Klangtest auf Musicalhead

Test CHORD DAVE vs. CHORD HUGO TT2 & HUGO M-SCALER

Heute möchte ich euch zu einem spannenden Test auf Musicalhead einladen, indem ich zwei der wohl besten Digital-Analog-Wandler (DAC) des Weltmarktes miteinander vergleiche – der CHORD HUGO TT2 tritt nebst digitaler Verstärkung in Form des CHORD HUGO M-SCALER gegen den fast schon legendären CHORD DAVE an.

Kann der HUGO TT2 dem DAVE klanglich tatsächlich die Stirn bieten – zumal der kleinere Bruder den Altmeister gemeinsam mit dem HUGO M-SCALER in Sachen Rechenleistung nochmalig übertrumpft? Nun, ich werde versuchen, dieser Frage im Zusammenspiel mit adäquaten Spielpartnern aus dem Kopfhörersegment auf den Grund zu gehen. 

Im 1. Teil meiner zweiteiligen Rezension auf Musicalhead befasse ich mich zunächst mit dem akustischen Potential der beiden CHORD Kontrahenten in direkter Kombination mit ihren jeweilig integrierten Kopfhörerverstärkern. 

Nach dem Sommerurlaub widme ich den 2. Teil meiner Gegenüberstellung hingegen der musikalischen Performance der einzelnen DAC-Sektionen. Natürlich mit – und ohne klanglichen Support des optionalen CHORD Upscalers.

Um die mitunter feinen Unterschiede der beiden Wandlerbausteine dabei möglichst exakt zu erfassen, wähle ich außerdem einen brandneuen Spielpartner in überragender Transistortechnik für euch aus, welchen ich im September diesen Jahres weltexklusiv auf Musicalhead vorstellen werde. Lasst euch also überraschen.   

Ich möchte mich an dieser Stelle im Übrigen beim deutschen CHORD-Vertrieb und im Besonderen bei Karsten Franzen ganz herzlich für die freundliche, schnelle und vor allem völlig unbürokratische Bereitstellung der entsprechenden Komponenten bedanken.

Da hinsichtlich der technischen Besonderheiten der CHORD Gerätschaften in den letzten Jahren bereits zahlreiche Berichte von der internationalen Fachpresse publiziert wurden, werde ich mich in dieser Rezension primär auf die rein klangliche Aspekte der Probanden fokussieren und es infolgedessen bei einer relativ kurzen Produktvorstellung belassen.

Chord Dave

Der DAVE (Digital to Analogue Veritas in Extremis) ist der fortschrittlichste DAC, welcher bislang vom englischen Hersteller produziert wurde. Er verfügt nach eigener Angabe über die derzeit bestmögliche Konvertierungstechnologie und weist proprietäre und innovative Merkmale auf, welche das Spitzenmodell von CHORD ELECTRONICS als einen der besten Wandler der Welt kennzeichnen.

Der Referenzwandler von Mastermind Rob Watts vereint darüber hinaus 20 Jahre der Forschung und Entwicklung in einem einzigen Gerät – das technologische Herzstück des DAVE markiert dabei die präzise Umsetzung der digitalen Datensätze mittels einer Field Programmable Gate Array (FPGA) Software Implementierung, welche die Rechenleistung von herkömmlichen DAC-Chipsätzen laut Hersteller bis zum 1.000 fachen übertrifft.

Das Spartan 6 FPGA des DAVE setzt über eine Million Codezeilen um und ist dadurch in der Lage, selbst hochkomplexe musikalische Passagen mit einer absolut vorbildlichen Präzision aufzulösen. 

Der spezifische WTA-Filter (Watts Transient Aligned) operiert dazu mit 164.000 Taps und einer 256-fachen Wiederholungsrate, welche mittels 166 DSP-Kernen umgesetzt werden. Diese außergewöhnlichen Fähigkeiten des CHORD-FPGA ermöglichen es dem DAVE nach eigener Aussage, Musik mit unübertroffener Authentizität infolge eines optimalen Timings wiederzugeben.  

