermitteln beide C3 den Anschein, über deutlich höhere Dynamikreserven zu verfügen, als die entsprechenden Datenblätter ausweisen.

Bereits im Bassbereich wissen die BURSON nachhaltig zu beeindrucken. Verbunden mit einem exquisiten Ein- und Ausschwingverhalten verfügt der Bass über eine jederzeit explosive Attacke, selbst beim leistungshungrigen SUSVARA Ohrlautsprecher.

Der leicht erdige Grundton passt darüber hinaus ganz hervorragend zum plastisch arrangierten und dennoch transparent wirkenden Mitteltonbereich. Stimmen und Instrumente werden scharf gerändert in den musikalischen Kontext platziert und profitieren mit den von mir getesteten Kopfhörermodellen speziell vom grandiosen räumlichen Darstellungsvermögen der beiden C3.

Insbesondere über die authentische, weil dreidimensionale Abbildung setzen sich die BURSON gekonnt in Szene – Breiten- und Tiefenstaffelung sind auf allerhöchstem Niveau. Beiden Geräten gelingt es zudem vortrefflich, die tatsächliche Größe eines virtuellen Raums glaubhaft zu vermitteln, indem selbst winzige Nachhallfahnen nuanciert und luftig gesponnen werden.

Im Hochtonbereich überrascht der CONDUCTOR 3 (X) überdies mit einer überragenden Implementierung der oftmals harsch aufspielenden ESS Wandlersektion. Denn die analogen Ausgangsstufen in diskret aufgebauter Class-A Konfiguration wurden von BURSON AUDIO nahezu ideal an die hochauflösenden SABRE Chipsätze angepasst. 

Und obgleich die C3 demzufolge mit einer überragenden Detailarbeit überzeugen, neigen die beiden Testprobanden unabhängig vom jeweiligen Kopfhörermodell niemals zur Schärfe. Selbst der analytisch aufspielende AKG812 findet im C3 (X) mitunter den Partner fürs (Kopfhörer-) Leben. Auch der GRADO GS3000E harmoniert mit den australischen Gerätschaften in perfekter Manier, offenbart überdies ungeahnte dynamische Qualitäten und spielt in dieser kongenialen Verbindung IMO weit über seine Preisklasse hinaus.

Ein kurzer Quercheck zum ZMF VERITÉ zeigt zudem, dass auch hochohmige Ohrlautsprecher die beiden BURSON vor keinerlei Probleme stellen – ganz im Gegenteil. Denn das Spitzenmodell von Zach Mehrbach läuft an den beiden C3 geradewegs zur Hochform auf, insbesondere die exzessiven räumlichen Fähigkeiten begeistern ebenso wie eine blitzschnelle Transientenwiedergäbe.

Im Zusammenwirken mit dem HIFIMAN SUSVARA beweisen beide Australier letztendlich ihre große spielerische Klasse. Erst im direkten Vergleich zu einem RIVIERA AIC10 werden mehr oder weniger feine, aber oftmals eben auch entscheidende klangliche Unterschiede erhörbar.

Der italienische Beau verleiht den musikalischen Ereignissen mehr Körperhaftigkeit, lässt Klangfarben akustisch noch heller leuchten und zeichnet die weiträumigeren Strukturen. Was aufgrund des ambitionierten Preisschildes des AIC10 allerdings auch nicht großartig verwundern sollte. Das Bessere ist bekanntlich immer der größte Feind des Guten.

Und speziell am Meisterwerk von Dr. Fang Bian erkämpft sich der BURSON CONDUCTOR 3 X dann auch minimale klangliche Vorteile gegenüber der unsymmetrischen „Basisversion“. Insbesondere in komplexen musikalischen Passagen, beispielsweise bei großorchestralen Einsätzen, beweist der X etwas mehr Spielübersicht und schält einzelne Instrumente akribischer auf dem klanglichen Dickicht heraus.

Aber halt – da war doch noch etwas. Stimmt. Denn natürlich interessiert mich auch noch brennend, wie sich die beiden BURSON im drahtlosen Bluetooth-Betrieb über APTX-HD schlagen. Der brandneue FIIO M15 liefert das dazu notwendige Quellmaterial. Der chinesische DAP kommuniziert ebenfalls über den neuesten Standard 5.0 und ist somit vollständig kompatibel zu den beiden C3.

Für mich überraschend ist bis hin zu einer Auflösung von 16 Bit – 48 kHz kein wirklich signifikanter Unterschied zur kabelgebundenen Wiedergabe erkennbar. Über APTX-HD wirkt die Reproduktion des musikalischen Geschehens vielleicht sogar geringfügig entspannter und im besten Sinne analoger, mit nur minimalen feindynamischen Einbußen.

Erst bei höher aufgelösten Datensätzen (24- oder 32 Bit) wächst der Unterschied sukzessive zugunsten der Kabelvariante, obgleich selbiger auch hier erstaunlich gering ausfällt. Faszinierend würde Spock wohl attestieren.

Mein Fazit

Mit den neuen CONDUCTOR 3 Modellen ist BURSON AUDIO wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Beide C3 beeindrucken konstruktiv mit viel Liebe zum Detail, sind erstklassig verarbeitet und klanglich eine veritable Macht.

Sie überzeugen mit hohem musikalischem Fluss, einem hervorragenden Timing sowie einer punktgenauen räumlichen Abbildung und verhelfen nahezu jedem Spielpartner zu einem großartigen Auftritt. Dynamisch lassen die C3 ebenfalls nichts anbrennen und sind unzweifelhaft befähigt, jeden erdenklichen Kopfhörer auf diesem Planeten mühelos anzutreiben.

Dabei sind beide C3 grundsätzlich Impedanz-unkritisch, lediglich extrem sensitive IEM zählen nicht zu ihrer präferierten akustischen Klientel und beide BURSON bekunden diesen Unmut über einen minimalen Rauschteppich. Auch hier sind im Übrigen leichte Vorteile auf Seiten der X-Version zu verzeichnen.

Die Implementierung der beiden Wandlerbausteine von ESS ist den Ingenieuren von BURSON AUDIO außerdem exzellent gelungen. Denn obgleich die C3 mit einem ausgezeichneten Auflösungsvermögen selbst kleinster Mikrodetails begeistern, erkaufen sich die Australier dies nicht über eine ungebührliche Härte im Klangbild.

Beide BURSON CONDUCTOR 3 erhalten somit meine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Zu einem Verkaufspreis von 1.999,- Euro beziehungsweise 2.599,- Euro für die symmetrische X-Variante sind die beiden australischen Kopfhörerverstärker angesichts ihrer ausgezeichneten Performance IMO auch fair eingepreist, dies gilt im Besonderen für die Basisversion. Mein Tipp an alle Gralsritter der feinen Töne.

Euer Fidelio

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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