Der perfekt verarbeitete Referenzwandler der Briten verfügt über ein großformatiges und mehrfarbiges LCD-Display, auf welchem neben der Eingangswahl auch die Samplingfrequenz, die Lautstärke und die Konfigurationsoptionen im berühmten Bullaugendesign von CHORD angezeigt werden.

Der aus massivem Aluminium gefertigte DAC/Vor-/Kopfhörerverstärker mit einem Eigengewicht von immerhin 7 kg ermöglicht über einen abgerundeten Drehregler auf der Frontplatte zur digitalen Lautstärkeregelung, sowie 4 kugelförmigen Drucktasten aus edlem Leichtmetall, eine direkte Interaktion mit dem wahlweise in Silber- oder Schwarz lieferbaren Beau.  

Eine Fernbedienbarkeit ist selbstverständlich ebenso möglich, wenngleich die etwas simple Ausführung in schwarzen Kunststoff aus meiner Sicht nicht ganz zum hohen Qualitätsanspruch der Engländer passen mag. 

Chord Hugo TT2

Der HUGO TT2 wurde von Rob Watts mit der fünffachen Rechenleistung des ursprünglichen HUGO TT konstruiert und verfügt außerdem über die doppelte Power des mobilen HUGO2. Durch die verbesserten technischen Spezifikationen des aktuellen CHORD ergeben sich nach Aussage des Herstellers somit signifikante klangliche Vorteile im Vergleich zum Vorgängermodell.

Der HUGO TT2 setzt laut CHORD ELECTRONICS neue Maßstäbe im Segment der Table-Top-Audio Komponenten und profitiert in erster Linie von der Integration des neuen und leistungsstarken Xilinx 7 FPGA. Ganze 86 208MHz-Kerne laufen parallel, um einen 16FS WTA 1-Filter mit 98.304 Taps zu erzeugen.

Eine diskrete Ausgangsstufe mit integrierten Rauschfiltern 2. Ordnung sorgt überdies für eine massive Reduzierung von Verzerrungen. Der HUGO TT2 verzichtet des Weiteren auf die ursprüngliche Li-Po-Stromversorgung des Vorgängers und setzt stattdessen auf 6 Superkondensatoren, welche mit Spitzenleistungen von 5 A (9V RMS) große lineare Ströme bereitstellen können.

Die ebenfalls in Silber oder Schwarz lieferbare quadratische Komponente verfügt, wie schon der HUGO TT, ebenfalls über 4 frei wählbare Filter- sowie 3 Crossfeed-Einstellungen, welche dem Gralsritter der feinen Töne ein räumliches Feintuning ermöglichen sollen.

Das 2,6 kg schwere Gerät der Briten ist wie alle CHORD’s natürlich vorbildlich verarbeitet und zeigt die möglichen Betriebszustände über auf der Front eingelassene, mehrfarbige und kugelförmige Bedienelemente an. Über eine Fernbedienung aus dem gleichen Werkstoff (siehe DAVE) läßt sich auch der HUGO TT2 bequem vom Hörplatz aus nutzen.

Und ebenso wie der DAVE kann auch der HUGO TT2 mit dem neuen CHORD HUGO M-SCALER aufgerüstet werden. 

Chord Hugo M-Scaler

Der HUGO M-SCALER ist ein von CHORD ELECTRONICS neu entwickelter Upscaler, welcher nach Aussage des Herstellers die Klangaufbereitung digitaler musikalischer Datensätze neu definieren soll. Der HUGO M-SCALER nutzt dazu die einzigartige Filtertechnologie von Rob Watts, um Audiodaten auf bis zu 705,6 kHz hoch zu skalieren.

Dies entspricht dem 16-fachen Wert der nativen Auflösung einer herkömmlichen CD. Über den doppelten BNC-Eingang des DAVE und des HUGO TT2 kann die Upsampling-Leistung bei einer Eingangsdatenrate von 96 kHz sogar auf 768 kHz gesteigert werden.

Obgleich der CHORD HUGO M-SCALER auf die Gerätschaften der eigenen Marke optimiert wurde, kann der innovative Upscaler grundsätzlich mit allen DAC’s zusammenspielen, sofern selbige entsprechend dekodierfähig sind. Der HUGO M-SCALER ist somit in der Lage, die FPGA-basierte WTA-Filtertechnologie auch auf diverse Fremdfabrikate anzuwenden.

Das kompakte Design entspricht dabei der Table-Top (TT) Serie von CHORD und ist demzufolge über die bereits beschriebenen, beleuchteten Elemente bedienbar. Die Kontrollkugeln zeigen dazu nicht nur die Eingangswahl und die Ausgangs-Samplerate, sondern ebenso die eingehende Abtastrate auf einer polychromen Skala an. 

In Verbindung mit den 768 kHz-fähigen, doppelten BNC-Eingängen von DAVE und HUGO TT2 soll der HUGO M-SCALER die klangliche Qualität von digitalem Audio angeblich völlig neu definieren. Was im folgenden Klangtest natürlich erst noch unter Beweis gestellt werden muss.

Vorbereitung

Das Set-Up gestaltet sich im ersten Teil meiner Rezension relativ einfach – mein bewährter APPLE iMAC liefert, selbstverständlich upgedatet mit der aktuellen AUDIRVANA+ Software, die digitalen Datensätze über 2 CHORD SIGNATURE USB-Kabelsätze direkt an die beiden Kontrahenten von CHORD ELECTRONICS.

Werden die Daten hingegen unmittelbar vom HUGO M-SCALER entgegengenommen, empfangen DAVE und HUGO TT2 die upskalierte musikalische Kost über 2 CLEARWAY-BNC-Strippen, ebenfalls gefertigt von der britischen CHORD CABLE COMPANY. 

Der DAVE wurde von mir außerdem mit verschiedenen Stromkabeln getestet. Neben dem obligatorischen Serienkabel haben sich gleichermaßen ein FURUTECH EMPIRE-, ein CHORD SIGNATURE ARAY- sowie ein SHUNYATA ALPHA ZITRON ZPC10- Power Cable am großen CHORD versucht.  

Über die frontseitigen 6.3 mm Klinkenbuchsen bespielen die CHORD Kontrahenten die 2 aktuellen Ohrlautsprecher von T+A – den SOLITAIRE P sowie den SOLITAIRE P-SE – als klanglich adäquate Abhörmonitore. Aufgrund des relativ guten Wirkungsgrades beider Herforder Referenzkopfhörer sind somit weder beim DAVE, noch beim TT2 irgendwelche dynamische Einbußen zu erwarten.  

Das musikalische Testprogramm setzt sich wieder einmal zusammen aus den mir wohl bekannten Hörbeispielen der Musikrichtungen Klassik, Jazz, Blues, Rock und Pop, überwiegend in HIGH-RES Auflösung. Weitere Informationen zu den High-End Geräten von CHORD erhaltet ihr im Übrigen auch auf den Seiten des deutschen Vertriebes 3H unter: 3-H.de

Klangtest (Teil 1)

Zunächst vergleiche ich den CHORD HUGO TT2 und den CHORD DAVE direkt miteinander – also im Zusammenspiel der beiden DAC mit ihren jeweilig implementierten Kopfhörerverstärkern. Der CHORD HUGO M-SCALER kann dazu später problemlos mit den zuvor genannten Komponenten kombiniert werden. Auch diese Möglichkeit werde ich natürlich austesten.  

Mit dem HUGO TT2 ist CHORD ELECTRONICS tatsächlich ein großer Wurf gelungen. Denn der TT2 besitzt speziell über seinen frontseitigen Kopfhörerausgang nicht nur eine angenehm warme Tonalität, sondern beeindruckt bereits in den ersten Hörminuten mit seinem hohen musikalischen Anspruch.

Sowohl der CHORD HUGO2 als auch ein CHORD QUTEST können hier aus meiner Sicht klanglich nicht ganz mithalten. Die kleineren Brüder sind hinsichtlich ihrer akustischen Signatur zwar unzweifelhaft als typische Vertreter des britischen Herstellers zu identifizieren, weisen meines Erachtens aber nicht das musikalische Feingespür des HUGO TT2 auf. 

Insbesondere Stimmen und Instrumente intoniert der TT2 (vorzugsweise über die Digitalfilter-Einstellungen 3 und 4) einfach noch ein wenig plastischer und natürlicher als die beiden mobilen CHORD Gerätschaften.

Der HUGO TT2 verfügt dazu über eine ausgezeichnete räumliche Darstellung sowie eine präzise Fokussierung der musikalischen Geschehnisse. Der integrierte Kopfhörerverstärker überzeugt überdies mit einer souveränen Leistung und ist in der Lage, auch wirkungsgradschwächere Ohrlautsprecher problemlos anzutreiben.

Der Bassbereich der beiden T+A Kopfhörer wird infolgedessen sehr strukturiert und mit einer ausgezeichneten Kontur reproduziert und besitzt außerdem jederzeit genügend Druck und Schwärze.  

Im Zusammenspiel mit eher dunkel timbrierten Kopfhörern wie beispielsweise dem MEZE EMPYREAN würde ich mir allerdings zuweilen eine noch etwas höhere Auflösung und Transparenz im klangrelevanten Mitteltonbereich am 6.3 mm Klinkenausgang wünschen. 

In der Kombination mit den beiden SOLITAIRE Ohrlautsprechern von T+A beeindruckt der CHORD dagegen mit einer sehr guten Durchzeichnung aller klanglichen Ereignisse und lässt grundsätzlich keinerlei Wünsche offen. Während der HUGO TT2 zudem mit einer beeindruckenden Klangbühne aufwartet, lässt es die CHORD Komponente meines Erachtens an einer in demselben Maße überzeugenden Abbildung in die Tiefe etwas vermissen.

Um dies jetzt nicht falsch zu verstehen – der CHORD HUGO TT2 agiert zweifelsohne auf Weltklasseniveau und meine leichte Kritik ist so dementsprechend zu relativieren. Auf der anderen Seite ist das Bessere aber stets der größte Feind des Guten. Und dies wird gerade im direkten Vergleich zum CHORD DAVE offensichtlich.

Denn der CHORD DAVE ist nicht ohne Grund das derzeitige TOP-Modell der Briten. Speziell das Auflösungsvermögen und die Detailarbeit sind aus meiner Sicht auf dem Weltmarkt konkurrenzlos. Selbst der überragende MOLA MOLA TAMBAQUI (Testbericht auf Musicalhead folgt) kann dem DAVE in dieser Hinsicht nicht ganz das Wasser reichen. 

Aufgrund dessen löst der große CHORD unweigerlich einen Kaufreflex in mir aus. Denn der HUGO TT2 erreicht zu keinem Zeitpunkt das unglaubliche Niveau dieser Gänsehaut erzeugenden Luftig- und Schwerelosigkeit des DAVE. Letzterer besitzt dazu auch ein höheres Maß an feindynamischer Akkuratesse, speziell bei schnellen Lautstärke- und Tempi-Wechseln. 

Die dezidierte Verstärkersektion des DAVE, welche im Übrigen wie der sprichwörtliche Draht agiert, führt die beiden Kopfhörer der Herforder Manufaktur darüber hinaus mit vorbildlicher Kontrolle im Bassbereich und einer beispielhaften Neutralität im Grundton.

Die punktstabile Fokussierung von Stimmen und Instrumenten im räumlichen Kontext mit einem perfekten Timing ist darüber hinaus wahrhaft atemberaubend – eine neue Dimension höchst authentischer Wiedergabe von Musik wie von einem anderen Stern. Absolut grandios.

Einzig eine gewisse Gnadenlosigkeit bei der Reproduktion vereinzelter digitaler Pretiosen könnte den einen oder anderen Gralsritter der feinen Töne gegebenenfalls dann doch zum HUGO TT2 greifen lassen. Denn während der DAVE mit fast schon unerbittlicher Härte jedwedes musikalische Material geradezu seziert, zeigt sich der kleinere Bruder deutlich umgänglicher in Bezug auf suboptimale digitale Kost.

Und diese lobenswerte Eigenschaft des HUGO TT2 wahrt hörtechnisch dann auch den Genuss von weniger perfekten Aufnahmen. Während so Detail versessene Aficionados, wie beispielsweise meine Wenigkeit, vorzugsweise den CHORD DAVE präferieren werden, könnten Befürworter der natürlich warmen Klangfarben gegebenenfalls eher den CHORD HUGO TT2 bevorzugen.

Beide CHORD Brüder bestätigen im Klangtest damit gleichermaßen ihre große audiophile Klasse. Welche über ein Zusammenwirken mit dem CHORD HUGO M-SCALER allerdings noch gesteigert werden kann. 

Upgrade

Interessanterweise profitieren sowohl DAVE als auch HUGO TT2 bereits im „Pass-Through-Modus“ ohne Upsampling-Funktionalität vom Anschluss des CHORD HUGO M-SCALERS, indem systemimmanente hochfrequente Rauschanteile nochmals minimiert werden.

In Verbindung mit dem HUGO M-SCALER bringt der HUGO TT2 infolge des rabenschwarzen Hintergrundes noch etwas mehr Ruhe ins Klangbild und überzeugt überdies mit einer stärker fokussierten und geringfügig höheren Abbildungsschärfe. Die digitalen „Spitzen“ werden zudem leicht abgeschliffen und der CHORD glänzt so mit einer noch natürlicher, weil analoger wirkenden Tonalität. 

Dennoch gelingt es der kongenialen Verbindung aus HUGO TT2 und HUGO M-SCALER aus meiner persönlichen Sicht nicht vollständig, der klanglichen Faszination, welche der DAVE für mich ausstrahlt, musikalisch Paroli zu bieten.

Denn der DAVE verfügt meines Erachtens eben nicht nur über die besseren feindynamischen Qualitäten sowie ein spürbar höheres Auflösungsvermögen, sondern gleichsam über ein absolut erstaunliches, dreidimensionales räumliches Darstellungsvermögen. 

Somit würde ich dem DAVE selbst gegenüber der formschönen Kombination aus HUGO TT2 und HUGO M-SCALER knapp den Vorzug geben. Allerdings habe ich im Verlauf meiner Rezension feststellen müssen, dass speziell das verwendete Stromkabel des DAVE einen signifikanten Einfluss auf die klangliche Performance nimmt.

Während die Quelle (iMAC) eine eher untergeordnete Rolle zu spielen scheint, wie ich in einem kurzen Quervergleich mit dem AURALIC ARIES G1 ermitteln konnte, empfehle ich ausdrücklich die Verwendung einer besseren Stromversorgung, beispielsweise mittels eines der zuvor genannten Netzkabel. Das CHORD SIGNATURE ARAY konnte sich aus meiner Sicht hierbei musikalisch leicht absetzen.

Meine persönliche Präferenz für den CHORD DAVE wird natürlich noch bestärkt für den Fall, dass der CHORD HUGO M-SCALER akustische Schützenhilfe leistet.

Aber wenngleich der HUGO M-SCALER auch dem DAVE wahrhaft zu akustischen Höhenflügen verhilft und insbesondere den Rittern der analogen Gralslehre aufgrund seiner erhöhten Geschmeidigkeit ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubert, darf zumindest die preisliche Gestaltung ob der Sinnhaftigkeit bei der Kopfhörerwiedergabe hinterfragt werden.

Denn es bedarf nicht nur eines Kopfhörers der absoluten Topliga, sondern auch der langjährigen Hörerfahrung eines gestandenen Gralsritters der feien Töne, um die unbestreitbaren Qualitäten des HUGO M-SCALERS tatsächlich vollumfänglich zu erfassen.

Zumal speziell die subtilen, raumtechnischen Vorteile des Upscalers bei einer Lautsprecher-basierten Wiedergabe aus meiner Sicht sicherlich deutlich stärker zu Tage treten werden als über die Reproduktion via Ohrlautsprecher.

Infolgedessen könnte ich persönlich auf die Unterstützung des HUGO M-SCALERS beim reinen “Kopfhören” verzichten. Denn der DAVE begeistert mich mit seinem feingeistigen Klangbild auch im Alleingang. Dies könnten insbesondere die Analogfans des genialen CHORD Upscalers gegebenenfalls ganz anders sehen. Es sei ihnen selbstverständlich gestattet.

Mein Fazit

Der CHORD DAVE wird derzeit zu einem offiziellen Verkaufspreis in Deutschland von 10.990 Euronen angeboten. Dies ist zweifelsohne ein stolzer Preis. Der CHORD HUGO TT2 geht in der direkten Gegenüberstellung mit der preislichen Offerte in Höhe von 4.990 Euro da fast schon als Angebot durch.

Selbst mit dem CHORD HUGO M-SCALER für 4.490 Euro bleibt die kongeniale und designtechnisch optimal aufeinander abgestimmte Kombination noch unter der magischen 10.000 Euro Schwelle. Was spricht bei einem veritablen Preisvorteil von 1.500 Euro dennoch für die Top-Komponente der Briten?

Der CHORD DAVE ist für mich das deutlich faszinierendere, weil authentischere Gerät. Und der DAVE macht schlicht und ergreifend einfach alles besser. Er verfügt über den nuancierteren und dynamischeren Bass, eine bessere Fokussierung der musikalischen Ereignisse, eine signifikantere Randschärfe derselben, mehr Luftigkeit und Transparenz im Mittelton sowie über die überlegene räumliche Abbildung. 

Mein Hauptargument, sich für einen CHORD DAVE zu entscheiden, liegt jedoch in der völligen “Schwerelosigkeit” seiner Wiedergabe. Wo der HUGO TT2 selbst unter Zuhilfenahme des HUGO M-SCALERS den Raum in die Tiefe leicht verdichtet und dadurch nicht selten etwas flächig agiert, wahrt der DAVE stets genügend Luft zwischen den einzelnen Akteuren, welche dadurch sehr punktgenau lokalisiert werden können.  

Einzig der minimale Hang zur Analytik, welche dem DAVE zuweilen etwas kühl wirken läßt, könnte das audiophile Herz des Gralsritters durchaus für den HUGO TT2 erwärmen. Wer also bereit und Willens ist, räumliche Expansion und exzessive Detailarbeit für ein wenig mehr Wärme zu opfern, findet im HUGO TT2 mitunter den perfekten Spielpartner. 

Im 2. Teil meiner Rezension werde ich ausschließlich auf die Qualität der beiden DAC-Sektionen von CHORD DAVE und HUGO TT2 eingehen und zu diesem Zweck eine der zurzeit wohl spannendsten Neuheiten im Verstärkersegment testen. Demnächst auf Musicalhead.

Euer Fidelio    

(*) Die Testberichte auf Musicalhead geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Produkt wieder. Es handelt sich hierbei um redaktionelle Beiträge, welche aber durchaus eine werbende Wirkung beim Leser erzielen könnten, ohne dass ich von einem Unternehmen damit beauftragt wurde.


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